Fußball

BVB-Profi Ginter adelt Trainer Tuchel stellte Team offenbar Vertrauensfrage

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Verteidiger Matthias Ginter lobt Tuchel als "Top-Fachmann" und feiert die gelungene Champions-League-Qualifikation.

(Foto: imago/ActionPictures)

Die Entscheidung über die Zukunft von Thomas Tuchel beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund rückt näher. Während für viele Beobachter eine Trennung beschlossene Sache scheint, vertrauen die Spieler ihrem Coach offenbar - einer ganz besonders.

Nach den turbulenten Wochen um einen Zwist mit Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war es zuletzt ein wenig ruhiger geworden um Thomas Tuchel. Es schien, als sei zum Saisonfinale der Fußball-Bundesliga wieder der Sport in den Vordergrund gerückt. Auch oder gerade weil unter Beobachtern ein Ende der Zusammenarbeit zwischen dem Coach und Borussia Dortmund als so gut wie sicher gilt.

Nun, kurz vor dem DFB-Pokalfinale am Samstag (20 Uhr/ARD und im n-tv.de Liveticker) sorgt die "Sport Bild" mit einem Bericht erneut für Aufsehen. Demnach soll Tuchel seiner Mannschaft vor dem Spiel gegen den FC Augsburg, also gut eine Woche nachdem der Streit mit Watzke eskaliert war, die Vertrauensfrage gestellt haben. Der Trainer soll sich dem Bericht zufolge bei den Profis dafür entschuldigt haben, dass sie zwischen die Fronten geraten seien. Tuchel soll seine Spieler zudem gefragt haben, ob jemand ein Problem mit ihm oder seinem Trainerteam habe. Das, so die Zeitung, hätten sämtliche Spieler verneint.

Das deckt sich mit dem, was Tuchel selbst nach dem 4:3-Sieg am letzten Spieltag gegen Werder Bremen gesagt hatte: "Zwischen mir und der Mannschaft herrscht maximales Vertrauen. Sonst wäre so eine Leistung, wie wir sie bringen, auch nicht möglich." Das bestätigte auch BVB-Profi Matthias Ginter gegenüber der "Sport Bild": Seinem Trainer attestierte der Verteidiger, ein "Top-Fachmann" zu sein und über herausragende taktische Qualitäten zu verfügen: "Was er da draufhat, habe ich so noch nie erlebt. Seine Gegner-Analyse ist hervorragend, genau wie die Trainingssteuerung", so der 23-Jährige. Tuchel habe "eigentlich alles, was man braucht". Und, so Ginter, zu den außersportlichen Dingen könne und wolle er sich nicht äußern.

Tuchel hat große Lust auf den BVB

Der BVB-Trainer hatte zuletzt immer wieder betont, seinen bis 2018 laufenden Kontrakt erfüllen zu wollen - trotz der Querelen der vergangenen Wochen. Nach dem Saisonfinale gegen Bremen ließ der Coach dann eine bemerkenswerte Aussage folgen: "Es war die ganze Saison sehr anspruchsvoll, aber es hat immer Spaß gemacht." Im Interview auf dem Rasen betonte er, große Lust auf die nächste Saison als BVB-Coach zu haben: "Natürlich, das steht außer Frage."

Allerdings: Indizien gibt es genug, dass diese Entscheidung nicht allein bei ihm liegt. Wie Tuchel sehr wohl selbst weiß. So zog Watzke vor dem letzten Spiel im BVB-Stadionmagazin eine vorzeitige Saisonbilanz - ohne Thomas Tuchel auch nur mit einem Wort zu erwähnen. Watzke sprach zwar von einer Spielzeit, deren Begleitumstände "aus vielerlei Gründen außerordentlich schwierig waren", spielte damit aber wohl eher auf den Sprengstoffanschlag, denn auf seine Differenzen mit dem Trainer an.

Aus sportlicher Sicht ist an der Saison ohnehin nichts auszusetzen: Als Tabellendritter qualifiziert sich Borussia Dortmund direkt für die Champions League und hat gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal noch die Chance auf einen Titelgewinn. Fraglich ist indes, ob ein Sieg am Samstag überhaupt noch einen Unterschied für die Zukunft von Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund macht.

Quelle: ntv.de, jgu