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Uli Hoeneß erklärt Abschied "Von mir wird noch was zu hören sein"

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Er geht ja nicht ganz: Uli Hoeneß.

(Foto: dpa)

Nicht mehr an der Spitze des FC Bayern zu stehen, das muss ja nicht heißen, dass plötzlich aller Einfluß dahin ist. Zumal nicht, wenn es um Uli Hoeneß geht. Der gibt zwar zwei wichtige Ämter ab, sagt aber auch, dass er nun kein "Golf spielender Rentner" werde. Niemand müsse sich sorgen.

Uli Hoeneß blickt gespannt auf die Zeit nach Abgabe seiner Spitzenämter beim FC Bayern. "Ich habe überhaupt keinen Plan", sagte der 67 Jahre alte Fußballfunktionär. Er werde das "erste Mal ohne größere Verantwortung" sein. "Das ist eine spannende Aufgabe." Sein Entschluss sei "sehr lange gewachsen". Nur ein "kleiner Anstoß" sei die Kritik bei der Mitgliederversammlung im November vergangenen Jahres gewesen.

Als entscheidend nannte Hoeneß neben dem Wunsch seiner Familie, er möge kürzer treten, die finanziell und sportlich starke Position "seiner" Bayern: "Dieser Verein ruht in sich selbst und ist in einem Topzustand. Dieser Verein hat so viel Kraft und Saft, dass er den Uli Hoeneß nicht mehr an vorderster Front verkraftet."

Seine Ehefrau Susi habe bis zuletzt nicht glauben können, dass er tatsächlich aufhören werde. "Aber eines können Sie mir glauben, wer mich kennt, weiß, dass ich kein Zigarre rauchender und Golf spielender Rentner werde." Ihm werde aber "schon was einfallen". Hoeneß will am 15. November nicht wieder als Präsident des deutschen Meisters kandidieren. Sein Nachfolger soll der ehemalige Adidas-Chef Herbert Hainer werden. Seinen Vorsitz im Aufsichtsrat der FC Bayern München AG möchte Hoeneß in der ersten Sitzung nach der Hauptversammlung abgeben.

Zwist mit Rummenigge? Nicht doch

Sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrates wird Hoeneß aber bis November 2023 wahrnehmen. Und er werde dem Klub weiter als Ratgeber zur Seite stehen, kündigte Hoeneß an. "Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, von mir wird noch was zu hören sein." Aufdrängen wolle er sich der neuen Führung um Hainer und Oliver Kahn aber nicht.

Kahn rückt ab Anfang kommenden Jahres in den Vorstand und soll 2022 Karl-Heinz Rummenigge als Vorsitzenden ablösen. Hoeneß widersprach dem ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Der hatte behauptet, Hoeneß gebe seine Ämter auch wegen Zwistigkeiten mit Rummenigge auf. "Nein, das hat nicht dazu beigetragen."

Rummenigge pflichtete dem bei, als er zum Ende von Hoeneß' Pressekonferenz als Überraschungsgast in der Allianz Arena auftrat und ihm für 45 gemeinsame Jahre dankte. Er habe von Hoeneß "wahnsinnig viel gelernt, auf dem Platz und später außerhalb", sagte Rummenigge. Dazu überreichte er ihm ein gerahmtes Bayern-Trikot mit seiner Nummer "11" und vier gemeinsamen Fotos aus Hoeneß' erstem Manager-Jahr 1979/1980.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid

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