Fußball

Bundesligisten glänzen im Pokal RB lässt Nürnberg nicht Hauch einer Chance

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RB Leipzig traf früh zum 1:0, der FC Nürnberg schaute bedient drein.

(Foto: imago images/Zink)

Nach der Hertha-Blamage geben sich die Bundesligisten keine Blöße in der ersten Runde des DFB-Pokals. Leipzig, VfL Wolfsburg und der 1. FC Köln siegen torreich und souverän. Borussia Mönchengladbach und der FC Augsburg feiern ein Schützenfest. Eintracht Frankfurt muss am Ende noch einmal zittern.

1. FC Nürnberg - RB Leipzig 0:3 (0:1)

24 Tage nach dem Halbfinale in der Champions League hat Fußball-Bundesligist RB Leipzig im DFB-Pokal souverän die 2. Runde erreicht. Die Mannschaft von Julian Nagelsmann gewann beim biederen Zweitligisten 1. FC Nürnberg hochverdient mit 3:0 (1:0). RB war gegen den Club mit dem neuen Trainer Robert Klauß, der in den vergangenen beiden Jahren Assistent von Nagelsmann war, klar überlegen.

Amadou Haidara brachte den Erstligisten, der am 20. September gegen Mainz 05 in die Bundesligasaison startet, nach einem kapitalen Fehler von FCN-Keeper Christian Mathenia bereits in der 3. Minute in Führung. Danach verpassten es die Gäste bei vielen Chancen, für klare Verhältnisse zu sorgen, ehe der eingewechselte Yussuf Poulsen (67.) und der starke Hee-Chan Hwang (90.) doch noch erhöhten.

Mathenia spielte den Ball völlig unbedrängt in die Beine von Hwang, der scheiterte zunächst noch am FCN-Torwart, doch Amadou traf überlegt im zweiten Anlauf. Hwang von RB Salzburg war im Team von Nagelsmann der einzige Neuzugang in der Startelf. Sieben Akteure hatten auch im Halbfinale in Lissabon gegen Paris St. Germain (0:3) begonnen.

Der FCN fand kein Mittel gegen den abgeklärten Erstligisten, der dem Club über weite Strecken in allen Belangen überlegen war. Einziges Manko bei RB war die Chancenverwertung: Dani Olmo und der quirlige Hwang hätten treffen müssen. Doch zweimal reagierte Mathenia stark, einmal rettete der Ex-Leipziger Krauß auf der Linie. Auch nach der Pause sah Mainz-Coach Achim Beierlorzer als Beobachter einen guten Start von RB. Bei einem Schuss des eingewechselten Emil Forsberg hatte Mathenia erhebliche Probleme (47.). Danach nahm RB etwas das Tempo heraus - ohne in Gefahr zu geraten. Poulsen nach Vorarbeit von Hwang sorgte schließlich für die Entscheidung, und der Neuzugang legte schließlich selbst noch nach.

TSV 1860 München - Eintracht Frankfurt 1:2 (0:0)

Die Pokal-Experten von Eintracht Frankfurt nahmen ihre Auftakthürde mit etwas Mühe. Der Bundesligist setzte sich beim stark aufspielenden Drittligisten 1860 München knapp mit 2:1 (0:0) durch und darf sich damit über einen geglückten Saisonstart freuen.

Für den Pokalsieger von 2018 und Halbfinalisten der Vorsaison trafen Torjäger Andre Silva (51.) und Stürmerkollege Bas Dost (56.) zum Sieg. Philipp Steinhart (78./Foulelfmeter) machte es kurz vor Schluss mit dem Anschlusstreffer noch einmal spannend. Im Vorfeld hatte Eintracht-Trainer Adi Hütter, dessen Vertrag zuletzt bis 2023 verlängert worden war, sein Team als Pokalmannschaft bezeichnet. Im Juni waren die Hessen im Halbfinale noch knapp am späteren Sieger Bayern München (1:2) gescheitert. "Das ist der kürzeste Weg nach Europa, aber wir wissen, dass er auch sehr steinig und schwierig ist", sagte er.

Ein Niveau-Unterschied war zunächst nicht zu erkennen, Münchens Trainer Michael Köllner stellte seine Elf perfekt ein. Die beste Möglichkeit für die Sechziger vergab Kapitän Sascha Mölders, dessen Kopfball am Pfosten landete (23.). Mölders (14., 40.) und Fabian Greilinger (6., 33.) vergaben weitere gute Möglichkeiten der Platzherren, auf der Gegenseite sorgte einzig Dominik Kohr mit einem Distanzschuss ans Aluminium (18.) für Gefahr. Die Löwen konnten ihr Chancenplus aber nicht in Tore ummünzen.

