Fußball

Hamann: "Andere werden Meister" Sammer sieht nur eine Delle beim FC Bayern

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Nach dem Aus gegen Dortmund: Javier Martínez, Thomas Müller und Philipp Lahm.

(Foto: imago/Hartenfelser)

Und, wie geht's weiter beim FC Bayern? Das wird schon, sagt der ehemalige Sportdirektor Matthias Sammer: "Wo ist das Problem?" Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann hingegen prophezeit dem Primus aus München große Probleme. Zu unruhig gehe es zu.

Wie geht's eigentlich dem FC Bayern? Bestens, sagt Matthias Sammer. Die Münchner, so glaubt ihr ehemaliger Sportvorstand, würden den Umbau des Kaders schon bewältigen. "Ich glaube, dass Bayern eine super Mannschaft hat. Nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft. Wo ist das Problem, in Veränderungsphasen mal eine Delle in Kauf zu nehmen, wenn man strategisch vorgeht?", sagte Sammer in einem Interview mit der "tz" und dem "Münchner Merkur". Der FC Bayern hat, das zur Erinnerung, am Mittwoch gegen Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals verloren und war in der Woche zuvor gegen Real Madrid im Viertelfinale aus der Champions League geflogen.

Deutscher Fußballmeister werden die Münchner aber dennoch - wenn alles für sie läuft, sogar schon heute, wenn sie (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in Wolfsburg spielen. "Bayern hat eine gute Mischung", sagte Sammer. "Der FC Bayern hat mit Joshua Kimmich einen der talentiertesten Spieler der Welt, nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich. Ich halte auch von Renato Sanches extrem viel - auch wenn das bislang leider noch nicht sichtbar war. Der Junge ist ein super Fußballer, genauso wie Kingsley Coman." Sammer war im Sommer vergangenen Jahres aus gesundheitlichen Gründen bei den Münchnern zurückgetreten. Trainer Carlo Ancelotti allerdings setzt in dieser Saison eher auf die erfahrenen Spieler. Kimmich, Coman und Sanches traut der Italiener offensichtlich noch nicht genug zu.

"Bayern werden Probleme bekommen"

Dietmar Hamann, seines Zeichens ehemaliger Nationalspieler und nun von Beruf Experte für Fußballfragen aller Art, sagt den Münchnern schwere Zeiten voraus: "Ich glaube, dass die Bayern in den nächsten drei, vier Jahren große Probleme bekommen werden", sagte er dem Bezahlsender Sky. In den nächsten fünf Jahren sehe er "mit Sicherheit einen, wenn nicht zwei oder drei andere Meister als die Bayern". Hamann weiß auch, warum der Klub aus beiden Pokalwettbewerben ausgeschieden ist. Er hat Meinungsverschiedenheiten in der Klub-Führung erkannt: "Sie müssen schauen, dass sie wieder mit einer Stimme sprechen. Es ist immer wieder Unruhe da, die mit Sicherheit nicht förderlich ist."

Als Beispiel nannte Hamann die Personalien Max Eberl und Philipp Lahm, die den seit Sammers Rücktritt vakanten Posten des Sportdirektors nicht besetzen werden. "Bei beiden gab es keinen Vollzug. Früher war es so: Da wurde intern besprochen, an wen man rangeht, dann hat man ein Angebot gemacht und die besten Leute sind zu Bayern München gekommen. Das ist im Moment nicht der Fall."

Beim nach Meinung der meisten Kritiker unbedingt notwendigen Umbruch im Kader warnt Hamann davor, zu stark auf prominente Namen zu setzen. "Man kann nicht nur immer gestandene Spieler kaufen, die unheimlich viel Geld kosten, weil du auch nicht weißt, ob sie funktionieren", sagte Hamann, der sich mehr Spielzeit für den 22 Jahre alten Nationalspieler Kimmich wünscht: "Du hast den wahrscheinlich besten Nachwuchsspieler Deutschlands in deinen Reihen, und der kommt über einige Auswechselminuten nicht hinaus. Das muss mit dem Trainer abgesprochen und geklärt werden."

Quelle: n-tv.de, sgi/sid/dpa

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