Fußball

Abgänge, Fehlstart, Unruhe In Leipzig brodelt es bereits gewaltig

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Auf Leipzig-Trainer Jesse Marsch wartet eine Menge Arbeit.

(Foto: imago images/Noah Wedel)

Der Erfolgs-Trainer hat zu den Bayern rübergemacht. Ein paar Spieler sind ihm gefolgt. Der neue Coach, Jesse Marsch, erlebt in Leipzig einen schwierigen Start. Auch weil der "Königstransfer" André Silva noch nicht zündet. Und dann ist da noch die Champions-League-Auslosung.

Jesse Marsch blickte etwas neidisch rüber nach rechts. Während sein Wolfsburger Kollege Mark van Bommel dazu befragt wurde, wie "geil" es sich als verlustpunktfreier Tabellenführer anfühle, von den Bayern, seinem Ex-Klub, gejagt zu werden, saß der neue Trainer von RasenBallsport Leipzig ziemlich bedröppelt auf dem Podium und musste seinen Fehlstart beim Vizemeister erklären.

"Dieser Start ist nicht das, was wir haben wollten. Aber wir müssen stark bleiben und verstehen, dass die Situation schwer ist jetzt", sagte Marsch nach dem 0:1 beim VfL Wolfsburg. Der US-Amerikaner bemühte sich, nach der zweiten Niederlage in der noch jungen Saison Zuversicht auszustrahlen, doch es gelang ihm nur bedingt. Nach der spielzeitübergreifend fünften Auswärtspleite hintereinander ist die Stimmung bei den Sachsen im Keller. Zumal mit Kapitän Marcel Sabitzer wohl der nächste Erfolgsgarant der letzten Jahre zu Bayern München wechselt. Und "Königstransfer" André Silva noch unter Ladehemmung leidet.

Auch in Wolfsburg agierte der 23-Millionen-Einkauf unglücklich. Nach vier Pflichtspielen wartet der Ex-Frankfurter noch immer auf seinen ersten Treffer für Leipzig aus dem Spiel heraus. Marsch nahm seinen Torjäger in Schutz. Er habe in allen vier Spielen gut gespielt, sagte der Coach. Zwar habe Silva "noch nicht genug Tore geschossen. Aber es kommt. Wir müssen alle ruhig bleiben und die Geduld behalten".

Der schlechteste Start der Geschichte

Mit der Geduld ist das in Leipzig so eine Sache. In den vergangenen beiden Jahren grüßte RasenBallsport, jeweils mit Marsch-Vorgänger Julian Nagelsmann, nach drei Spielen ungeschlagen von der Tabellenspitze. Nun steht der schlechteste Start seit dem Bundesliga-Aufstieg 2016 zu Buche. "Wir haben uns den Start anders vorgestellt, das muss ganz deutlich so sagen", sagte Nationalspieler Lukas Klostermann. Man gehe mit einem "unguten Gefühl" in die Länderspielpause. Und Torhüter Peter Gulasci brachte es auf den Punkt: "Wir haben noch viel zu tun."

Da kommt die Länderspielpause gerade recht. Marsch wird die Einheiten brauchen, denn das bevorstehende Programm hat es in sich. Gleich nach der Pause wartet mit dem FC Bayern die höchstmögliche Hürde in der Liga, dann folgt der schwere Champions-League-Auftakt bei Manchester City. "Es geht nicht schwieriger als die nächsten zwei Spiele", sagte Marsch. Und Klostermann konstatierte: "Da müssen wir definitiv ein, zwei Schippen drauflegen."

Während Marsch die kommenden Trainingstage gut gebrauchen kann, würde van Bommel am liebsten direkt weiterspielen. Der beste Saisonstart der Vereinsgeschichte macht Lust auf mehr. "Es ist schön, dass wir neun Punkte haben. Es gibt aber keine Garantie, dass es so weitergeht", sagte van Bommel: "Wir fahren in zwei Wochen nach Fürth und dann fängt es wieder von vorne an." Von vorne anfangen - ein Wunsch, den auch Jesse Marsch haben dürfte.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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