Fußball

Nach Rassismus gegen Balotelli Verona sperrt Hooligan-Anführer bis 2030

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Mario Balotelli wurde wieder mal rassistisch beleidigt - diesmal hagelt es ernste Konsequenzen für Hellas Verona und die Fans des Klubs.

(Foto: imago/LaPresse)

Beim Auswärtsspiel gegen Hellas Verona wird Fußball-Profi Mario Balotelli von Brescia Calcio abermals rassistisch beleidigt. Der Anführer einer Ultra-Gruppe spricht ihm anschließend ab, ein "richtiger Italiener" zu sein - und wird daraufhin für elf Jahre gesperrt. Auch die Verona-Kurve bleibt für ein Spiel geschlossen.

Nach den rassistischen Beleidigungen seiner Fans gegen den früheren italienischen Nationalspieler Mario Balotelli greift Erstligist Hellas Verona durch: Der Anführer einer Hooligan-Gruppe darf bis zum 30. Juni 2030 das heimische Stadion nicht mehr betreten. Balotelli hatte beim Gastspiel mit Brescia Calcio in Verona (1:2) nach einer Stunde Spielzeit aufgrund rassistischer Auswüchse und Affenlauten damit gedroht, das Spielfeld zu verlassen. Die Partie wurde dann aber schließlich samt Balotelli forgesetzt.

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Der ehemalige Nationalstürmer erhielt im Anschluss an die Partie Sympathiebekundungen von vielen Spielern und Fans auf der ganzen Welt. "Ihr habt gezeigt, dass ihr wahre Menschen seid und nicht wie jemand, der das Offensichtliche leugnet", schrieb Balotelli am späten Sonntagabend auf Instagram. Unter den Kommentaren auf seinen Post fand sich auch einer von Jerôme Boateng. "Nein zum Rassismus! Wir werden immer dagegen kämpfen", schrieb der Profi von FC Bayern München.

"Balotelli kann nie ein richtiger Italiener sein"

Der Anführer der Ultragruppierung, Luca Castellini, allerdings äußerte sich in einem Radiointerview wie folgt: "Balotelli ist italienisch weil er die italienische Staatsbürgerschaft besitzt. Aber er kann nie ein richtiger Italiener sein." Daraufhin reagierte der Verein aus Verona. Nach dem Spiel hatte Coach Ivan Juric noch behauptet, es habe keinen Rassismus im Stadion gegeben.

Das Sportgericht des italienischen Fußballverbandes veranlasste außerdem, dass Verona die Fankurve beim nächsten Heimspiel schließen muss. Der Ausschluss betrifft rund 3500 Anhänger.

Bestimmte Vereine in Italien, wie Hellas Verona oder Lazio Rom, sind bekannt dafür, rechts bis extrem rechts orientiert zu sein. Immer wieder kommt es in der Serie A zu rassistischen Verunglimpfungen. So konsequent wie in diesem Fall wird selten vorgegangen - vielleicht ein positives Signal mit der Hoffnung, dass es in Zukunft weniger solcher Vorfälle gibt. Vor Rassismus werden sonst in der italienischen Liga zu oft die Augen verschlossen.

Quelle: ntv.de, dbe/sid