Das rächte sich im zweiten Durchgang. Die Hessen kamen wie ausgewechselt aus der Umkleidekabine, die Passgenauigkeit und Dynamik in der Offensive überforderte die Münchner. Die Führung des Favoriten war die logische Folge. Silva traf per Kopf, nachdem Dost einen weiten Ball ideal für den Portugiesen querlegte. Kurz darauf erhöhte Dost ebenfalls per Kopfball nach einer Flanke von Silva, den die Frankfurter vor Kurzem fest von AC Mailand verpflichtet hatten. In der Schlussphase wurde es noch einmal spannend, nachdem Eintracht-Torhüter Kevin Trapp den heranstürmenden Stefan Lex im Strafraum zu Boden brachte. Steinhart behielt vom Punkt die Nerven, der Ausgleich wollte den Münchnern aber nicht mehr gelingen.

FC Oberneuland - Borussia Mönchengladbach 0:8 (0:5)

Auch ohne Trainer Marco Rose ist Borussia Mönchengladbach locker und leicht in die zweite Pokalrunde spaziert. Die Fohlenelf gewann das "Auswärtsspiel" im eigenen Stadion gegen den Regionalligisten FC Oberneuland klar mit 8:0 (5:0). Gladbach war dabei lange auf Rekordjagd, zum höchsten Pokalsieg der Vereinsgeschichte (11:1 gegen den BSC Hastedt 2018) reichte es aber nicht.

Patrick Herrmann (13./14.) sorgte mit zwei Toren innerhalb von 51 Sekunden früh für klare Verhältnisse, es war der schnellste Doppelpack der Klub-Historie seit Datenerfassung. Vor 300 Zuschauern, alles Fans im Besitz einer Allesfahrerkarte, trafen zudem Jonas Hofmann (19.), Ramy Bensebaini (25.), Nico Elvedi (35.), Florian Neuhaus (52./84.) und Ibrahima Traore (76.).

Im ersten Pflichtspiel der Saison strahlte die Borussia von Beginn an eine große Spielfreude aus, war zudem äußerst effizient, hätte am Ende aber sogar noch höher gewinnen müssen. Nicht auf der Bank saß Rose, der wegen einer Roten Karte aus der Vorsaison gesperrt war und durch ein Trainer-Trio um den ehemaligen Bundesliga-Profi Alexander Zickler vertreten wurde. Für den Champions-League-Teilnehmer erwies sich der Underdog aus Bremen nur zu Beginn als unbequemer Gegner. "Unter sechs Gegentore wäre toll, unter zehn okay, über zehn enttäuschend", hatte FCO-Trainer Kristian Arambasic vor Anstoß gesagt. Der Außenseiter lieferte zwar einen leidenschaftlichen Kampf, kam selbst jedoch kaum über die Mittellinie hinaus. Unmittelbar nach der Pause hatte Onur Uzun den Ehrentreffer auf dem Fuß, verzog aber knapp.

MTV Eintracht Celle - FC Augsburg 0:7 (0:2)

Auch der FC Augsburg ist ohne große Mühe in die zweite Runde eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich setzte sich gegen den niedersächsischen Oberligisten MTV Eintracht Celle nach einer konzentrierten Vorstellung locker mit 7:0 (2:0) durch.

Ruben Vargas (20.) und der starke Neuzugang Daniel Caligiuri (29.) sorgten nach kleineren Startschwierigkeiten für die beruhigende Halbzeitführung. Der eingewechselte Alfred Finnbogason (47., Foulelfmeter), Florian Niederlechner (57.), Andre Hahn (66.) und Fredrik Jensen (88., 90.) machten für den deutlich überlegenen Bundesligisten alles klar.

