Fußball

Bayer zieht die Notbremse Schmidts Aus war längst überfällig

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Tabellenplatz zehn und keine Aussicht auf Besserung: das ist das Ende für Roger Schmidt.

(Foto: imago/Team 2)

Fünf Niederlagen in den letzten sieben Spielen, dazu das drohende Aus in der Champions League - für Bayer Leverkusen läuft es derzeit richtig mies. Darauf reagiert der Verein nun. Die Entlassung ihres Trainers ist das einzig Richtige.

Jetzt ist er also weg: Roger Schmidts Aus bei Bayer Leverkusen ist der logische Konsequenz aus einer extrem mühsamen Saison. Während der Trainer es bis zum Schluss noch mit Schönfärberei probierte, ließ sich der Vorstand nicht beirren. Unterschiedlicher hätte die 6:2-Niederlage in Dortmund nicht kommentiert werden können: Schmidt: "Meine Mannschaft hat einen sehr guten Auftritt hingelegt." Leverkusen-Geschäftsführer Michael Schade: "desaströs."

Überhaupt: Es läuft schon die ganze Saison nicht. Und so ist es kaum verwunderlich, dass die aktuelle Spielzeit die schlechteste für Bayer Leverkusen seit 14 Jahren ist. Von Anfang an läuft wenig zusammen. Und statt eine Umkehr zu schaffen, wurde es zuletzt nur noch schlimmer. In den vergangenen sieben Spielen hagelte es fünf Niederlagen. Die Folge: nur Platz zehn in der Tabelle. Dass sich die Bayer AG den Titel "Vizekusen" offiziell beim Marken- und Patentamt in München hat schützen lassen, erscheint mittlerweile komplett überflüssig.

Noch aussichtsloser sieht es für Leverkusen in der Champions League aus. Während man dem 49-jährigen Schmidt zumindest zugutehalten kann, dass er Bayer in den vergangenen drei Spielzeiten jedes Mal in die Königsklasse führte, droht nun das Aus im Achtelfinale. Will Bayer überhaupt noch eine Chance aufs Weiterkommen bewahren, ist es nur die logische Folge, dass etwas an der Mannschaft verändert werden muss. Denn die Aussicht darauf ist nach der herben 2:4-Hinspiel-Niederlage gegen Atletico Madrid ohnehin sehr gering.

Dabei hat es sich der Verein zum Teil auch selbst zuzuschreiben. Denn während Schmidt offenbar bis zuletzt schalten und walten konnte wie er wollte, haben ihn Schade sowie Sportdirektor Rudi Völler immer wieder öffentlich in Schutz genommen. Dass er Torjäger und Vereinslegende Stefan Kießling völlig abgesägt hat, wurde hingenommen. Nun taucht allein Chicharito weiter oben in der Torschützenliste auf.

Doch noch schlimmer wiegt die extrem anfällige Defensive der Leverkusener. Da von den etablierten Spielern allerdings lediglich Lars Bender gefühlt öfter auf der Verletztenliste zu finden ist als im Kader, stellte Schmidt sein Team offenbar nicht richtig ein. An dem 27-Jährigen allein kann es schließlich nicht liegen, dass Bayer in der Bundesliga bereits 38 Gegentore kassierte.

Mit dem frühen Pokal-Aus hat das Team darüber hinaus bereits eine weitere Chance verspielt, sich ein paar Lorbeeren zu verdienen. Zusätzlich dürften mehrere Fehltritte Schmidts nicht dazu beigetragen haben, dass das Vertrauen der Bayer-Gesellschafter in ihren Trainer wächst. Schließlich spricht es nicht gerade für einen Trainer, wenn er wegen Gemeckers an der Seitenlinie gesperrt wird.

Quelle: ntv.de