Fußball

Neureicher BSC will sexy werden Klinsmann sucht den Königsklassen-Spieler

8ea8d1c987679d12998fe8a01cd19928.jpg

Trainer Klinsmann hätte gern noch ein paar "Champions-League-Spieler" für die Berliner Hertha.

(Foto: imago images/Metodi Popow)

Seit dem Einstieg von Investor Windhorst ist Geld bei Hertha BSC zweitrangig. Um die ambitionierten Ziele zu verwirklichen, will Trainer Klinsmann Spieler von internationalem Format haben. Granit Xhaka soll aber abgesagt haben - und Manager Preetz scheint vergeblich für Augenmaß zu werben.

Trainer Jürgen Klinsmann sieht Hertha BSC als "spannendstes Fußball-Projekt in Europa", Investor Lars Windhorst als kommenden "Big City Club" wie Paris St. Germain, Real Madrid oder den FC Chelsea. Und Michael Preetz? Der Manager des Bundesligaklubs muss "vielleicht hier und da ein bisschen auf der Bremse stehen", wie er zum Abschluss des Trainingslagers in Florida zugab. Denn die Hertha aus Berlin ist zwar neuerdings reich, aber noch nicht sexy.

So droht der angestrebte Mega-Transfer von Mittelfeld-Ass Granit Xhaka zu platzen, weil der Schweizer Nationalspieler beim FC Arsenal wieder mehr Nestwärme verspürt. "Granit hat mir gesagt, dass er auf jeden Fall in der Premier League bleiben möchte", sagte sein Bruder Taulant Xhaka, Profi beim FC Basel, bei t-online.de: "Ich weiß nicht, ob Hertha BSC überhaupt eine konkrete Option für Granit war."

imago45337637h.jpg

Bei der Hertha sind längst nicht alle begeistert von der aktuellen Entwicklung.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Neben Xhaka wurden auch die Namen Julian Draxler und Mario Götze als mögliche Verstärkungen im Winter gehandelt - gekommen ist bislang lediglich Santiago Ascacibar aus der 2. Liga vom VfB Stuttgart. Der ist ohne Zweifel ein talentierter Mittelfeldspieler, aber sicher keiner der "Champions-League-Spieler", nach denen sich Hertha laut Klinsmann umschaue und die "früher nicht in unserer Kategorie waren". In diese Kategorie fällt schon eher Lucas Tousart. Der 22 Jahre alte Franzose von Olympique Lyon soll sich laut "Bild"-Zeitung mit Hertha über einen Wechsel einig sein und mindestens 25 Millionen Euro kosten.

Schleichende Entmachtung von Preetz?

Preetz macht es "viel Freude", beim Winterschluss-Verkauf in den oberen Regalen zu suchen, "aber am Ende muss es auch gelingen, dass sie bei Hertha BSC spielen". Da scheint bei Top-Spielern noch viel Überzeugungsarbeit vonnöten zu sein, zumal Preetz nicht mit Geld um sich werfen will: "Ich kann versichern, dass wir die Aspekte der Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht lassen werden."

Investor Windhorst, der mit seiner Firma Tennor Holding für 225 Millionen Euro insgesamt 49,9 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH Co. KGaA erworben hat, dürfte aufs Tempo drücken. "Lars Windhorst spricht für Tennor und sein Investment, wir sprechen nach wie vor für Hertha BSC", sagte Preetz. Es gebe zwar "überhaupt keinen Dissens", aber seine Aufgabe sei es, die "mutigen, großen Ziele", die er im Kern teilt, realistisch einzuordnen und mit Augenmaß umzusetzen. Die Vorgaben, betonte Preetz, kämen nach wie vor von ihm und Co-Geschäftsführer Ingo Schiller (Finanzen).

*Datenschutz

In der öffentlichen Wahrnehmung konnte man zuletzt aber den Eindruck erlangen, Klinsmann gebe bei Hertha die Richtung vor. Dass der aktuelle Trainer, der ab Sommer wieder seine Funktion als Aufsichtsratsmitglied aufnehmen soll, derzeit das Gesicht der "neuen" Hertha ist, stellt für Preetz überhaupt kein Problem dar: "Jürgen Klinsmann ist mit einer extremen Strahlkraft ausgestattet, und davon wollen wir natürlich profitieren."

Doch Klinsmann ist keiner, der gerne auf die Bremse tritt - im Gegenteil. Der frühere Welt- und Europameister könnte mit der Fürsprache des mächtigen Investors früher oder später auch Einfluss auf die Arbeit von Preetz nehmen. "Es gibt keine Machtübernahme", sagte Preetz bei Klinsmanns Vorstellung Anfang Dezember, "es gibt ein Miteinander".

Quelle: ntv.de, Jörg Soldwisch, sid