Fußball

Liverpool "kurz vor Perfektion" Klopp schlägt Guardiola und schwärmt

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Läuft, oder? Jürgen Klopp und Josep Guardiola.

(Foto: imago/Action Plus)

Jürgen Klopp sieht ein nahezu perfektes Fußballspiel seines FC Liverpool. Und der deutsche Trainer ist durchaus angetan vom Sieg gegen Manchester City - und Josep Guardiola. Das Halbfinale der Champions League sei aber noch lange nicht gebucht.

Das perfekte Fußballspiel? Gibt's nicht, hat Josep Guardiola einmal gesagt. Doch Jürgen Klopp will es gesehen haben, zumindest einen Hauch davon, zumindest für eine Halbzeit. Nach dem furiosen 3:0 (3:0)-Erfolg seines FC Liverpool gegen das von Guardiola gecoachte Manchester City, nach drei Toren binnen 19 Minuten in diesem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League, sagte der deutsche Trainer: "Das war kurz vor der Perfektion."

Klopp sagte das in dem Wissen, dass es mit dem Einzug ins Halbfinale klappen könnte, dem ersten des FC Liverpool seit 2008; das Rückspiel steht am kommenden Dienstag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) im Etihad Stadium zu Manchester an. Und er sagte das in dem Wissen, dass er seinen Vorsprung im persönlichen Duell mit Guardiola ausgebaut hat: 13 Mal sind die beiden bisher mit ihren Mannschaften gegeneinander angetreten, sieben Mal hat Klopp gewonnen, zweimal ging's unentschieden aus, fünfmal siegte der Katalane. In der Tat bot der FC Liverpool vor der Pause vor 50.685 Zuschauern an der Anfield Road seinen Fans eine große Show. Für die sorgten Mohamed Salah in der zwölften Minute, Alex Oxlade-Chamberlain (21.) und Sadio Mané (31.).

"Wir waren in der ersten Halbzeit brettstark und haben es gut verteidigt. Wir haben fast nichts zugelassen und den Gegner durch geschicktes Anlaufen zu Fehlern gezwungen", konstatierte Klopp. Doch auch wenn Man City um die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Leroy Sané nahezu chancenlos war, warnt der frühere Trainer der Dortmunder Borussia und des FSV Mainz 05 vor dem Rückspiel: "Es ist Halbzeit, kein Grund zu feiern. Wir müssen da nochmal durch." Klopp ist sich sicher: "Das wird nochmal richtig Energie kosten." Klar: "Wir haben die beste Mannschaft der Welt geschlagen, das ist eine wirklich gute Leistung. Es war ein guter Abend." Aber: "Ich bin nicht daran interessiert, gut zu sein. In diesem Wettbewerb geht es darum, in die nächste Runde zu kommen und wir sind noch nicht in der nächsten Runde. Wir werden wirklich wieder höllisch arbeiten müssen."

"Unser Spiel ist perfekt für Liverpool"

Und die Citizens? Haben in dieser Saison der englischen Premier League bisher erst einmal verloren - am 14. Januar mit 3:4 in Liverpool. Mit einem Sieg gegen den von José Mourinho trainierten Stadtrivalen United am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) können sie den Titelgewinn am 33. von 38 Spieltagen perfekt machen. Und auch in Sachen Halbfinale der europäischen Königsklasse haben sie noch nicht aufgegeben. Behauptet zumindest Guardiola und wirkte sichtlich bedient: "Das wird richtig hart, aber wir werden es versuchen." Aber was soll er nach dieser bitteren Niederlage auch sagen?

Guardiola wird an seiner Taktik feilen müssen, sollte dieses mittelgroße Wunder tatsächlich gelingen. Dabei hatte er bereits vor der Partie gesagt: "Unser Spiel ist perfekt für Liverpool. Die Mannschaft kann wie kein anderes Team der Welt in die Räume stoßen. Das weiß ich." So kam es dann auch - und Manchester City war gegen an diesem denkwürdigen Abend extrem effektive Liverpooler machtlos, obwohl der Trainer es geahnt hatte. Der lenkte dann auch lieber ein wenig ab und kritisierte die Sicherheitsbehörden. Die Medien hätten vorher geschrieben, "dass das passieren wird - und es passierte", sagte Guardiola: "Normalerweise, wenn die Polizei weiß, dass es passieren wird, verhindern sie so etwas." Er sei mit seinem Team "gekommen, um Fußball zu spielen, es ist Sport. Ich verstehe das nicht."

Etwa eine Stunde vor dem Anpfiff hatten Liverpool-Fans den Bus der Citizens mit Flaschen beworfen und Feuerwerkskörper gezündet. Scheiben wurden dabei beschädigt, City musste daraufhin ein neues Fahrzeug für die Abreise organisieren. "Ich erwarte nicht, dass Liverpool, ein so angesehener Klub, solche Dinge tut", sagte Guardiola: "Natürlich war das nicht Liverpool, es waren die Leute, aber hoffentlich passiert es nicht wieder." Zudem forderte er generell mehr Schutz und erinnerte an den Bombenanschlag auf den Bus von Bundesligist Borussia Dortmund vor einem Jahr. Klopp hatte noch vor dem Anpfiff um Entschuldigung gebeten "Ich verstehe das wirklich nicht. Wir hatten alles versucht, um eine solche Situation zu verhindern."

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Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid

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