Fußball

Favoritensturz mit Wucht und Klasse Leverkusens Power überrumpelt Atletico

imago_sp_0225_22110007_19092570.jpg426787123483909601.jpg

Hakan Calhanoglu schoss Leverkusen mit einem feinen Tor zum Heimsieg gegen Atletico.

(Foto: imago/Kolvenbach)

Mit einer starken Leistung lässt Bayer Leverkusen den spanischen Meister Atletico Madrid im Achtelfinal-Hinspiel stolpern. Hakan Calhanoglu belohnt Bayer mit einem feinen Tor. Atletico verliert nicht nur die Partie, sondern auch zwei wichtige Spieler.

Mit Powerfußball hat sich Bayer Leverkusen in der Champions League eine gute Ausgangsposition verschafft und kann nach dem 1:0 (0:0) gegen Atlético Madrid auf die Viertelfinal-Teilnahme hoffen. Nach feiner Vorarbeit von Karim Bellarabi erzielte Hakan Calhanoglu (57.) das erlösende Tor vor 29.079 Zuschauern.

Bayer Leverkusen - Atl. Madrid 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Calhanoglu (57.)

Gelb-Rot: Tiago (76.)

Leverkusen: Leno - Hilbert, Kyriakos  Papadopoulos, Spahic, Wendell - Lars Bender (68. Rolfes), Castro -  Bellarabi, Calhanoglu (87. Brandt), Son - Drmic (80. Kießling)

Atletico: Moya - Juanfran, Miranda, Godin, Siqueira (38. Gamez)  - Gabi, Tiago - Arda Turan (64. Torres), Saul (42. Garcia) -  Mandzukic, Griezmann

Referee: Kralovec Zus.: 29.079
Schüsse: 11:12 Ecken: 4:4 Ballbes: 62:38

  Der Königsklassen-Fluch von Leverkusen mit vier Achtelfinal-Pleiten in Folge könnte damit reißen. Im Rückspiel am 17. März hat die Werkself nach dem hochverdienten Erfolg beim Champions-League-Finalisten des Vorjahres nun alle Chancen aufs Weiterkommen, zumal den Madrilenen dann mit Tiago und Abwehrchef Diego Godin zwei wichtige Spieler fehlen werden. Allerdings vergab der Bundesliga-Sechste nach der Gelb-Roten Karte von Tiago (76.) den möglichen höheren Sieg.

Bayers Matchplan funktioniert

Der Plan von Trainer Roger Schmidt, mutig und forsch aus einer sicheren Abwehr heraus zu agieren, war aber aufgegangen. Das Tor war etwas für Fußball-Feinschmecker. Bellarabi spielte mit der Hacke auf Calhanoglu. Der frühere Hamburger traf aus spitzem Winkel - die Leverkusener hatten sich für ihre feine Leistung belohnt. Schon in der Anfangsphase bestimmten sie das Spiel. Nach einem Calhanoglu-Eckball hatten sie auch die erste Chance. Einen Spahic-Schuss klärte Stürmer Mario Mandzukic auf der Linie. Aggressiv gingen der Bundesliga-Sechste in die Zweikämpfe. Bayer spielte mutig und vor allem klug nach vorne. Und hätte sich in der 26. Minute für beinahe belohnt, als der Bosnier Emir Spahic aus 30 Metern nur die Latte traf. Die Werkself setzte den spanischen Meister unter Dauer-Druck.

imago_sp_0225_22440014_19092607.jpg3096281020482873483.jpg

Mit einer Weltklasse-Parade verhinderte Bernd Leno kurz vor dem Pausenpfiff einen unverdienten Rückstand.

(Foto: imago/Eibner)

Mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren und 260 Tagen hatte Trainer Diego Simeone die älteste Atlético-Mannschaft der Champions-League-Geschichte auf das Feld geschickt. Und die Gäste hatte auch noch Verletzungspech. Der Brasilianer Siqueira musste schon in der 38. Minute vom Feld und wurde durch Jesus Gamez ersetzt. Vier Minuten später wechselten die Gäste erneut: Raul Garcia kam für Saul Niguez, der von Ärzten in der Kabine behandelt werden musste und ins Krankenhaus gefahren wurde. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann hatten Spanier ihre große Chance. Den Seitfallzieher des Portugiesen Tiago parierte Bernd Leno bravourös. Ex-Nationalkeeper Oliver Kahn bescheinigte Leno eine "Weltklasse-Parade".

Dominanz der Gastgeber

Der Treffer hätte den Spielverlauf auf den Kopf gestellt, so blieb es nach der Pause beim gewohnten Bild. Die Hausherren spielten so weiter, wie sie aufgehört hatten, und belohnten sich durch Calhanoglu. Nach dem Gegentor brachte Simeone in der 64. Minute "El Niño" Fernando Torres und stärkte die Offensive. Kurz zuvor hatten die Madrilenen einen Elfmeter gefordert, weil der Brasilianer Wendell den Ball mit der Hand gespielt haben sollte.

Die Gäste wurden stärker. Eine Viertelstunde vor dem Ende erzielten sie sogar ein Tor, doch der Linienrichter hatte schnell die Fahne oben und entschied zurecht, dass der Eckball im Tor-Aus gewesen sein sollte. Nun kann es Bayer besser machen, als in allen bisherigen Versuchen ein K.o.-Achtelfinale zu überstehen. Gegen Paris St. Germain 2014, den FC Barcelona 2012 und den FC Liverpool 2005 schied die Werkself unter den besten 16 aus. Schmidt diesmal: "Wir wollen nicht, dass schon Endstation für uns ist." Die Chancen dafür stehen so gut wie noch nie.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.