Fußball

Nervös gegen Kamerun Löws Beach Boys greifen nach den Sternen

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Mit einer starken zweiten Halbzeit verdiente sich das DFB-Perspektivteam den Gruppensieg und damit weitere Strandtage in Sotschi.

(Foto: imago/Schüler)

Drittes Spiel, zweiter Sieg - und schon steht die deutsche Fußballnationalelf im Halbfinale des Confed Cups. Die jungen Protagonisten sind gegen Kamerun ein wenig aufgeregt. Und der Doppeltorschütze freut sich auf eine Bräunungseinheit am Pool.

Halbfinale als Gruppensieger - das ist mehr, als so mancher dieser deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim Konföderationenpokal zugetraut hatte. Fast ohne Weltmeister und erfahrene Nationalkicker war Bundestrainer Joachim Löw mit seiner Experimental-Elf nach Russland aufgebrochen. Nach dem 3:1 (0:0) gegen müde Kameruner vor 30.230 Zuschauern in Sotschi kickt seine DFB-Elf nun am Donnerstag an gleicher Stelle gegen Mexiko um den Einzug ins Endspiel.

Damit dürfte auch für Joachim Löw, der in seinem 150. Spiel als Bundestrainer seinen 100. Sieg feierte, die Zeit der Experimente vorbei sein, nachdem er gegen Kamerun wieder zwei Confed-Cup-Debütanten ins Rennen geschickt hatte. Wer seiner Schützlinge hat seine Chance in dieser Vorrunde genutzt?

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Marc-André ter Stegen und Niklas Süle machten bei Kameruns Anschlusstor zusammen keine gute Figur.

(Foto: AP)

Die deutsche Elf in der Einzelkritik:

Marc-André ter Stegen: Der 25 Jahre alte ehemalige Mönchengladbacher vom FC Barcelona hatte gegen Kamerun in seinem zwölften Länderspiel unmittelbar vor dem Pausenpfiff seinen ersten großen Auftritt. Nach einem Schuss von André-Frank Zambo aus kurzer Entfernung boxte er den Ball so gerade noch über die Latte - eine gute Tat. Auch sonst war alles prima - wenn, ja wenn da nicht die Sache mit dem Gegentor gewesen wäre. Beim Kopfball von Vincent Aboubakar zwölf Minuten vor dem Ende der Partie sah ter Stegen zumindest etwas unglücklich aus, als er den Ball über seine Fäuste ins Tor prallen ließ. Allerdings hätte Niklas Süle den Kameruner auch am Köpfen hindern können, was er nicht tat. Trotz dieser Nachlässigkeit seiner Teamkollegen darf ter Stegen bis zum Turnierende im Tor stehen, stellte Löw im ZDF klar: "Wir werden die beiden Spiele mit Marc machen." Erstmals war ter Stegen in der zweiten Confed-Cup-Partie gegen Chile zum Zug gekommen, absolvierte die ohne Fehl und Tadel und tat sich bisweilen als hervorragender Fußballer hervor. Auch wenn es noch ein Jahr hin ist bis zur WM in Russland, hat er sich den Status als Nummer zwei hinter dem sechs Jahre älteren Manuel Neuer erarbeitet.

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Matthias Ginter: Er ist, wir hatten das beizeiten erwähnt, neben Shkodran Mustafi und Julian Draxler einer von drei Weltmeistern im Kader. So darf sich auch einer nennen, der 2014 in Brasilien keine Minute gespielt hat. Gegen Australien saß der 23 Jahre alte Verteidiger der Dortmunder Borussia auf der Bank, gegen Chile spielte er durch, machte seine Sache solide - und nun gegen Kamerun kam er in seinem zwölften Länderspiel am rechten Ende der Dreierkette zum Einsatz, blieb ebenfalls die ganze Zeit auf dem Rasen und bot erneut eine ordentliche, zweikampfstarke Leistung - nicht mehr, vor allem aber auch nicht weniger. Das mit dem Offensivspiel ist allerdings seine Sache nicht. Das fiel vor der Pause auf, als die ganze Mannschaft nicht ins Rollen kam und ein wenig träge wirkte.

