Fußball

BVB leidet mit dem Kapitän Reus fällt "auf unbestimmte Zeit" aus

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Marco Reus muss weiterhin verletzt zugucken.

(Foto: imago images/Matthias Koch)

Mehr als 1000 Tage ist Kapitän Marco Reus bei Borussia Dortmund schon nicht einsatzfähig - es werden noch viele weitere Tage hinzukommen. Der Fußball-Bundesligist muss einen Ausfall "auf unbestimmte Zeit" bekannt geben. Für den 31-Jährigen ist das ganz bitter.

Die schier unendliche Leidensgeschichte von Marco Reus ist um ein Kapitel reicher. Der seit einem halben Jahr verletzte Kapitän von Vizemeister Borussia Dortmund fällt aufgrund einer Sehnenentzündung an der bereits zuvor geschädigten Adduktorenmuskulatur weiter auf unbestimmte Zeit aus. "Es ist leider nicht die erhoffte Besserung eingetreten. Die Sehne ist weiter entzündet. Er kann noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Es ist schwierig, eine zeitliche Prognose abzugeben", sagte Sportdirektor Michael Zorc mit ernster Miene.

Statt beim Start der Vorbereitung mit den Neuzugängen Jude Bellingham (17) und Thomas Meunier (28) sowie Top-Talent Youssoufa Moukoko (15) positiv auf die neue Saison zu blicken, hatte Zorc eine weitere schlechte Nachricht im Gepäck. Abwehrchef Mats Hummels knickte beim individuellen Training um und verletzte sich am Sprunggelenk. "Die Planung ist, dass er in Bad Ragaz in Teilen mit der Mannschaft trainiert", sagte Zorc. Das Trainingslager in der Schweiz findet vom 10. bis 17. August statt.

Für Reus kommt das wohl zu früh. Der 31-Jährige hat nach BVB-Angaben "bei einigen Bewegungen nach wie vor Probleme". Der Nationalspieler hatte sich Anfang Februar beim Pokal-Aus bei Werder Bremen einen Sehnenanriss im Oberschenkel zugezogen. Bei der Behandlung der Verletzung wird ein konservativer Therapieansatz verfolgt.

Urlaub mit dem Physiotherapeuten zahlt sich nicht aus

Dabei hatte Reus auch zuletzt im Urlaub für sein Comeback hart gearbeitet. Die freien Tage verbrachte er nicht nur mit seiner Familie, auf Ibiza war auch Physiotherapeut Thomas Zetzmann mit dabei. Doch rechtzeitig fit wurde er nicht.

Reus kennt die Situation. In seiner Karriere wurde er immer wieder von Verletzungen gestoppt, so verpasste er den WM-Triumph in Brasilien 2014. Seit seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach nach Dortmund im Sommer 2012 stand Reus laut "Kicker" nur in 57,3 Prozent der möglichen Einsatzzeit auf dem Rasen. Dem Meistertitel mit dem BVB jagt er bisher vergeblich nach. "Es hat zwar noch nicht für den ganz großen Coup gereicht, aber man kann sehen, dass wir näher rankommen", hatte er zuletzt im Interview mit dem Vereins-TV erklärt.

Ein noch längerer Ausfall von Reus würde die Chancen verringern, Serienmeister Bayern München nach acht Jahren vom Thron zu stoßen. Nach einem zweiten Corona-Test und individuellen Einheiten wird Coach Lucien Favre am Montag mit dem Mannschaftstraining starten. Der Schweizer steht dabei unter besonderer Beobachtung. Nach zwei Jahren ohne Titel unter seiner Regie soll der Erfolgshunger der Fans endlich gestillt werden. Eine Verlängerung des im Juni 2021 auslaufenden Vertrags ist daher derzeit kein Thema. "Wir haben ein gewachsenes Vertrauensverhältnis zueinander. Verein und Trainer haben festgestellt, dass wir die Notwendigkeit einer Vertragsverlängerung nicht sehen. Wir gehen so in die Saison. Das haben wir miteinander vereinbart und wollen möglichst erfolgreich sein", sagte Zorc.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa