Fußball

England entzieht Unterstützung Rummenigge wirbt für Platini-Kandidatur

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Ein Freundschaftsdienst? Karl-Heinz Rummenigge wirbt für eine weitere Unterstützung von Michel Platini.

(Foto: imago/Mandoga Media)

Der englische Fußball-Verband entzieht Michel Platini nur einen Tag nach der Uefa-Krisensitzung die Gefolgschaft. Bayern-Präsident Karl-Heinz Rummenigge spricht sich indes vehement dafür aus, den Franzosen weiter zu unterstützen, trotz ungeklärter Geldflüsse.

Karl-Heinz Rummenigge hat um Unterstützung für den derzeit für 90 Tage gesperrten Uefa-Präsidenten Michel Platini geworben. "Es ist eine große Verantwortung des europäischen Fußballs gegenüber Michel Platini. Man darf nicht vergessen, er war bis heute ein großartiger Präsident", sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München.

Kurz zuvor war hatte der englische Fußball-Verband FA bekanntgegeben Platini bei dessen Kandidatur als Fifa-Präsident vorerst nicht mehr unterstützen. Zu diesem Schritt hätten neue Informationen aus der Uefa-Krisensitzung in Nyon geführt. Als Ergebnis dieser Erkenntnisse habe das FA-Board beschlossen, dass der Verband die Kandidatur so lange nicht mehr unterstützt, "bis der rechtliche Prozess abgeschlossen und die Position klar ist". Der Franzose müsse in angemessener Weise Gelegenheit bekommen, sich zu den Vorwürfen gegen ihn zur Wehr zu setzen.

Uefa-Verbände stützen ihren Präsidenten

Bei der Krisensitzung am Donnerstag hatten alle 54 Verbände, also auch die FA, der Uefa dem Franzosen noch geschlossen ihr Vertrauen zugesichert und eine schnelle Aufklärung der Anschuldigungen bis "spätestens Mitte November" gefordert. "Es war eine gute, seriöse und sehr konstruktive Sitzung. Dem Gremium ist glaubwürdig vermittelt worden, dass diese Zahlung nicht das ist, was vielleicht der eine oder andere in der Öffentlichkeit glaubt. Es handelt sich absolut nicht um eine Korruptionszahlung", sagte Rummenigge.

Platini war durch die Ethikkommission des Weltverbands Fifa ebenso wie dessen Präsident Joseph Blatter gesperrt worden. Grund ist die von Rummenigge erwähnte - bislang aber unerklärte - Millionen-Zahlung von Blatter an Platini im Jahr 2011. Diese hat Blatter indes erneut als rechtmäßig verteidigt. "Das war ein Vertrag, den ich mit Platini hatte. Dazu kann ich aber jetzt keine Details geben. Aber es war alles rechtens", sagte er dem Walliser Lokal-Sender "rro" und sprach von einem "Gentlemen's Agreement".

Platini hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend angekündigt, seinen Namen reinwaschen und an seiner Kandidatur für die Fifa-Präsidentenwahl am 26. Februar festhalten zu wollen. "In diesen schwierigen Zeiten muss man ihm die Chance geben, dass er seinen juristischen Weg zu Ende geht und hoffen, dass er seinen Namen wieder reinwaschen kann", sagte Rummenigge.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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