Niklas Süle: Der 21 Jahre alte Innenverteidiger der TSG Hoffenheim, der demnächst für den FC Bayern spielt, lief in seinem fünften Länderspiel als zentraler Innenverteidiger quasi als Abwehrchef auf und hatte in dieser Funktion gegen nicht sonderlich gefährliche Kameruner alles im Griff - bis auf die Szene, die zum Gegentor führte. Ansonsten aber agierte er souverän und mit viel Übersicht. Die Tatsache, dass so viel nun auch wieder nicht zu tun war, soll seine Leistung nicht schmälern. Zuvor war er in der ersten Confed-Cup-Partie nach 63 Minuten für den Leverkusener Julian Brandt auf den Rasen gekommen, gegen Chile spielte er wie all seine Kollegen 90 Minuten durch. Dabei gewann er 70 Prozent seiner Zweikämpfe - mehr als jeder andere seiner Mannschaft. Besonders stark ist er mit seinen 1,95 Metern beim Kopfball. Und was den Spielaufbau betrifft, kann er sich ja bald noch etwas von Mats Hummels und Jérôme Boateng abschauen. Und nur mal so: Süle wäre auch für die U21 spielberechtigt, die sich just bei der EM in Polen ins Halbfinale gemogelt hat. Damit ist er nicht alleine: Auch Julian Brandt, Emre Can, Ginter, Leon Goretzka, Benjamin Henrichs, Joshua Kimmich und Timo Werner hätten in Polen auflaufen dürfen.

Antonio Rüdiger: Als schnellster deutscher Abwehrspieler bot es sich an, dass der 24 Jahre alte Innenverteidiger des AS Rom gegen Kameruns schnelle Angreifer in der Startelf steht. Das hatte der Bundestrainer so auch angekündigt. In seinem 15. Länderspiel agierte Rüdiger am linken Ende der Dreierkette - solide. Wie Süle und Shkodran Mustafi, der in Sotschi nur auf der Bank saß, hinkt er grundsätzlich im Spielaufbau den Kollegen Hummels und Boateng doch noch arg hinterher. Das war sowohl nun gegen Kamerun als auch gegen Australien zu sehen, als er ebenfalls von Beginn an verteidigte. Das kann er. Und er wählt dabei, wenn er den Ball erobert hat, lieber den kurzen als den langen Pass. Sicherheit zuerst also, aber das muss auf dieser Position ja nicht immer schlecht sein. Nachdem er gegen Chile pausierte, darf er nun auch auf einen Einsatz im Halbfinale hoffen.

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Festgespielt: Joshua Kimmich im DFB-Team.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Joshua Kimmich: Drittes Confed-Cup-Spiel, dritter Einsatz in der Startelf auf der rechten Seite - er wird, wie stets vorbehaltlich aller Unwägbarkeiten, die das Leben im Allgemeinen und der Profifußball im Speziellen birgt, bei der WM dabei sein. Der 22 Jahre alte Münchner kommt mittlerweile auf 18 Länderspiele und soll ja in der kommenden Saison beim FC Bayern Philipp Lahm als Außenverteidiger ersetzen, was immer mehr als äußerst gute Idee überzeugt. Gab gegen Australien wie meist gegen defensive Gegner einen Außenstürmer und bereitete das 3:1 des Kollegen Leon Goretzka prima vor. Gegen Chile musste er sich dann vornehmlich darum kümmern, sich, seine Kollegen und das Spiel seiner Mannschaft mit der ihm eigenen Ball- und Passsicherheit zu beruhigen - was ja letztlich ganz gut geklappt hat. Gegen Kamerun nun war er wieder auf der rechten Seite unterwegs, und das gewohnt überzeugend. Vergab nach 24 Minuten und einer Flanke Marvin Plattenhardts eine gute Kopfballchance und bereitete in der 66. Minute mit einer nahezu perfekten Flanke das 2:0 durch Timo Werner vor. Und als Julian Draxler den Platz verließ, bekam er die Kapitänsbinde.

