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Trainerin Jones nominiert Kader Pechvogel Popp verpasst Frauenfußball-EM

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In Rio konnte Alex Popp mit dem deutschen Team Olympiagold gewinnen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die DFB-Elf muss die Mission EM-Titelverteidigung ohne die verletzte Alexandra Popp starten. Für die Stürmerin ist es nicht die erste EM, bei der sie zum Zuschauen verdammt ist. Bundestrainerin Steffi Jones rückt trotz des Ausfalls nicht von ihrem Ziel ab.

16 Tage vor dem Start der Mission Titelverteidigung bei der Fußball-Europameisterschaft muss Bundestrainerin Steffi Jones den ersten Rückschlag verkraften. Torjägerin Alexandra Popp fällt für die kontinentale Meisterschaft vom 16. Juli bis 6. August in den Niederlanden aus. Die erfahrene Angreiferin vom VfL Wolfsburg zog sich einen Meniskusriss und eine Außenbanddehnung im linken Knie zu und fehlt im endgültigen DFB-Kader der 23 Spielerinnen, den Jones nominierte.

"Das trifft uns hart und ist eine bittere Nachricht, vor allem auch für Alex", sagte Jones zum mehrwöchigen Ausfall von Popp. Die 26 Jahre alte Olympiasiegerin von Rio hatte sich die Verletzung erst am Mittwoch in einem Trainingsspiel gegen eine männliche Jugend-Auswahl zugezogen. Heute brachte eine weitere MRT-Untersuchung die frustrierende Gewissheit über das Ausmaß der Blessur. Die dreimalige Europapokal-Siegerin hatte schon vor vier Jahren die EM in Schweden verpasst, als sie von der damaligen Trainerin Silvia Neid wegen einer Knieblessur nicht berücksichtigt wurde.

"Wir wollen wieder den Titel"

Einen ähnlichen Typ wie Popp mit ihrer robusten und kompromisslosen Spielweise hat Jones nicht zur Verfügung. "Sie ist eine wichtige Spielerin für uns, aber wir werden als Team jetzt noch enger zusammenrücken und den Ausfall im Kollektiv ausgleichen", meinte Jones. Trotzdem bleibt die 44-Jährige vor ihrem ersten großen Turnier als DFB-Cheftrainerin optimistisch und hält am klaren Ziel fest: "Mit der Vorbereitung bin sich sehr zufrieden, und wir haben einen gute Truppe. Wir wollen wieder den Titel."

Aus dem vorläufigen Aufgebot des achtmaligen Europameisters musste Jones neben Popp weitere fünf Akteurinnen streichen, darunter wie vorher vereinbart die beiden Torhüterinnen Lisa Schmitz (Turbine Potsdam) und Carina Schlüter (SC Sand). Zudem schafften auch Johanna Elsig (Potsdam), Pauline Bremer (Olympique Lyon) und die erst 19-jährige Lea Schüller (SGS Essen) nicht den Sprung zur EM. "Wir hatten eine kurze, aber intensive Vorbereitungszeit, in der wir viele Erkenntnisse sammeln konnten. Am Ende waren es knappe Entscheidungen, denn die Qualität im Kader ist sehr hoch", sagte Jones, die sich die Auswahl nicht leicht gemacht hat: "Bei Pauline und Johanna haben nur Nuancen entschieden. Beide haben auf ihren Positionen große Konkurrenz, denn wir haben einen ausgeglichenen, leistungsstarken Kader". Nachwuchstalent Schüller bleibe "eine Spielerin mit Perspektive, die wir im Blick behalten".

Langverletzte Goeßling ist der "Ruhepol"

Angeführt wird der gute Mix aus Alt und Jung von Spielführerin Dzsenifer Marozsan, die wie Innenverteidigerin Josephine Henning mit dem französischen Meister Lyon vor Wochen die Champions League gewann. Die Erfahrensten sind Stürmerin Anja Mittag (32 Jahre/153 Länderspiele) und Abwehrchefin Babett Peter (29/106). Auch auf die lange verletzte Wolfsburgerin Lena Goeßling mochte Jones nicht verzichten. "Sie ist ein Ruhepol im Mittelfeld und hat sich in der Vorbereitung immer besser präsentiert." Quasi-Neulinge sind Anna Blässe, Kristin Demann, Carolin Simon, Sara Doorsoun, Linda Dallmann, Lina Magull, Hasret Kayikci und Mandy Islacker. Sie haben noch nie eine EM oder WM mit der Frauen-Nationalelf bestritten.

Am nächsten Dienstag (17.45 Uhr/ARD) in Sandhausen bestreitet die DFB-Elf gegen Brasilien ihren letzten Härtetest. Nach dem Lehrgang in Heidelberg können die Spielerinnen bis zur Abreise am 12. Juli ins Quartier noch ein wenig durchschnaufen. Mit dem EM-Auftaktmatch gegen Schweden am 17. Juli wird es dann erst. Zudem trifft Deutschland in der Vorrunde noch auf Italien (21. Juli) und Russland (25. Juli).

Quelle: n-tv.de, Ulli Brünger, dpa

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