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Sport
Christopher Avevor bejubelt seinen späten Siegtreffer.
Christopher Avevor bejubelt seinen späten Siegtreffer.(Foto: dpa)
Sonntag, 25. Februar 2018

Hochrisikospiel? Tolle Partie!: St. Pauli siegt im Nord-Knaller ohne Krawall

Von Julian Vetten, Hamburg

Im September überlagert ein Platzsturm das Nordduell zwischen Holstein Kiel und dem FC St. Pauli. Vor dem Rückspiel in Hamburg sind die Sorgen groß, erneut Ausschreitungen zu erleben. Nach dem Derby aber wird frenetisch gejubelt.

Manchmal verkommt im Fußball das Sportliche zur Nebensache, leider. So wie vor dem Nordderby zwischen dem FC St. Pauli und Holstein Kiel: Das Hinspiel blieb nicht dank des unspektakulären Siegs der Hamburger in Erinnerung, sondern wegen unschöner Szenen im Vorfeld der Partie. Rund 30 vermummte Kiel-Anhänger stürmten während des Aufwärmprogramms den Platz und wurden unter anderem von leicht überengagierten Spielern des Gastvereins gestoppt. Nun also das Rückspiel auf St. Pauli: Würde es an diesem Sonntag ähnlich turbulent zugehen wie im vergangenen September?

Sieht nach G20 aus, ist aber Fußball: Das Polizeiaufgebot vor dem Spiel ist enorm.
Sieht nach G20 aus, ist aber Fußball: Das Polizeiaufgebot vor dem Spiel ist enorm.(Foto: imago/osnapix)

Klare Antwort: Nein. Die 29.546 Zuschauer im ausverkauften Millerntor-Stadion sahen beim 3:2 (1:2)-Sieg des FC St. Pauli ein Fußballfest vom Feinsten. Dass hier ein Hochrisikospiel gepfiffen wurde, merkte man der Partie zu keinem Zeitpunkt an. Einzig ein bisschen bunte Pyrotechnik, gezündet von St.-Pauli-Ultras auf der Südtribüne, sorgte vor Anpfiff für eine kurze Ablenkung vom Sportlichen. Für frenetischen Jubel von den Tribünen sorgten der Doppelpack von Richard Neudecker (11. Minute, 74.) sowie Christopher Avevors Lucky Punch in der 89. Minute. Die durch die Tore von Kingsley Schindler (14.) und Marvin Duksch (19.) lange führenden Kieler mussten gesenkten Hauptes gen Norden zurückfahren. In der Tabelle schließt St. Pauli dank des Sieges bis auf drei Punkte zu Holstein auf, während die Kieler nur wegen des besseren Torverhältnisses noch Platz drei vor Duisburg halten.

"Wir schaffen es nicht, den Sack zuzumachen", sagte Kiels Trainer Markus Anfang enttäuscht. Ganz anders dagegen St. Paulis Trainer Markus Kauczinski: "Wir freuen uns auf das nächste Topspiel am nächsten Sonntag und wollen dann das nächste Topteam ärgern." Dann geht es gegen die zweitplatzierte Fortuna aus Düsseldorf.

"In Hamburg sagt man Tschüß"

In den ersten zehn Minuten ließ wenig darauf schließen, dass dieses Derby sich zu einem echten Fußballkrimi entwickeln würde: Wie angefroren schoben sich die Spieler übers Feld, bei Minusgraden und einem eiskalten Wind, der den Schnee fast horizontal durch die Gegend blies, fast schon verständlich. Wärmer wurde es zwar im Anschluss auch nicht, aber gleich drei Tore innerhalb von acht Minuten sorgten dafür, dass die Atmosphäre hitziger wurde. Vor allem die 2800 mitgereisten Kieler Fans schrien sich die Seele aus dem Leib, während die Fans der Braun-Weißen den Schock des Kieler Doppelpacks erstmal verdauen mussten.

Auch die Spieler des FC St. Pauli brauchten lange, um sich zu schütteln und hatten über weite Strecken enormes Glück, dass die Kieler ihre mannigfaltigen Chancen nicht konsequent genug umsetzten. Trotzdem: Eine konfuse Defensive, wie sie die Hamburger zwischen Minute 20 und 70 zeigten, darf einem gegen das offensivstärkste Team der Liga eigentlich nicht passieren. Und auch von den sonst so gefährlichen Kontern der Hamburger war lange nichts zu sehen. Ein Glück für St. Pauli, dass sowohl auf Keeper Robin Himmelmann als auch auf den überragend aufspielenden Neudecker, der in der 74. Minute mit seinem hübsch anzusehenden Volleyschuss die Wende einleitete, Verlass war.

Dass Avevor kurz vor Schluss schließlich sogar noch zum 3:2 einköpfte, spiegelt zwar nicht unbedingt den Spielverlauf wider, dürfte die Hamburger Fans aber kaum interessieren. Die verloren sich da längst in frenetischem Jubel, kein Gedanke mehr an Platzstürme und Risikospiele. Einzig der Stadionsprecher konnte sich eine letzte Spitze in die Kieler Richtung nicht verkneifen: "In Hamburg sagt man Tschüß!"

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Quelle: n-tv.de