Marvin Plattenhardt: In seinem dritten Länderspiel agierte der 25 Jahre alte Herthaner auf der linken Seite, um im Verteidigungsfall nach hinten zu rücken und den Kollegen in der Dreierabwehrkette zu helfen. Da das nicht allzu oft der Fall war, nahm er sich die Freiheit, seine Ideen auch in der Offensive einzubringen. Flanken kann er, ihm gelang ein mutiges und erfrischendes Confed-Cup-Debüt - auch wenn ihm zu Beginn anzumerken war, dass er schon auch nervös war. Er war nämlich neben Torhüter Kevin Trapp, Abwehrspieler Benjamin Henrichs, Mittelfeldspieler Kerem Demirbay und Flügelflitzer Amin Younes bis zu der Partie gegen Kamerun einer von fünf Spielern, die beim Confed Cup noch nicht zum Einsatz gekommen waren. Nun ist Trapp der einzige, der in Russland noch nicht gespielt hat. Grundsätzlich könnte Plattenhardt sich als Spezialist für die linke Abwehrseite, vorbehaltlich einer guten Saison im Verein, durchaus ein Ticket für die Weltmeisterschaft sichern. Schließlich hat Löw auf dieser Position nur den Kölner Jonas Hector, der sich gegen Kamerun ausnahmsweise ausruhen durfte.

Emre Can: Obwohl er beim Training im Rasen hängen geblieben und umgeknickt war, konnte der 23 Jahre alt Liverpooler gegen Kamerun auflaufen und absolvierte so seine 13. Partie für die DFB-Elf. Nominell war er neben Sebastian Rudy Teil der Doppelsechs vor der Abwehr, de facto aber agierte er meist weit vor dem Kollegen und kümmerte sich darum, Kameruns Abwehr unter Druck zu setzen. Das gelang ihm nicht ganz so gut wie im Spiel zuvor. Beim 1:1 gegen Chile hatte er eines seiner besten Spiele gemacht und auf seiner Lieblingsposition in der Mittelfeldzentrale das Tor mit einem kraftvollen Lothar-Matthäus-Gedächtnisdurchmarsch eingeleitet und außerdem in des Gegners Hälfte als ballsicherster Akteur seiner Mannschaft mit einer Passquote von mehr als 93 Prozent geglänzt. So einen kann der Bundestrainer auch bei der WM gebrauchen. Nur der Vollständigkeit halber: Beim Auftakt gegen Australien war er nach 78 Minuten für Lars Stindl in die Partie gekommen.

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Benjamin Henrich kam für Sebastian Rudy ins Spiel und zum Confed-Cup-Debüt - das er mit einer Vorlage krönte.

(Foto: AP)

Sebastian Rudy: Gilt als unauffällig, ist aber in Russland stets dabei - gegen Australien und Chile spielte der 27 Jahre alte Noch-Hoffenheimer und Bald-Münchner beide Male durch. Und auch gegen Kamerun stand er in seinem 18. Länderspiel in der Startelf - wieder auf der Position des Sechsers im defensiven Mittelfeld. Das mit seiner Unauffälligkeit ist so eine Sache, er ist aber auch zuverlässig und in Maßen abgeklärt. Beim FC Bayern wissen sie schon, warum sie sich ab der kommenden Saison seine Dienste gesichert haben. Und der Bundestrainer stellt ihn wie erwähnt auch immer wieder auf. Ob das für die WM reicht? Etwas mutiger könnte er bisweilen spielen. Gegen Kamerun war er jedenfalls nicht derjenige, der das Spiel schnell machte. Eine gute Viertelstunde vor dem Schlusspfiff nahm Löw ihn vom Platz, für ihn kam der 20 Jahre alte Leverkusener Benjamin Henrichs zu seinem Confed-Cup-Debüt und seinem zweiten Länderspiel. Ihm gelang immerhin noch die Vorarbeit zum 3:1 durch Timo Werner.

