Fußball

Drama im Bundesliga-Gipfel Superjoker Alcácer watscht FC Bayern ab

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Paco Alcácer wird in der 59. Minute eingewechselt - und trifft in der 73. Minute zum Sieg.

(Foto: dpa)

Die Partie macht dem Namen Topspiel alle Ehre: Borussia Dortmund und der FC Bayern bieten mehr als 95 Minuten Vollgas-Fußball, spektakuläre Chancen und insgesamt fünf Tore. Das bessere Ende hat der BVB, der seine Tabellenführung komfortabel ausbaut.

Der Signal Iduna Park stand förmlich Kopf: "Deutscher Meister wird nur der BVB", skandierte die Südtribüne nach dem 3:2 (0:1)-Erfolg von Borussia Dortmund im deutschen Clasico gegen Bayern München. Der Rekordmeister wurde am elften Spieltag vom BVB weiter distanziert und rangiert schon sieben Punkte hinter dem Tabellenführer.

Der Mann des Tages aufseiten der Borussen war neben Superjoker Paco Alcácer eindeutig Kapitän Marco Reus, der mit zwei Toren maßgeblichen Anteil an der Wende in der zweiten Halbzeit hatte. "Ich fand generell, dass wir uns in der ersten Halbzeit nicht viel zugetraut haben", sagte Reus bei Sky, "in der zweiten Hälfte haben wir Fußball gespielt, es war geiles Spiel, und es hat einen Riesenspaß gemacht, auf dem Platz zu stehen." Die Dortmunder haben mit dem Dreier einen riesigen Schritt Richtung Herbstmeisterschaft gemacht. Reus (49., Foulelfmeter/67.) glich zunächst die zweimalige Führung der Gäste durch Robert Lewandowski (26./52.) aus, ehe Superjoker Alcácer (73.) zum Sieg traf. In der fünften Minute der Nachspielzeit wurde Lewandowskis 3:3 wegen Abseits zu Recht nicht anerkannt.

Hummels "hätte zur Halbzeit rausgehen sollen"

Die Bayern waren sichtlich angeschlagen. "Das Problem waren die Fehler, die uns passiert sind. Die Dortmunder haben im eigenen Stadion kontern können, wir haben es zugelassen", sagte Nationaltorwart Manuel Neuer: "Beim Elfmeter sucht er den Kontakt, und ich ziehe die Hände weg." Bayerns Abwehr-Ass Mats Hummels, ein Ex-Dortmunder, wurde in der 65. Minute auf eigenen Wunsch aufgrund einer starken Erkältung ausgewechselt. "Ich hätte vielleicht schon zur Halbzeit rausgehen sollen, weil ich nicht richtig da war und ein dumpfes Gefühl im Kopf hatte", meinte der 2014er-Weltmeister.

Die Bayern haben nun weiteren Boden verloren. Neuer dazu: "Wir alle können die Tabelle lesen, leistungstechnisch war es eine gute Leistung, wir hätten drei Punkte mitnehmen können." Die Gäste begannen auch ohne Dortmund-Schreck Arjen Robben, Thiago, Corentin Tolisso und Kingsley Coman (alle verletzt) vor 81.365 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park gewohnt dominant. Lewandowski köpfte nach einer präzisen Flanke von Joshua Kimmich aus sechs Metern ein. Marwin Hitz, der den verletzten BVB-Torhüter Roman Bürki vertrat, war ohne Abwehrchance. Dafür reagierte Hitz gegen Franck Ribéry gut (33.).

BVB erhöht Tempo, Bayern gerät in Konter

Der Gastgeber, der erstmals seit über sechs Jahren als Tabellenführer auf den FC Bayern traf, hatte in der ersten Halbzeit Mühe, ins schnelle Umschaltspiel zu kommen. Wenn es einmal gelang, war der letzte Pass häufig zu ungenau. "Die Bayern machen ein konzentriertes und gutes Spiel. Dortmund hatte eine Chance, ansonsten hatten sie es im Griff", sagte Bundestrainer Joachim Löw in der Pause bei Sky.

Das änderte sich nach dem Wechsel. Neuer zögerte beim Herauslaufen einen Tick zu lange und kam gegen Reus zu spät. Schiedsrichter Manuel Gräfe entschied auf Elfmeter, den Reus sicher zum Ausgleich verwandelte. Angetrieben von den Fans war der BVB jetzt im Spiel, die Münchner blieben aber eiskalt. Lewandowski köpfte eine Hereingabe des starken Kimmich zu seinem siebten Saisontor ein. Der BVB zeigte sich aber keineswegs geschockt und erhöhte das Tempo. Kimmich klärte für den geschlagenen Neuer gegen Reus auf der Linie (59.), Boateng verhinderte gegen den für Mario Götze eingewechselten Alcácer den Ausgleich (62.).

Dieser gelang Reus mit einer sehenswerten Direktabnahme fünf Minuten später. Beide Mannschaften suchten danach die Entscheidung. Die Bayern rannten nun aber immer wieder in Konter des BVB, dabei sorgte Alcácer für die Entscheidung.

Quelle: n-tv.de, Oliver Mucha und Chris Lugert, sid

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