Schmerzensschreie schocken 96Hertha BSC wird trotz Traumtor kräftig vermöbelt

Hertha BSC entfernt sich in der 2. Fußball-Bundesliga wieder weit von den Aufstiegsrängen. Am 23. Spieltag setzt es eine harte Klatsche in Paderborn. Eine möglicherweise schwere Verletzung bringt das Stadion in Hannover zum Schweigen.
SC Paderborn - Hertha BSC 5:2 (3:1)
Fußball-Zweitligist Hertha BSC muss den Traum von der Rückkehr in die Bundesliga langsam abhaken. Beim direkten Konkurrenten SC Paderborn verloren die Berliner am Sonntag mit 2:5 (1:3) und kassierten den nächsten harten Rückschlag im Aufstiegsrennen. Mit 34 Punkten liegt das Team von Trainer Stefan Leitl zehn Zähler hinter Relegationsrang drei.
Paderborns Sebastian Klaas (7.), Tjark Scheller (20.), Nick Bätzner (45.+4), Mika Baur (65./Foulelfmeter) und Raphael Obermair (68.) brachten Hertha die bittere Pleite bei, Luca Schuler (39.) und Josip Brekalo (70.) trafen für den Hauptstadtklub. Mittlerweile stehen die Berliner bei lediglich einem Sieg aus den vergangenen neun Ligapartien. Der SCP (43 Punkte) darf auf die Aufstiegsränge schielen.
Im ersten Durchgang spielte zunächst nur der Gastgeber, Hertha agierte viel zu harmlos. Folglich drückte Klaas eine Flanke von Obermair über die Linie. Die Berliner liefen in der Folge fast nur hinterher. Scheller erhöhte nach einem Eckball.
In dieser Drangphase veredelte Schuler Herthas ersten gefährlichen Angriff per Hacke zum überraschenden Anschlusstreffer. Unmittelbar vor der Pause vergaben Ruben Müller (44.) und Stefano Marino (45.) beste Chancen für Paderborn, ehe Bätzner einen Abpraller in der Nachspielzeit einschoss.
Nach der Pause wechselte Leitl dreifach, Hertha wirkte etwas griffiger Angeführt von Fabian Reese machten die Gäste nun mehr, der Kapitän (59.) traf den Pfosten. Dieses Aufbäumen wurde aber jäh unterbunden, als Ernst Marino im Strafraum foulte und Baur den fällig Elfmeter verwandelte. Wenig später legte Obermair nach, der Treffer des eingewechselten Brekalo kam zu spät für Hertha.
Preußen Münster - 1. FC Kaiserslautern 2:3 (1:3)
Preußen Münster kann seine Talfahrt in Richtung Tabellenkeller einfach nicht stoppen. Die Preußen verloren 2:3 (1:3) gegen den 1. FC Kaiserslautern und warten damit seit neun Partien auf einen Sieg. Kapitän Marlon Ritter traf per Foulelfmeter (9.) und aus kurzer Distanz (40.) für den FCK, Norman Bassette (45.+1) legte nach. Die beiden Tore des Ex-Lauterers Jannis Heuer (21., 87.) waren zu wenig für Münster.
"Wir haben sehr viel Grund, an diesen Sieg zu glauben. Wir haben schon viele coole Spiele zu Hause gemacht - auch wenn zuletzt das ein oder andere Unentschieden zuviel dabei war", sagte Münsters Trainer Alexander Ende kurz vor dem Anpfiff bei Sky: "Es wird eklig werden. Diese Facette müssen wir komplett annehmen."
Beide Mannschaften leisteten sich in der ersten Hälfte zahlreiche Fehler in der Defensive, die zu großen Chancen führten. Es hätten noch wesentlich mehr als vier Tore fallen können. Die Führung der Roten Teufel zur Pause dank der Saisontreffer Nummer fünf und sechs von Ritter sowie dem ersten Tor des Belgiers Bassette im FCK-Trikot war vor allem den groben Abwehrschnitzern der Gastgeber geschuldet.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs vergaben Bassette für die Gäste (49.) und Oliver Batista Meier für Münster (52.) gute Möglichkeiten. Wenig später sorgte Ritter bei seiner Auswechslung (65.) für Aufregung. Der Mittelfeldspieler, der kurz zuvor die fünfte Gelbe Karte gesehen hatte und im kommenden Spiel gegen seinen Ex-Klub SC Paderborn gesperrt fehlen wird, ging nach einem Wutausbruch direkt in die Kabine - kam nach ein paar Minuten aber zurück auf die Ersatzbank.
Hannover 96 - Dynamo Dresden 0:0
Dämpfer für den Aufstiegsaspiranten: Hannover 96 hat gegen Dynamo Dresden einen fest eingeplanten Heimsieg in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Die zuletzt formstarken Niedersachsen kamen gegen den Abstiegskandidaten nach einer zähen Partie nicht über ein 0:0 hinaus und ließen Federn im Kampf um einen der ersten drei Plätze.
Anstatt nach Punkten mit dem Tabellendritten SV Elversberg gleichzuziehen, liegt Hannover nun zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Dresden bleibt trotz des überraschenden Punktgewinns Tabellenvorletzter.
Hannover startete mit vier Ligasiegen in Folge im Rücken in die Partie. Doch in der ersten Hälfte wurde das Team von Christian Titz kaum gefährlich. Ohne echte Torchancen ging es nach einer bis dahin eher unansehnlichen Partie in die Kabinen.
Anschließend war 96 die bessere Mannschaft - Winterzugang Elias Saad scheiterte am gut aufgelegten Dresdner Schlussmann Tim Schreiber (63.). Der Keeper reagierte auch gegen den frei vor ihm auftauchenden Boris Tomiak glänzend (71.). Tomiak musste wenig später auf einer Trage vom Feld gebracht werden - Hannovers Abwehrchef litt nach einem Zusammenstoß offenbar unter starken Schmerzen im Schulterbereich. Seine weit hörbaren Schmerzensschreie sorgten für Stille in der Arena, bevor er nach mehreren Minuten Behandlungspause vom Platz gebracht wurde.