Fußball

Löw ist natürlich super Kroos und Werner kontern Ballack

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"Ich bin überzeugt, dass wir die Kurve mit Jogi Löw kriegen": Toni Kroos. Und Timo Werner ist ganz seiner Meinung.

imago/Andreas Gora

Michael Ballack, einst Kapitän der DFB-Elf, hätte nach dem WM-Debakel einen Neustart ohne Joachim Löw erwartet. Die aktuellen Spieler, die es in Russland verbockt haben, aber sind loyal: Der Bundestrainer habe sich doch hinterfragt und einiges geändert.

Die Nationalspieler Toni Kroos von Real Madrid und Timo Werner von RB Leipzig sind der Meinung, Bundestrainer Joachim Löw habe nach dem Debakel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland alles richtig gemacht. Grundsätzlich könne sein, dass das Verhältnis von einem Trainer zu einer Mannschaft neue Reize brauche. "Aber die können manchmal auch vom selben Trainer kommen, wenn er sich hinterfragt. Das hat er getan", sagte Kroos. "Natürlich hat er sich weiterentwickelt. Er redet noch mehr mit den Spielern", berichtete Werner. Taktisch lege er nun mehr Wert auf die Defensive.

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"Ich war wie viele andere Leute auch überrascht": Michael Ballack.

(Foto: imago/DeFodi)

Die DFB-Elf spielt in der neuen Nationenliga am Samstag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in Amsterdam gegen die Niederlande und am Dienstag darauf in Paris, ebenfalls ab 20.45 Uhr gegen Weltmeister Frankreich. Die Spieler reagierten mit ihren Aussagen auf die Kritik des ehemaligen DFB-Kapitäns Michael Ballack, der nach dem historischen WM-Ausscheiden in der Vorrunde einen Neustart ohne Löw für richtig gehalten hätte. "Ich bin überzeugt, dass wir die Kurve mit Jogi Löw kriegen", sagte Kroos. "Es ist eine Wortmeldung mehr. Es gibt verschiedene Ansichten. Die einen sagen, nach einem großen Erfolg ist der richtige Moment. Die anderen: Nach einem schlechten Moment geht's nicht mehr weiter."

Ballack hätte einen Rückzug von Löw erwartet, der den Job 2006 übernommen hatte. "Am Ende ist er verantwortlich und sollte professionell genug sein." Der DFB hielt an dem Trainer fest, der die Mannschaft 2014 in Brasilien zum WM-Titel geführt hatte, zumal Präsident Reinhard Grindel Löws Vertrag kurz vor dem Turnier in Russland bis zur nächsten WM 2022 in Katar verlängert hatte. "Ich war wie viele andere Leute auch überrascht, dass er seinen Job behalten hat", sagte Ballack im Interview der Deutschen Welle. "Er hat lange mit dem Team gearbeitet. Irgendwann muss man sich doch eingestehen, dass die Dinge nicht mehr funktionieren, wenn jemand so lange mit einer Mannschaft zusammenarbeitet wie er."

"Das ist keine echte Analyse"

Kroos hob hervor, der Trainer habe über viele Jahre bewiesen, dass er bereit sei, sich selbst zu entwickeln. "Ich habe es selbst gesehen, das ging bei ihm genauso stetig nach oben." Von seiner ganzen Ansprache, von der Qualität des Trainings sei Löw "jetzt auf einem ganz anderen Niveau als 2010". Er habe es nach seinen großen Erfolgen in den vielen Jahren vor der WM in Russland "absolut verdient", die Mannschaft weiter zu führen und zu entwickeln.

Auch Werner steht zu dem Mann, der bestimmt, wer spielt. "Natürlich war viel Kritik auch an ihm", aber so ein Turnier passiere eben einmal: "Es läuft nicht immer nur bergauf." Und man sollte nicht gleich Löws Stärken und Methoden, die ihn in 14 Jahren ausgezeichnet hätten, "über den Haufen werfen". Von 2004 bis 2006 war Löw Assistent von Jürgen Klinsmann.

Ballack kritisiert auch die Aufarbeitung der WM. "Man sollte sie ernsthaft analysieren und nicht sagen 'Wir analysieren das', während in Wahrheit bereits beschlossen ist, am Trainer festzuhalten. Das ist keine echte Analyse." Ballack hatte von 1999 bis 2010 für Deutschland 98 Spiele bestritten, arbeitete lange erfolgreich mit Löw. Nachdem der Mittelfeldspieler die WM 2010 in Südafrika verletzt verpasst hatte, kam es zum Ende beim DFB und zu einem Bruch mit Löw.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa

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