Fußball

Süle befreit sich beim FC Bayern "Scheißegal, was geschrieben wird"

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Kolossale Freude.

(Foto: REUTERS)

Nach dem Abschluss "eines herausragenden Champions-League-Jahres" freut sich Trainer Hansi Flick auf die Achtelfinal-Auslosung. Ein schnelles Wiedersehen mit Lionel Messi und dem FC Barcelona nach der Halbfinal-Demütigung Mitte August ist möglich. Erstmal zählt für den FC Bayern aber etwas anderes.

Über den Achtelfinalgegner mochte Hansi Flick nach dem gelungenen Jahresabschluss des Titelverteidigers in der Champions League nicht groß spekulieren. "Ich kann es ja eh nicht ändern", sagte der Trainer des FC Bayern nach dem 2:0 im letzten Gruppenspiel gegen Lokomotive Moskau und war einfach nur zufrieden. "Wir haben das erreicht, was wir uns vorgenommen haben. 2020 war ein herausragendes Champions-League-Jahr für uns mit dem Titel. Wir wollten es mit einem Sieg abschließen - und das haben wir geschafft." Der Rekordmeister beendete die Vorrunde wie in der vergangenen Saison, als am Ende der Titel stand, ungeschlagen. Nur beim 1:1 gegen Atlético Madrid glückte kein Sieg.

FC Bayern München - FC Lokomotive Moskau 2:0 (0:0)

München: Neuer - Sarr, Boateng (69. Richards), Süle, Davies (69. Hernandez) - Marc Roca, Goretzka (61. Musiala) - Sané (85. Stiller), Müller (46. Gnabry), Douglas Costa - Choupo-Moting. - Trainer: Flick
Moskau: Guilherme - Schiwogljadow, Corluka, Rajkovic, Rybus - Magkejew - Kamano (76. Josifow), Ignatjew, Rybtschinski (88. Siljanow), Mirantschuk - Eder. - Trainer: Nicolic
Schiedsrichter: Sandro Schärer (Schweiz)
Tore: 1:0 Süle (63.), 2:0 Choupo-Moting (80.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karten: Boateng, Sané - Schiwogljadow (2)

Nationalspieler Niklas Süle, der erstmals überhaupt in Europas Fußball-Königsklasse und erstmals seit April 2019 in einem Bayern-Pflichtspiel traf, sowie Eric Maxim Choupo-Moting sorgten für die Tore bei der Geduldsprobe gegen den russischen Vizemeister. Ausgerechnet Süle, um den sich in den vergangenen Wochen eine skurrile Posse entsponnen hatte. Fit genug für Bundestrainer Joachim Löw und die Nationalmannschaft, aber offenbar nicht für Flick und den FC Bayern - so die radikal verkürzte Zusammenfassung der Ereignisse. Es ging dabei Medienberichten zufolge auch um das Gewicht des Abwehrspielers. Nun, vergessen. "Uns alle freut, dass Niki uns auf die Siegerstraße gebracht hat", sagte Flick: "Nach dem 1:0 war mir klar, dass wir das Spiel gewinnen, weil wir auch in der Defensive gut gestanden haben.

"Ich bin sehr glücklich, dass wir heute die Gruppe mit einem Sieg abgeschlossen haben, weil wir 2020 in diesem Wettbewerb einfach unglaublich stark waren", erinnerte Süle an die glorreichen Tage aus dem August, als die Münchner das Triple perfekt machten. "Wir haben das Beste daraus gemacht mit diesem Abschluss. Das ist das Einzige was zählt." Angesprochen auf die Kritik der vergangenen Wochen sagte er: "Was geschrieben wird, ist scheißegal." Flick bescheinigte dem 25-Jährige später dann auch eine Entwicklung, mit der er "zufrieden" sei.

Auch Choupo-Moting, der den angeschlagenen Stürmer Robert Lewandowski ersetzte, war zufrieden. Und stolz. Mit erhobener Faust im Anschluss an seinen Treffer zeigte er eine symbolische Geste im Kampf gegen Rassismus. "Man muss ein Zeichen setzen, man darf nicht aufhören, gegen Rassismus zu kämpfen", betonte der Ex-Paris-St.-Germain-Profi.

"Das ist genau die richtige Geste"

Seine letztjährigen Teamkollegen hatten am Dienstagabend zusammen mit den Spielern von Basaksehir aus Istanbul den Platz verlassen, nachdem der Vierte Offizielle den Istanbuler Co-Trainer Pierre Webo mit dem in Deutschland als "N-Wort" umschriebenen Begriff bezeichnet haben soll. "Wir haben eine Vorbildfunktion. Den Spielern muss man Respekt zollen, das ist genau die richtige Geste", sagte Flick.

Sportlich nahmen die Münchner nicht nur die Auslosung am Montag ins Visier, bei der ein schnelles Wiedersehen mit dem in der Vorsaison knallhart mit 8:2 abgefertigten FC Barcelona möglich ist. Drei Bundesliga-Spiele gegen Union Berlin, den VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen sollen zum Abschluss des Dauer-Titeljahres noch gewonnen werden. "Wir freuen uns auf die Spiele. Wir können für uns als FC Bayern ein tolles Jahr beenden", sagte Flick. Für die Aufgabe in Berlin rechnet er auch mit der Rückkehr von Lewandowski.

Gegen Moskau gab der vergangene Saison so spektakulär aufspielende Alphonso Davies nach seiner Verletzung am Sprunggelenk aus dem Oktober sein Comeback. Nach 69 Minuten wurde er gegen Lucas Hernández ausgewechselt. "Ich glaube, er hätte auch 90 Minuten durchspielen können", sagte Flick. "Er kann mit seinem Comeback wirklich sehr zufrieden sein." Geschont wurde gegen Lokomotive auch Abwehrchef David Alaba.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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