Fußball

Larsson "total emotionalisiert" Schalke verfolgt mit Ex-Weltstar-Sohn nur ein Ziel

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Jordan Larsson ist neu auf Schalke.

(Foto: picture alliance / TT NYHETSBYR?N)

Bundesliga-Rückkehrer Schalke 04 bestätigt einen prominenten Neuzugang für den Sturm. Dennoch kann es in der neuen Saison nur ein Ziel geben. Das gilt auch für Mitaufsteiger Werder Bremen. Bei beiden Klubs gibt es spezielles Offensiv-Fragezeichen.

Sie sind zusammen 251 Jahre alt und kommen addiert auf 110 Spielzeiten in der Fußball-Bundesliga: Aber Tradition schießt keine Tore, und deshalb geht es für Schalke 04 und Werder Bremen nur darum, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Denn durch das doppelte einjährige Zweitliga-Intermezzo haben sich die Perspektiven der beiden einstigen Bundesliga-Granden ganz erheblich verändert.

"Sollte uns der Klassenerhalt gelingen, hätte das den gleichen Stellenwert wie unser Aufstieg. Und das ist keine falsche Bescheidenheit", sagte Schalkes Sportvorstand Peter Knäbel. Denn immer noch nagt die vorletzte Saison am Selbstvertrauen und auch am Selbstverständnis der Königsblauen.

Ganze 16 Punkte sammelte Schalke in 34 Spielen ein, von denen 24 verloren gingen. Ähnliche Auflösungserscheinungen dürfen sich in Gelsenkirchen, auch dies fällt in den Aufgabenbereich des neuen Trainers Frank Kramer, auf keinen Fall wiederholen.

"Voll auf Schalke gepolt"

"Wir haben richtig Bock auf Köln", sagte der S04-Coach auf der Pressekonferenz vor dem Saison-Premierenspiel am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN und im Liveticker von ntv.de) beim 1. FC Köln: "Wir freuen uns total, dass es losgeht." Kurz vor dem Ligastart wurde der Kader noch durch den schwedischen Stürmer Jordan Larsson verstärkt. Kramer: "Jordan passt mit seiner Art Fußball zu spielen sehr gut zu uns. Er sucht immer wieder das Eins-gegen-Eins und ist jederzeit in der Lage, sich mit seinem Tempo und seiner Technik durchzusetzen."

Der 25-jährige Sohn von Torjäger-Ikone Henrik Larsson, der seinen Vertrag bei Spartak Moskau Ende Juni aufgelöst hatte, wird bis 2025 verpflichtet. "Ich bin sehr glücklich darüber, dass der Wechsel zustande gekommen ist. Schalke 04 hat in den vergangenen Monaten eine beeindruckende Entwicklung genommen, die ich aus der Ferne aufmerksam verfolgt habe", kommentierte der neue Angreifer der Königsblauen. "Jordan ist total emotionalisiert, er ist voll auf Schalke gepolt. Ich habe selten einen Spieler erlebt, der so viel zum Verein nachgefragt hat. Er passt wunderbar zu unserer Mannschaft, und wir sind froh, dass er bei uns ist", sagte Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder.

Im Vergleich zu Schalke schrammte der SV Werder vor 15 Monaten deutlich knapper am Klassenerhalt vorbei. Aber auch die Zielstellung der Hanseaten zielt ganz eindeutig darauf ab, in der Beletage des deutschen Profifußballs zu bleiben. Exakt so schätzt auch Stefan Effenberg die sportliche Lage des Duos ein.

Keine Ehrfurcht an der Weser

"Erstmal wird es nur darum gehen, so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. An alles andere sollte gar nicht erst gedacht werden", sagte der Ex-Nationalspieler im SID-Interview. Vor Ehrfurcht erstarren allerdings will man an der Weser auch nicht. Trainer Ole Werner: "Wir sind nicht aufgestiegen, um uns die Topspieler aus der Nähe anzugucken. Da hätte eine Eintrittskarte für die Tribüne gereicht."

Aber der erst 34 Jahre alte Coach ist als Bundesliga-Neuling verständlicherweise besonders gespannt auf die neue sportliche Umgebung. Ein Weiter-so auf dem Spielfeld, das ist Werner klar, kann es in Liga 1 nicht geben. "Wir wollen unsere Art von Fußball bestmöglich beibehalten, trotzdem werden Anpassungen nötig sein", sagte der Fußballlehrer. Für sich selbst ergänzte er: "Im Kern habe ich immer Spaß am Trainerjob gehabt, egal in welcher Liga."

Viel wird für die Norddeutschen davon abhängen, ob sich das Stürmerduo mit Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch als weiterhin treffsicher erweist. Zumindest Ducksch konnte seine Erstligareife in der Vergangenheit bei Borussia Dortmund, dem SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf nicht unter Beweis stellen. "Jetzt aber bin ich älter und stärker", sagte der 28-Jährige der "Sport-Bild".

Ein ähnliches Image hängt aber auch Schalkes Torjäger Simon Terodde an, der sich weder beim VfB Stuttgart noch beim 1. FC Köln dauerhaft etablierte. Und sein Einsatz beim Liga-Auftakt in Köln ist überdies wegen muskulärer Probleme gefährdet.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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