Fußball

"Eher Kälber als Bullen" Leipzigs Werner trifft und träumt von mehr

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Läuft: Timo Werner.

(Foto: imago images / eu-images)

Platz eins in der Bundesliga, und das mit der Champions League lässt sich auch gut an. Die Fußballer von RB Leipzig siegen bei Benfica in Lissabon und wissen nicht erst seit dieser Partie, dass sie sich auf ihren Torjäger Timo Werner verlassen können. Nur Trainer Julian Nagelsmann hat etwas zu kritisieren.

Nach seinen zwei Toren legte Timo Werner in der Nacht von Lissabon gleich nach. "Wir sind nicht in der Champions League, um nur dabei zu sein. Wir wollen weiterkommen. Wenn es möglich ist, auch als Tabellenerster", sagte der deutsche Fußball-Nationalspieler nach dem 2:1 (0:0) beim portugiesischen Rekordmeister Benfica vor 46.460 Zuschauern im Estádio da Luz. Er hatte in der 69. und 78. Minute vorgelegt, für die Gastgeber reichte es nur noch zu einem Tor des ehemaligen Frankfurters Haris Seferovic sechs Minuten vor dem Abpfiff.

Benfica Lissabon - RB Leipzig 1:2 (0:0)

Benfica: Odisseas Vlachodimos - Tavares, Ruben, Ferro, Grimaldo - Fejsa, Taarabt - Pizzi (76. Rafa), Cervi (76. Seferovic) - Jota (67. Tavares), De Tomas. - Trainer: Verissimo
Leipzig: Gulacsi - Orban, Konate, Mukiele - Demme, Sabitzer, Laimer (39. Haidara), Forsberg (88. Nkunku), Halstenberg (83. Klostermann) - Timo Werner, Poulsen. - Trainer: Nagelsmann
Schiedsrichter: Anastasios Sidiropoulos (Griechenland)
Tore: 0:1 Timo Werner (69.), 0:2 Timo Werner (78. nach Videobeweis), 1:2 Seferovic (84.)
Zuschauer: 46.460

Mit sieben Treffern in sieben Spielen hat Werner unter Trainer Julian Nagelsmann einen Traumstart hingelegt und ist zu einem Angreifer gereift, der sehr oft den Unterschied zwischen zwei Teams ausmachen kann. Das veränderte System mit weniger langen Bällen und einem vermehrt spielerischen Ansatz passt perfekt zu Werner, der, wie die meisten wissen, meist sehr schnell rennt. "Wir spielen einfach gut und am Ende darf einer die Tore schießen. Dafür bin ich da", sagte er. "Wir sind alle ein wenig älter geworden und haben mehr Spiele auf dem Buckel. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auf diesem Niveau mithalten kann."

Nicht nur mithalten, sondern, wie in der zweiten Halbzeit von Lissabon, eine Begegnung auch bestimmen und verdient gewinnen. Anlass genug für Träumereien. Werner, der nun in seinen sieben Königsklassenspielen fünf Mal getroffen hat, schaut schon auf die nächsten Auftritte gegen Olympique Lyon am 2. Oktober und Zenit St. Petersburg am 23. Oktober. Beide Mannschaften hatten sich am Mittwoch im Parc Olympique Lyonnais mit 1:1 getrennt, "Daheim sind wir in der Lage, gegen jeden Gegner zu gewinnen", sagte Werner. "Wenn wir die Spiele gewinnen, sind wir mit einem Bein im Achtelfinale. Das muss unser Ziel sein".

"Das war ein Big Point"

Ob sein Lauf auch eine Folge seiner geklärten beruflichen Zukunft ist? Nach einem monatelangen Flirt mit dem FC Bayern verlängerte er seinen Vertrag in Leipzig Ende August bis 2023. "Timo hat sich auch entwickelt. Die Vertragsverlängerung tut ihm gut, er hat eine gewisse Sicherheit", sagte Sportdirektor Markus Krösche. "Die Art und Weise, wie Julian jetzt spielen lässt, kommt ihm noch ein bisschen mehr zugute. Die Gesamtkonstellation passt einfach sehr gut. Er hat eine sehr gute Quote. Ich hoffe, dass er das beibehält."

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"Timo ist ein überragender Stürmer." Sagt nicht nur Emil Forsberg.

(Foto: imago images / Picture Point LE)

Das hoffen auch seine Kollegen, die wissen: Wenn nicht ganz so viel läuft, trifft Werner trotzdem. "Timo ist ein überragender Stürmer. Wir versuchen, ihm so viel wie möglich zu helfen", lobte der schwedische Nationalspieler Emil Forsberg und ordnete den Sieg in Lissabon ein: "Das war ein Big Point." Wie in der Bundesliga steht RB nun auch in seiner Champions-League-Gruppe auf Platz eins.

Doch die Favoritenrolle weist Nagelsmann von sich. "Wenn wir das nächste Spiel gewinnen, sieht es sehr gut aus. Wenn nicht, starten wir wieder bei null." Vor allem die erste Halbzeit hatte dem 32 Jahre alten Trainer, der in Lissabon zum ersten Mal in seiner Karriere ein Spiel in der Champions League gewann, phasenweise nicht gefallen: "Da waren wir eher wie Kälber, aber wir wollen Bullen sein." Am Samstag dann fährt RB nach Bremen, um dort beim SV Werder (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) möglichst erfolgreich die Tabellenspitze der Bundesliga zu verteidigen. Mit dabei könnte auch der in Lissabon verletzt ausgewechselte Konrad Laimer sein. Die Knöchelverletzung des österreichischen Nationalspielers sei nicht gravierend.

Quelle: ntv.de