Union Fürstenwalde - VfL Wolfsburg 1:4 (1:2)

Arbeitssieg zum Vereinsjubiläum: Auf den Tag genau 75 Jahre nach seiner Gründung erreichte der VfL Wolfsburg im DFB-Pokal die zweite Runde. Der Bundesligist setzte sich gegen den brandenburgischen Pokalsieger Union Fürstenwalde glanzlos mit 4:1 (2:1) durch. Die Partie fand ohne Zuschauer in Wolfsburg statt, weil der Viertligist wegen der erforderlichen Hygienemaßnahmen auf sein Heimrecht verzichtete. Der Tabellenfünfte der Regionalliga Nordost ging sogar durch einen in der elften Minute von Darryl Geurts verwandelten Foulelfmeter in Führung. Doch die Niedersachsen drehten schon in der ersten Halbzeit durch zwei Tore von Joao Victor (23. und 29.) das Spiel. Und je länger die Begegnung andauerte, desto deutlicher wurde die Überlegenheit der Norddeutschen. Aber es dauerte exakt eine Stunde, bis Yannick Gerhardt für die endgültige Entscheidung sorgte. Kapitän Joshua Guilavogui (78.) traf zum Endstand.

VSG Altglienicke - 1. FC Köln 0:6 (0:3)

Der 1. FC Köln meisterte seine Pflichtaufgabe auch ohne den wechselwilligen Torjäger Jhon Cordoba dank gnadenloser Effizienz. Das Team von Trainer Markus Gisdol bezwang den Nordost-Regionalligisten VSG Altglienicke nach Heimrechttausch im eigenen Stadion souverän mit 6:0 (3:0) und gewann erstmals seit 190 Tagen wieder ein Pflichtspiel.

Während die Rheinländer vor Geisterkulisse zehnmal in Serie sieglos geblieben waren, erstickten sie vor 300 Zuschauern die Sensationsträume des Berliner Pokalsiegers bereits vor der Pause im Keim. Kapitän Jonas Hector per Foulelfmeter (17.), Elvis Rexhbecaj (36., 63.), Rafael Czichos (43.), Salih Özcan (68.) und Dominick Drexler (86.) schossen den ungefährdeten Erfolg heraus, zum zwölften Mal in Serie überstand der viermalige Titelträger die erste Pokalrunde schadlos.

SV Todesfelde - VfL Osnabrück 0:1 (0:0)

Todesfelde: Landvoigt - Stehnck (80. Gelbrecht), Schulz, Rave (86. Chaumont) - Koth, Sixtus, Bento (80. Studt), Szymczak - Sirmais - Liebert (74. Pajonk), Weidemann (74. Krause). - Trainer: Stramm

Osnabrück: Kühn - Ajdini, Heyer, Beermann, Reichel (89. Susac) - Blacha - Klaas, Henning (46. Schmidt) - Kerk (79. Köhler), Ihorst (61. Santos), Heider (61. Amenyido). - Trainer: Grote

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Tor: 0:1 Klaas (77.)

Den Spielbericht können Sie hier im Re-Live-Ticker nachlesen.

FV Engers 07 - VfL Bochum 0:3 (0:1)

FV Engers: Djordjevic - Freisberg, Kneuper, Haubrich (83. Fiege), Horz - Splettstößer, Runkel (62. Stieffenhofer) - Klappert, Kap (82. Kremer), Schlesiger (68. Hermann) - Köppen (68. Naric). - Trainer: Watzlawik

Bochum: Riemann - Gamboa, Lampropoulos (80. Holtkamp), Leitsch, Soares - Losilla, Tesche - Zoller (72. Bonga), Zulj (62. Eisfeld), Holtmann (62. Pantovic) - Ganvoula (72. Blum). - Trainer: Reis

Schiedsrichter: Florian Heft (Neuenkirchen)

Tore: 0:1 Zulj (23.), 0:2 Zoller (52.), 0:3 Pantovic (65.) Zuschauer:

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RSV Meinerzhagen - SpVgg Greuther Fürth 1:6 i.V. (1:1, 1:1)

RSV Meinerzhagen: Focher - Elmoueden (80. Spais), Wurm, Bauman, Buchwalder - Tomasello (67. Platt), Treude (56. Demir) - Kunkel - Kandziora (80. Sesay), Berlinski, Gräßer (79. Özdemir). - Trainer:

Demir Fürth: Sascha Burchert - Meyerhöfer, Bauer, Barry (46. Jaeckel), Raum - Sarpei (40. Seguin) - Green (106. Stach), Ernst - Hrgota (72. Abiama), Nielsen, Leweling (63. Tillman). - Trainer: Leitl

Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)

Tore: 1:0 Wurm (50.), 1:1 Ernst (72.), 1:2 Green (98.), 1:3 Meyerhöfer (103.), 1:4 Meyerhöfer (105.), 1:5 Abiama (113.), 1:6 Abiama (118.)

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Quelle: ntv.de, dbe/sid