Fußball

Kurskorrektur vom S04-Manager Tönnies verzeiht Weinzierl-Bruchlandung

imago25128702h.jpg

Tönnies (l.) hat nach wie vor großes Vertrauen in die Arbeit von Schalke-Manager Heidel.

(Foto: imago/Sportnah)

Mittelmaß statt Champions League: Die Realität weicht bei Fußball-Bundesligist Schalke 04 weit vom Anspruch ab. Richten soll es nun der jüngste S04-Coach aller Zeiten. Dass Manager Heidel bei der Trainersuche mal Fehler macht, kann Klub-Chef Tönnies verzeihen.

Klub-Chef Clemens Tönnies vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 hat trotz der Fehlentscheidung Markus Weinzierl "grenzenloses Vertrauen" in seinen Manager Christian Heidel. "Eine Korrektur gehört auch mal dazu. Ich rechne ihm hoch an, dass er sagt: 'Das nehme ich auf meine Kappe'", sagte Tönnies im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Heidel hatte Weinzierl nach Schalke geholt, nach nur einer Saison, die auf dem enttäuschenden zehnten Platz endete, jedoch wieder entlassen. "Es ist besser, jetzt einen Schnitt zu machen und eine Entscheidung zu korrigieren, als die Trennung zu scheuen und womöglich in eine weitere mittelmäßige Saison reinzulaufen", sagte Tönnies.

Der Aufsichtsratsvorsitzende traut Weinzierls Nachfolger Domenico Tedesco zu, Schalke zurück in die Erfolgsspur zu führen - obwohl kein Cheftrainer in der Geschichte der Königsblauen jünger war. "Ich glaube, dass der Trainerberuf mit dem Alter nichts zu tun hat. Sondern mit der Reife der Persönlichkeit und mit der Qualität seiner Arbeit." Für Tönnies ist es kein Problem, dass Tedesco nicht mehr als ein halbes Jahr Profierfahrung beim Zweitligisten Erzgebirge Aue vorzuweisen hat.

Tuchel wäre zu gewagt gewesen

"Das hatten (Julian) Nagelsmann, (Thomas) Tuchel und (Jürgen) Klopp auch nicht", sagte er: "Und da sind wir schon gleich bei zwei Namen, die Christian Heidel entdeckt hat. Ich vertraue ihm, er ist ja nicht ganz unerfolgreich mit der Benennung von völlig unbekannten Überraschungstrainern." In Mainz hatte Heidel erst Klopp und dann Tuchel befördert, Tuchel war nach seinem unrühmlichen Abschied bei Borussia Dortmund auch ein möglicher Weinzierl-Nachfolger auf Schalke. "Aber ich weiß nicht, ob das jetzt gepasst hätte zu diesem Zeitpunkt, ihn so frisch von Dortmund zum Erzrivalen zu holen", sagte Tönnies: "Ich weiß nicht, ob wir uns damit nicht allesamt überfordert hätten."

Dass Tedesco bei den Königsblauen vor einer großen Herausforderung steht, liegt auf der Hand. Tönnies betonte, dass sich Schalkes Erwartungshaltung nicht geändert habe: "Unser Anspruch ist, Champions League zu spielen. Nicht nur meiner, sondern der der Fans, der Mitglieder. Wir wollen oben mitspielen, einer der großen Kräfte innerhalb der Bundesliga sein." Seine ersten Fragen an den jungen Coach seien gewesen: "Wie sehen Sie die Mannschaft? Können Sie diese Mannschaft besser machen? Da hat er gesagt: Ja, das kann ich."

Quelle: ntv.de, jgu/sid/dpa