Fußball

Klassenerhalt in greifbarer Nähe Nürnberg(er) stemmt sich gegen Super-Gau

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Für Nürnberg erfolgreich: Fabian Nürnberger.

(Foto: Sportfoto Zink / Daniel Marr / Pool)

Erst ein einziges Mal in seiner Geschichte steigt der 1. FC Nürnberg in die Drittklassigkeit ab. Im Relegationshinspiel gegen den FC Ingolstadt wehrt sich der "Club" dagegen, dass das noch einmal passiert. Mann des Tages ist jemand, dessen Name ganz eng mit Stadt und Verein verbunden ist.

Dank Fabian Nürnberger darf der 1. FC Nürnberg nach einer bislang verkorksten Saison auf ein Happy End hoffen. Ein Jahr nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga gewann der "Club" das Relegations-Hinspiel gegen den FC Ingolstadt nach zwei Treffern des Mittelfeldspielers (22., 45.) mit 2:0 (2:0) und hat damit eine gute Ausgangsposition, um den Absturz in die 3. Liga zu verhindern. Das Rückspiel findet am Samstag (18.15 Uhr/Amazon Prime, DAZN, ZDF) statt. Der neunmalige deutsche Meister war in seiner 120-jährigen Vereinsgeschichte nur in der Saison 1996/1997 drittklassig gewesen.

1. FC Nürnberg - FC Ingolstadt 2:0 (2:0)

Nürnberg: Mathenia - Valentini, Sörensen, Mavropanos (89. Mühl), Handwerker - Behrens (89. Schleusener), Erras - Hack, Nürnberger - Ishak, Zrelak (60. Frey). - Trainer: Wiesinger
Ingolstadt: Knaller - Paulsen, Antonitsch, Schröck, Gaus - Krauße, Thalhammer - Beister (30. Ananou, 90.+1 Hawkins), Eckert, Elva - Kaya (85. Bilbija), Ayensa. - Trainer: Oral
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Tore: 1:0 Nürnberger (22.), 2:0 Nürnberger (45.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karten: Mavropanos, Nürnberger - Krauße, Eckert Ayensa, Gaus

Unter dem Retter-Duo Michael Wiesinger und Marek Mintal wirkte der "Club" im Vergleich zu den letzten Spielen mit dem geschassten Jens Keller auf der Trainerbank wie verwandelt. Die Franken können sich höchstens vorwerfen, aus der phasenweise drückenden Überlegenheit vor allem in der ersten Halbzeit und vielen Chancen nicht noch mehr gemacht zu haben - Mikael Ishak (4.) und Nürnberger (66.) trafen noch Latte und Pfosten. Die starke Leistung sollte dem "Club" Mut machen für das Rückspiel bei den heimstarken Ingolstädtern, die im Max-Morlock-Stadion kaum gefährlich wurden und in der Abwehr bisweilen überfordert waren.

Breitere Brust bei den Nürnbergern

Wiesinger und Mintal hatten eine gute Woche lang versucht, ihrer Mannschaft neues Leben einzuhauchen. "Der Spirit ist zurück. Die Brust ist breiter geworden", betonte Wiesinger. "Wir wurden sehr gut eingestimmt, im Kurztrainingslager haben sie uns richtig heiß gemacht, die Ansprachen haben gewirkt", verriet Nürnberger.
Tatsächlich begann Nürnberg höchst energisch und dominant. Ein frühes Tor blieb ihm beim Schuss von Adam Zrelak ans Außennetz (2.) zunächst ebenso verwehrt wie beim Kopfball von Ishak an die Latte und einem Schuss von Tim Handwerker, den Ingolstadts Torhüter Marco Knaller so eben abwehren konnte (10.).

Der "Club" wirkte wenig überraschend frischer als die Schanzer, die erst am Samstag ihr letztes Drittliga-Spiel bestritten und dabei den direkten Aufstieg im Fernduell mit den Würzburger Kickers um zwei Minuten verpasst hatten. Nach einer Viertelstunde war die beste Abwehr der 3. Liga dann überwunden - für den 20-jährigen Nürnberger, im März als erster FCN-Profi positiv auf das Coronavirus getestet, war es das erste Saisontor. Das zweite kurz vor der Pause erzielte er zu einem idealen Zeitpunkt: Ingolstadt war gerade ein wenig aufgekommen.

Nürnberg gelang nicht alles, die Leidenschaft war immer zu spüren gegen ermattet wirkende Gäste, die bereits im vergangenen Jahr ebenfalls unter Trainer Thomas Oral in der Relegation gegen den SV Wehen-Wiesbaden am Aufstieg in die 2. Liga gescheitert waren. Gelungen war Ingolstadt der Sprung von der 3. Liga dagegen 2010 - damals unter dem Trainer Michael Wiesinger.

Quelle: ntv.de, Thomas Häberlein, sid

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