Fußball

Nach UEFA-Pannenshow Real wütet über "Lüge" und "Schande"

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Real-Präsident Florentino Pérez (r.) mit PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi.

(Foto: picture alliance / abaca)

Real Madrid wird bei der Champions-League-Auslosung erst gegen Benfica Lissabon und dann gegen Paris St. Germain gelost. Die Panne sorgt nicht nur für neue Lose, sondern auch reichlich Ärger und neues Feuer im Kampf des spanischen Giganten gegen die UEFA.

Riesen-Aufregung bei Real Madrid. Der spanische Gigant ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge massiv verstimmt. Der Grund: Die Wiederholung der Champions-League-Auslosung. Der La-Liga-Klub bezeichnet demnach die Begründung der UEFA für die erneute Auslosung als eine "Lüge". Offiziell dröhnt jedoch nur das Schweigen. In einer kurzen Mitteilung bezeichnete Reals Direktor für institutionelle Beziehungen, Emilio Butragueño, den Vorgang als "überraschend, bedauerlich und sehr schwer zu verstehen".

Der Grund für die Aufregung, die sich den Medienberichten zufolge beinahe in Richtung Verschwörungstheorien bewegt, ist ein simpler: Real Madrid hält die Wiederholung der Auslosung für nicht ganz legal. Warum? Nun: Die Spanier wurden zuerst gegen Benfica Lissabon gelost, doch nach der Wiederholung der Ziehung muss das Weiße Ballett es nun mit Paris St. Germain, einem der Favoriten auf den diesjährigen Titel, aufnehmen.

Die erste Auslosung war bekanntlich aufgrund "technischer Probleme mit der Software eines externen Dienstleisters" annulliert worden. Zweimal hatte Giorgio Marchetti, der stellvertretende Generalsekretär der UEFA, der die Auslosungszeremonie leitete, simple Fehler begangen. Das hatte in den sozialen Netzwerken für große Erheiterung, bei einigen Vereinen für massiven Ärger und bei der UEFA für die Entscheidung zur Neu-Auslosung gesorgt. Pures Chaos, das von der UEFA mit "technischen Problemen" kleingeredet wurde und jetzt erneut für Ärger bei den Vereinen sorgte.

"Es ist eine Lüge"

Besonders bei Real Madrid, die von den Fehlern bei der Erst-Auslosung nicht betroffen waren. Ihre Partie war bereits gezogen, als das Unheil über die Show kam. Die Lose waren eindeutig: Real gegen Benfica, nicht gegen Paris. Aber anstatt nur die verbliebenen 14 Mannschaften gegeneinander zu losen, wiederholte die UEFA die komplette Auslosung. Real soll dagegen protestiert haben, ohne jeden Erfolg. Nachdem mit Paris ein gewaltiger Brocken aus dem Lostopf gezogen war, hielten es die Königlichen nicht mehr aus. Schon ein wenig, natürlich, denn bis auf Butragueño kommentierte das alles niemand über offizielle Kanäle, doch die Fluttore für waren längst offen. Der Unmut wurde eben der Presse gesteckt. Die nahm es dankbar auf.

"Es ist eine Lüge, dass es ein Software-Fehler war", zitieren die für gewöhnlich exzellent informierten Real-Korrespondenten des US-Senders ESPN eine Vereinsquelle: "Es war ein menschlicher Fehler, beginnend mit der zweiten Paarung. Unsere Auslosung war legal." Auch die spanische Sportzeitung "Marca" wartete mit ähnlichen Einblicken auf. "Skandal", "nicht hinnehmbar", "Betrug" und "Schande" seien nur einige der Reaktionen hinter vorgehaltener Hand gewesen. Das Blatt sah gleich eine neue "Episode im Krieg zwischen Real und der UEFA".

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Der Krieg, der eigentlich ein Streit ist, dreht sich um die unter anderem von Real-Boss Florentino Pérez vorangetriebene Idee einer Superliga. Die hatte im April kurzzeitig für Wirbel in der Fußball-Landschaft gesorgt. Damals hatten zwölf europäische Topklubs aus England, Italien und Spanien versucht, mit einem Konkurrenzprodukt zur Champions League in Konkurrenz zu treten. Unter dem Druck, der von der UEFA, anderen Vereinen, den Fans der teilnehmenden Klubs, aber auch politischen Akteuren aufgebaut wurde, zerbrach die Liga letztendlich innerhalb weniger Stunden.

Bis heute jedoch leisten Real Madrid, der krisengeplagte FC Barcelona und der sich einem langsam aufbauenden Finanzskandal ausgesetzt sehende italienischen Spitzenklub Juventus Widerstand. Die Superliga gilt vorerst zwar als gescheitert, doch die Gefahr eines weiteren Versuchs wird im europäischen Fußball weiterhin als gegeben eingestuft.

Quelle: ntv.de, sue

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