Kerem Demirbay: Auch für den 23 Jahre alten Hoffenheimer war es der erste Auftritt bei diesem Turnier. In seinem zweiten Länderspiel beorderte der Bundestrainer ihn auf die rechte offensive Seite, mit Kimmich als Absicherung hinter ihm. Und Demirbay fühlte sich augenscheinlich pudelwohl, strahlte Übersicht aus, brachte seine Pässe zu den Kollegen - und drei Minuten nach der Pause den Ball im gegnerischen Tor unter. Der Confed-Cup-Debütant schoss aus 18 Metern und traf zum 1:0 gegen den Afrikameister. Es war nicht das erste Mal, dass er es aus der Distanz versuchte. Aber das erste Mal überhaupt, dass er für die DFB-Elf ein Tor erzielte. Danach legte er noch einmal eine Schippe drauf - und darf nun aufs Halbfinale spekulieren. Das tut mutmaßlich auch der zwei Jahre jüngere Leverkusener Julian Brandt, der nach 77 Minuten für Demirbay spielen durfte und so zu seinem neunten Länderspiel kam. Bei seinem Startelfeinsatz gegen Australien durfte er eine gute Stunde ran, machte seine Sache auf der rechten Angriffseiter prima und war dribbelstark und abschlussfreudig, einer der Besten seiner Mannschaft. Gegen Chile ließ Löw ihn auf der Bank. Aber es ist unstrittig, dass Brandt als eines der vielversprechendsten Talente des Landes gilt. Sogar bis zum FC Bayern soll sich das schon rumgesprochen haben.

Julian Draxler: Was der Mittelfeldspieler von Paris Saint-Germain kann, zeigte er in seinem 33. Länderspiel in der 66. Minute: Nach Anspiel von Demirbay legte er diesem den Ball fein mit der Hacke zurück in den Lauf, durch die Beine seines Gegenspielers. Resultat: das 1:0. Zuvor wirkte der DFB-Aushilfs-Kapitän ein wenig überspielt und auf dem linken Flügel bisweilen gar lethargisch, allzu viel gelang ihm nicht - gemessen an dem, was er kann. Großer Sport war es aber, wie die russische Zeitung "Rossijskaja Gaseta" ihren Lesern Draxler in einer Bildunterschrift vorstellte: "Er wird geschätzt für sein brillantes Dribbling und seine Fähigkeit, hohe Ablösesummen zu erzielen." Das haben wir nicht selbst herausgefunden, sondern im Blog der Journalistin Katrin Scheib gelesen. Und sonst so? Sei einmal dahingestellt, ob Draxler unbedingt die Kapitänsbinde tragen muss. Schon gegen Australien war seine Leistung eher durchwachsen. Im zweiten Spiel allerdings hängte er sich rein, kämpfte und grätschte sogar. So, wie man es bisher nicht unbedingt von ihm kannte.

Gegen Kamerun kam nach 80. Minuten Amin Younes für ihn in die Partie und zu seinem dritten Länderspiel. Wir sagen nur: Confed-Cup-Debüt:

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Doppelpacker: Timo Werner gegen Russland.

(Foto: imago/Schüler)

Timo Werner: Das Glück des 21 Jahre alten Angreifers von RB Leipzig ist, dass in Russland relativ wenige deutsche Fans unterwegs sind. Erfreuliche Folge: Werner wurde bisher noch nicht ausgepfiffen. Nachdem er gegen Australien nach 58 Minuten eingewechselt worden war und wenig bewirkte, köpfte und schoss er seine Mannschaft gegen Kamerun in bester Mittelstürmermanier ins Halbfinale der Mini-WM. Dem 2:0 nach 66 Minuten und einer schönen Flanke des Kollegen Kimmich wohnte gar ein wenig Akrobatik inne, als der im Flug den Ball mit dem Kopf über die Linie busgierte, das 3:1 (81.) war dann ein Treffer der Marke Abstauber. Die Fifa ließ ihn prompt zum Mann des Spiels wählen, was den Geehrten sehr freute. Gefreut hat er sich auch, dass die DFB-Elf nun in Sotschi bleiben kann. Am Meer sei es doch stets ein wenig schöner als anderswo. Und am "Pool zu liegen und sich ein bisschen zu bräunen" sei auch nicht verkehrt.

Und was ist mit den anderen?

Bernd Leno: Der 25 Jahre alte Leverkusener stand im ersten Spiel im Tor. Und er rettete, so viel Lob muss sein, in seinem fünften Länderspiel seiner Mannschaft beim 3:2 gegen Australien in der Schlussphase zweimal den Sieg. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn vorher gingen mindestens anderthalb Tore des Gegners auf seine Kappe.

