Fußball

DFB-Star flüchtet aus England Jetzt muss der Fußballgott Timo Werner retten

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Sie werden es kaum glauben: Timo Werner jubelt in dieser Situation nach einem Treffer in der Saisonvorbereitung.

(Foto: picture alliance / firo Sportphoto / MEXSPORT)

Im Sommer 2020 wagt Timo Werner den großen Sprung in die englische Premier League. Für 53 Millionen Euro wechselt er aus Leipzig zum FC Chelsea nach London. Doch glücklich wird er dort nie. Jetzt kehrt er wohl zurück. Ausgerechnet Bayern-Boss Hasan Salihamidžić meldet Zweifel an.

Erst wechselte Sadio Mané vom FC Liverpool zu Bayern München, nun steht auch DFB-Star Timo Werner vor einem Wechsel aus der Premier League in die Bundesliga. Pokalsieger RB Leipzig macht sich berechtigte Hoffnungen auf eine Rückkehr des einstigen Torjägers. Offenbar sind nur noch letzte Details zu klären. Dann läuft der 26-Jährige wieder für die Sachsen auf, bei denen er schon einmal Tore am Fließband schoss, bevor seine Karriere bei Chelsea ins Stocken geriet.

Angekommen in London ist der 53-Millionen-Euro-Mann nämlich nie. Zahlreiche kleine und große Anekdoten zeugen davon. Als er zum Beispiel nach dem Aus bei der Europameisterschaft 2020 im Sommer 2021 das Formel-1-Rennen in Spielberg besuchte, stellte eine britische Sky-Reporterin den Stürmer als "Torwart von Chelsea und Deutschland" vor. Bereits vorher hatte er während einer längeren Durststrecke den Hohn und Spott der CFC-Anhänger ertragen müssen.

Sie wunderten sich über den Mann aus der Bundesliga. Auch wegen Werner, aber auch aufgrund der enttäuschenden Leistungen des ehemaligen Dortmunders Jadon Sancho bei Manchester United, machte sich der Begriff "Bundesliga Tax", also "Bundesliga-Steuer", unter einigen englischen Journalisten breit. Sie argumentierten, dass die Spieler aus dem deutschen Oberhaus grundsätzlich viel zu teuer sind.

Die Sache mit dem Fußballgott

Werner bemühte sich unterdessen um Unterstützung von ganz oben. "Es war für mich jahrelang mein Business, diese Chancen reinzumachen, und ich bin mir sicher, dass ich da wieder hinkomme. Nächstes Jahr geht es bei null los, ich werde weiter hart arbeiten und vielleicht meint es der Fußballgott ja nächste Saison etwas besser mit mir", hatte er kurz vor der EM bei Sport1 erklärt. Doch auch in der Spielzeit 2021/2022 hatte der Fußballgott leider keine Zeit für ihn.

In 37 Einsätzen, ungefähr die Hälfte davon als Einwechselspieler, gelangen ihm elf Tore und sechs Assists. Kein zufriedenstellender Wert für den Nationalspieler, der immerhin mit der Empfehlung von 28 Bundesliga-Toren in seiner bislang letzten Spielzeit für Leipzig an die Themse gewechselt war. Dort gelangen ihm jedoch insgesamt nur 23 Tore in 89 Pflichtspielen. Zuletzt hatte er es bei Chelsea nicht mehr in den Kader geschafft und sich vorher auch noch ein wenig mit Trainer Thomas Tuchel überworfen. Die WM in Katar geriet so natürlich in Gefahr. "Es ist klar, dass ich mehr spielen will, und ich sollte mehr spielen, um für die WM gut in Form zu sein und eine Chance zu haben, zu spielen", hatte er gesagt.

An seine ersten Leipziger Tage konnte er also nie anknüpfen, wirkte die meiste Zeit kreuzunglücklich mit seiner Situation an der Stamford Bridge. In den vergangenen Wochen bereits deutete sich an, dass die Zukunft des DFB-Stars außerhalb der Premier League liegen würde. Zwar gab es loses Interesse von Juventus Turin, doch so richtig warm wollte Werner damit nicht werden. So steht nun wohl die Rückkehr in seine Wohlfühloase Leipzig.

Salihamidžić wundert sich

Dafür soll RB irgendwas zwischen 30 und 35 Millionen Euro zahlen, berichtet Sky, und die "Bild" handelt den Preis für Werner auf "maximal 20 Millionen Euro plus Boni" runter. Zudem soll der 26-Jährige auch zu Abstrichen bei seinem Gehalt bereit sein. Bislang verdiente er bei Chelsea ungefähr 18 Millionen Euro - eine zu hohe Summe für Leipzig. In dieser Kategorie bewegen sich in Deutschland jedoch nur die Spieler vom FC Bayern München.

Ausgerechnet von dort kamen am späten Sonntag sodann kritische Töne zum anstehenden Transfer. "Er hat seine Stärken. Er braucht Raum, hat einen guten Abschluss - die Frage ist dabei, wie Leipzig spielen will. In dem System, das sie vorher gespielt haben, hat er funktioniert. Bei Chelsea war das nicht der Fall", erklärte FCB-Sportvorstand Hasan Salihamidžić bei Sky 90: "Bei der Konkurrenz um Nkunku, Silva und Olmo bleibt die Frage, ob das funktionieren kann. Aber Leipzig hat sicherlich einen Plan."

Den benötigt das Team von Trainer Domenico Tedesco auch. Nach dem eher enttäuschenden 1:1 beim VfB Stuttgart und dem aussichtslosen 3:5 im Supercup gegen Bayern München ist der Pokalsieger noch auf der Suche nach dem ersten Erfolgserlebnis der neuen Saison. Und ohnehin hat der Trainer lieber die große Auswahl. "Wenn du hierherkommst", sagte Tedesco am Sonntag, "musst du das annehmen. Es geht um Leistung."

Klarheit über den Transfer gibt es unterdessen noch nicht. Werner, sagte Leipzig-Boss Oliver Mintzlaff, "sei ein interessanter Spieler, wir beschäftigen uns damit. Ob es zustande kommt, kann ich noch nicht sagen." Doch die Chancen dafür stehen recht gut. Ob Werner nach der Rückholaktion jedoch an seine alten Leistungen anknüpfen kann? Ungewiss. Systemrivale Borussia Dortmund wurde mit ähnlichen Transfers selten glücklich.

Quelle: ntv.de, sue

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