Fußball

Krawalle nach dem Schlusspfiff Jena wirft den HSV aus dem DFB-Pokal

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Nach nur 15 Minuten hat HSV-Keeper Rene Adler das Nachsehen. Nicht zum letzten Mal.

(Foto: imago/Sebastian Wells)

In der letzten Saison schlittert der Hamburger SV gerade so am Abstieg vorbei. Doch auch die neue Saison beginnt nicht so, wie sich das der HSV vorgestellt hat: Im Pokal trifft der Bundesligist auf den Viertligisten Carl-Zeiss Jena.

69 Tage nach der glücklichen Bundesliga-Rettung hat sich der Hamburger SV gleich im ersten Pflichtspiel der neuen Saison blamiert und ist sensationell in der 1. DFB-Pokalrunde gescheitert. Die Hamburger zogen beim Fußball-Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena mit 2:3 (2:2, 0:1) nach Verlängerung den Kürzeren.

Der HSV geht so mit einem ernüchternden Negativerlebnis in den Liga-Start am kommenden Freitag beim FC Bayern München. Die Thüringer träumen derweil von einem Durchmarsch wie in der Saison 2007/2008, als sie erst im Halbfinale mit 0:3 gegen Borussia Dortmund ausschieden.

Unmittelbar nach dem Pokal-Aus kam es zu Krawallen. Einige frustrierte Hamburger "Fans" kletterten nach dem Schlusspfiff über die Zäune in den Innenraum des Ernst-Abbe-Sportfelds. Die Polizei hatte die Situation aber schnell unter Kontrolle. Verschiedene Gegenstände wurden auf die Sicherheitskräfte geworfen. Ein Ordner wurde am Kopf getroffen und ging zu Boden. Schon während und vor der Begegnung waren in beiden Fanblocks Feuerwerkskörper und Rauchbomben gezündet worden. Nach Angaben des polizeilichen Lagedienstes in Erfurt war die Lage aber insgesamt ruhig.

HSV profitiert von Fehlentscheidung

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Am Ende konnten die Jenaer den Einzug in die nächste Runde feiern.

(Foto: imago/Sebastian Wells)

Vor 13.800 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld sorgten Justin Gerlach (15.), Velimir Jovanovic (58.) und Johannes Pieles (106.) für die große Überraschung, die sich der Viertligist nicht nur aufgrund einer Fehlentscheidung von Referee Frank Willenborg (Osnabrück) verdiente. Denn beim zwischenzeitlichen Ausgleich durch Ivica Olic (48.) hatte der Unparteiische ein Toraus des Balls übersehen, ehe Michael Gregoritsch in der vierten Minute der Nachspielzeit den HSV in die Verlängerung rettete.

Der Favorit, bei dem Kapitän Johan Djourou nach dem Aufwärmen kurzfristig wegen muskulärer Probleme ausfiel, lief schnell einem Rückstand hinterher. Die Gastgeber zeigten, wie von Coach Volkan Uluc angekündigt, keinen Respekt. Das wurde belohnt: Gerlach zog mit einem direkten Freistoß aus rund 30 Metern ab, und der Ball prallte vom rechten Innenpfosten ins Tor.

HSV-Trainer Bruno Labbadia hatte ein 4:3:3-System aufgestellt, in dem auch die Neuzugänge Emir Spahic, Gotoku Sakai und Albin Ekdal gegen den Underdog schnell für klare Verhältnisse sorgen sollten. Doch der HSV kam mit dem Kampfgeist und der hohen Laufbereitschaft des diszipliniert spielenden Gegners nicht zurecht. So sprang für den Bundesligisten in der ersten Hälfte lediglich eine Torchance heraus.

Kopfball in die zweite Runde

Nach der Pause zogen die Gäste den Nutzen aus einer Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns. Eine Hereingabe von Ivo Ilicevic war bereits im Tor-Aus, was aber ungeahndet blieb. Olic schaltete am schnellsten und zirkelte das Leder ins Tor. Die wütenden Reklamationen der Thüringer blieben ohne Erfolg.

Statt in Schockstarre zu verfallen, setzten die kämpfenden Jenaer den HSV jedoch weiter unter Druck. Einen Gegenzug verwandelte Jovanovic zur erneuten Führung. FC-Keeper Raphael Koczor schien mit zwei Glanzparaden (85. und 93. Minute) die Sensation perfekt gemacht zu haben. Aber Gregoritsch sorgte direkt vor dem Abpfiff für die Zusatzschicht. Dieses Mal hatte der HSV das Glück jedoch nicht auf seiner Seite, denn Pieles köpfte den Viertligisten nicht unverdient in die 2. Runde.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/sid

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