Fußball

Rummenigge soll übernehmen Matthäus will ganz große Lösung für den DFB

Sky-Experte Lothar Matthäus steht am Spielfeldrand. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Lothar Matthäus hat genug vom Chaos beim DFB.

(Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild)

Lothar Matthäus geht die Entwicklung beim DFB enorm gegen den Strich - sportlich und vor allem politisch. Der Rekordnationalspieler sieht den deutschen Fußball verlacht. Um das zu ändern, sollten zwei ganz prominente Köpfe Verantwortung im größten Sportfachverband der Welt übernehmen.

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat in der schwelenden DFB-Führungskrise Karl-Heinz Rummenigge als Nachfolger von Präsident Fritz Keller ins Gespräch gebracht. Es werde Zeit, "dass der größte Fußball-Verband der Welt von jemandem angeführt wird, der aus dem Fußball kommt. Und darum lautet mein großer Wunsch, dass Karl-Heinz Rummenigge oder Rudi Völler auf Keller folgen", sagte der 60-Jährige in seiner Kolumne beim TV-Sender Sky.

"Am liebsten wären mir beide. Rummenigge als Präsident und Völler als Vize. Selbst wenn es am Ende nur einer wird, hätten wir großen Grund zur Freude", sagte Matthäus. "Rummenigge und Völler genießen Ansehen und Renommee in der Welt des Fußballs, und beide beenden demnächst ihr Engagement beim FC Bayern beziehungsweise Bayer Leverkusen."

Keller sei als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes "am Ende. Aber das kann erst der Anfang sein. Die komplette DFB-Spitze muss ausgetauscht werden. Präsident, Vize, Generalsekretär und alle, die zum aktuellen System dazugehören", forderte der Weltmeister von 1990. "Das Bild, das unser Verband seit Jahren, aber vor allem in der jüngsten Vergangenheit abgegeben hat, ist zum Schämen und gipfelt aktuell im Eklat um einen Nazi-Vergleich und die darauffolgende Posse."

Rummenigge fühlt sich ungeeignet

Matthäus geht mit seiner Kritik noch weiter. "Unser fußballerisches Ansehen leidet auch international seit einiger Zeit. Die schlechten Leistungen auf dem grünen Rasen gehen leider schon länger Hand in Hand mit einer Verbandsspitze, für die man sich nicht nur als deutscher Ex-Spieler schämen muss", sagte der ehemalige Weltklasse-Profi. "Wurden wir früher noch für beides bewundert, werden wir jetzt oft ausgelacht."

Ob sich Rummenigge, der zum Jahresende beim FC Bayern ausscheidet, für einen Chefposten beim DFB begeistern ließe? Stand März nicht. Damals hatte Uli Hoeneß seinen langjährigen Mitstreiter schon einmal ins Spiel für einen DFB-Spitzenposten gebracht. Er habe Rummenigge "vor ein, zwei Monaten" sogar schon einmal darauf angesprochen, verriet Hoeneß bei RTL. "Ich glaube, er würde sich da schon geehrt fühlen. Er würde dem deutschen Fußball einen fantastischen Gefallen tun."

Allerdings hatte Rummenigge selbst zuletzt noch einen derartigen Posten ausgeschlossen. "Ich habe noch keinen konkreten Plan", sagt er, "aber ich habe auch keine Angst davor. Es wird mir hoffentlich nicht langweilig werden." Fest steht für ihn nur: "Ich bin völlig ungeeignet für ein Amt in einem Verband." Er habe also "nicht vor, irgendeinem Gremium anzugehören".

Noch mehr Unterstützung für Völler

Der ehemalige DFL-Geschäftsführer und langjährige Bundesliga-Manager Andreas Rettig unterstützt im exklusiven Interview mit der RTL/ntv-Redaktion derweil Völler als möglichen Nachfolger - und bringt wie Matthäus eine Doppelspitze als Lösung des Führungschaos beim Deutschen Fußball-Bund ins Gespräch. "Ich mache natürlich keinen Hehl aus der Wertschätzung, die ich Rudi Völler als Beispiel entgegenbringe. Ich kenne Rudi natürlich noch aus vielen, vielen gemeinsamen Jahren der Zusammenarbeit in Leverkusen. Er ist eine integre Persönlichkeit. Er kommt aus dem Fußball. Er hat Sympathiewerte wie kein Zweiter", so der 58-Jährige über Völler, der erst kürzlich verkündete seinen auslaufenden Vertrag als Geschäftsführer von Bayer Leverkusen nicht verlängern zu wollen. Rudi Völler zeichne sich nicht nur durch seine Sympathiewerte aus, sondern besitze die notwendige Akzeptanz im deutschen Fußball.

Um den schwer beschädigten Posten des DFB-Präsidenten zu stärken, schlägt Andreas Rettig eine Doppelspitze auf der Chef-Position vor: "Das Modell der Doppelspitze, jemand an der Seite von Rudi Völler. Das wäre aus meiner Sicht sicherlich eine Top-Lösung und würde, glaube ich, auch deutlich zur Befriedung der Gesamtsituation beitragen."

Quelle: ntv.de, ter/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.