Fußball

Drei Spiele, drei grobe Fehler Premier League schimpft über Videoassistent

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Bruno Fernandes verwandelte den Elfmeter, nachdem er zuvor selbst - zumindest den Schiedsrichtern nach - gefoult worden war.

(Foto: imago images/PA Images)

Zwei unberechtigte Elfmeter gegeben, ein berechtigter Strafstoß verweigert - und das in nur drei Spielen. Die Videoassistenten in der Premier League erwischen einen Tag zum Vergessen. Die Liga gesteht die Fehler ein, die Aufregung bleibt. Ein Profi hat eine Idee, wie es besser laufen könnte.

Die Premier League hat gleich drei Fehlentscheidungen des Video Assistant Referees (VAR) bei den Spielen des englischen Fußball-Oberhauses eingestanden. Die Premier League teilte mit, dass Rekordmeister Manchester United und Ralph Hasenhüttls FC Southampton keine Elfmeter hätten bekommen dürfen, Tottenham Hotspur jedoch zu Unrecht ein Elfmeter verweigert wurde. Damit gab es in jedem der drei Spiele am Donnerstagabend einen schwerwiegenden Fehler.

Spurs-Teammanager Jose Mourinho polterte nach dem 0:0 beim AFC Bournemouth, dass "jeder auf der Welt" gesehen hätte, dass sein Team einen Elfmeter hätte bekommen müssen, außer VAR-Referee Michael Oliver. Bournemouth-Angreifer Joshua King drückte Spurs-Stürmer Harry Kane in den Rücken, als er eine Flanke verteidigte - Schiedsrichter Paul Tierney gab keinen Elfmeter, auch Videoassistent Michael Oliver griff nicht ein. Oliver, der an diesem Sonntag im Nord-London-Derby von Tottenham gegen den FC Arsenal als Schiedsrichter angesetzt ist, war auch als VAR im Einsatz, als Kane bei der 1:3-Niederlage der Spurs gegen Sheffield United in der vergangenen Woche ein Tor aberkannt worden war.

Mit einem Sieg hätte Tottenham einen Schritt in Richtung Tabellenplatz sechs machen können, der zumindest zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Stattdessen rutschten die Spurs auf Rang neun ab. Die erneute Qualifikation für die Champions League ist für den Finalisten der Vorsaison angesichts von zehn Punkten Rückstand auf Rang vier bei noch vier verbleibenden Spielen so gut wie ausgeschlossen.

"Es muss ein Spieler dabei sein"

Manchester United ging durch den strittigen Elfmeter bei Aston Villa in Führung, vorausgegangen war ein vermeintliches Foul von Ezri Konsa an Bruno Fernandes. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte. Mason Greenwood und Paul Pogba mit seinem ersten Tor seit 15 Monaten sorgten für den 3:0 (2:0)-Endstand. Dean Smith, Manager von Aston Villa, sagte nach dem Spiel, die Entscheidung sei "schändlich".

Der dem FC Southampton fälschlicherweise zugesprochene Strafstoß blieb dagegen folgenlos: James Ward-Prowse war zuvor auf Verteidiger Andre Gomes gefallen, mit seinem Schuss traf er aber nur die Latte. Zwar erzielte Danny Ings kurz darauf die Führung für die Elf von Ex-Bundesligacoach Hasenhüttl, der von Carlo Ancelotti trainierte FC Everton glich durch Richarlison zum 1:1 aus, dabei blieb es bis zum Abpfiff. "Die Leistung des Schiedsrichters war wie die von meiner Mannschaft nicht so gut", sagte der frühere Bayern-Coach.

Der ehemalige australische Nationalspieler Tim Cahill schlug angesichts der Unzuverlässigkeit der Entscheidungen vor, ehemalige Spieler einzusetzen, um die VAR zu unterstützen. "Wenn ein Spieler fällt, um einen Elfmeter zu schinden, dann spürt man das. Es muss ein Spieler dabei sein, der Ratschläge gibt, was der Spieler da tut", sagte Cahill. Die VAR seien da, um die großen Entscheidungen zu treffen, schaffen es aber nicht. "Das ist wirklich enttäuschend", so Cahill.

Quelle: ntv.de, tsi/sid