Kevin Trapp: Der 26 Jahre alte ehemalige Frankfurter in Diensten von Paris Saint-Germain kam beim Konföderationenpokal noch nicht zum Zug - und wird es auch nicht mehr, falls die DFB-Elf das Finale erreicht.

Shkodran Mustafi: Gute Chancen auf einen erneuten Platz im WM-Kader hat auch der 25 Jahre alte Bebraner vom FC Arsenal, auch wenn er gegen Kamerun aussetzen musste - vielleicht, weil er gegen Chile in seinem 18. Länderspiel das Tor des Gegners mit einem Fehlpass der unbedarfteren Art eingeleitet hatte. Dennoch hatte er durchgespielt, auch zum Auftakt gegen Australien stand er 90 Minuten auf dem Platz. Grundsätzlich gilt: In der Defensive sorgt der Innenverteidiger und, Obacht, Weltmeister durchaus für Stabilität. Im Spielaufbau fehlt sie ihm.

Jonas Hector: Er ist einer von denen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr als Linksverteidiger mit zur WM nach Russland fährt - und dort auch spielt. So kam der 27 Jahre alte Saarländer vom 1. FC Köln auch in den ersten beiden Partien beim Confed Cup zum Einsatz und zu seinen Länderspielen Nummer 30 und 31. Beide Male waren seine Leistungen mehr als in Ordnung. Dass er gegen Kamerun pausierte, war wohl dem Versprechen des Bundestrainers geschuldet, in Russland nach Möglichkeit alle seiner Spieler einzusetzen.

Leon Goretzka: Der Bochumer in Diensten des FC Schalke 04 absolvierte zum Auftakt in Sotschi gegen Australien eines seiner besseren Länderspiele und zeigte, dass er durchaus einer ist, der den Etablierten im zentralen Mittelfeld Konkurrenz machen kann. Wen wir meinen? Na, Sami Khedira, Toni Kroos und Özils Mesut, die als unantastbar gelten - eigentlich. Goretzkas Vorteil ist, dass er an guten Tagen auf der Position des Achters von allen drei Weltmeistern etwas hat: defensive Stabilität in Khedira-Manier, Kroos'sche Taktgeberkünste und Ideenreichtum a la Özil. Außerdem hat der 22-Jährige "auch schon Persönlichkeit", das sagt der Bundestrainer. Gegen Chile tat er sich dann wesentlich schwerer, gegen Kamerun nun saß er auf der Bank. Im Halbfinale gegen Mexiko dürfte Goretzkas Länderspiel-Zähler aber auch die Zahl acht springen.

Lars Stindl: Der Mönchengladbacher durfte in Russland zweimal von Beginn an spielen und überzeugte in seinen Länderspielen Nummer drei und vier. Er ist einer, wenn nicht der Gewinner dieses Confed Cups - auch wenn der Mönchengladbacher mit seinen 28 Jahren so richtig zu diesem Perspektivteam passt. Aber: Nicht nur wegen seiner zwei Tore hat er in Russland bisher seine Chance in der Rolle der sehr beweglichen falschen Neun nachdrücklich genutzt. "Ein sehr raffinierter Spieler mit unglaublicher Spielintelligenz und guter Orientierung im Raum", schwärmt Löw. Und: "Er ist schon ruhig, aber auch selbstsicher. Er ist eine Persönlichkeit, er zeigt keine Ansätze von Nervosität." Gegen Kamerun setzte ihn Löw dennoch auf die Bank.

Sandro Wagner: Gegen Australien stand der 29 Jahre alte Angreifer aus Hoffenheim in der Startelf, blieb aber glück- und erfolglos – anders als nun Konkurrent Werner. Ob Wagner bei diesem Turnier noch eine Chance bekommt? Warum nicht? Schließlich hat er eine glänzende Bilanz vorzuweisen: drei Länderspiele, drei Tore. Und ist mit seiner Wucht und seiner Aggressivität einer, der seiner Mannschaft helfen kann, wenn es mal richtig ernst wird.

Quelle: ntv.de