Fußball

Rückkehr an die Weser? Werder Bremen will Problemfall Kruse holen

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Tschüss Wolfsburg? Hallo Bremen! Max Kruse steht vor einer Rückkehr an die Weser.

(Foto: imago/foto2press)

Bei den Verantwortlichen des VfL Wolfsburg und bei Joachim Löw ist Fußball-Nationalspieler Max Kruse in Ungnade gefallen. Ganz anders als bei Werder Bremen, die arbeiten derzeit an einer Rückkehr des Stürmers - und die steht offenbar unmittelbar bevor.

Fußball-Bundesligist Werder Bremen möchte Max Kruse, der bereits in der Jugend und als Amateur für den Klub spielte, von Liga-Konkurrent VfL Wolfsburg verpflichten. "Max würde uns sportlich extrem helfen.", sagte Werder-Sportchef Frank Baumann der "Kreiszeitung Syke" und ergänzte: "Das kann schnell gehen, das wird sich nicht mehr ewig hinziehen." Der kapriziöse Stürmer steht beim Bremer Ligarivalen aus Wolfsburg nach mehreren außersportlichen Eskapaden und sportlich sehr dürftigen Leistungen auf der Abschussliste. Baumann: "Es ist schon so, dass dieser Transfer deutlich realistischer ist, als wir uns vor Wochen erhofft haben."

Für den wechselwilligen Offensivspieler wären die Hanseaten laut dem Bericht bereit, rund neun Millionen Euro an Ablöse zu bezahlen. Erst im vergangenen Sommer kam der 28-Jährige für rund zwölf Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zum VfL. Durch die Einnahmen für Jannik Vestergaard (rund 13 Millionen Euro/Mönchengladbach) und Anthony Ujah (11 Millionen/Liaoning Hongyun) sind die eigentlich klammen Norddeutschen in der Lage, diesen Rekordtransfer zu stemmen. Bislang war Marko Marin 2009 mit rund acht Millionen Euro der teuerste Einkauf. Damals waren die Bremer allerdings Dauergast in der Champions League.

Rückkehr als Neuanfang?

Kruse spielte bereits von 2006 bis 2009 an der Weser und kam unter dem damaligen Trainer Thomas Schaaf auf einen Bundesliga-Einsatz. Nach den Stationen FC St. Pauli und SC Freiburg wurde er in Gladbach zum Nationalspieler. Nach seinem Wechsel zu den Wolfsburgern gab es allerdings wiederholt negative Schlagzeilen um Kruses Privatleben (75.000 Euro in Taxi liegen lassen, Intim-Filmchen), was ihm auch die EM-Teilnahme kostete. Zuletzt platzte ein Türkei-Wechsel, in Bremen könnte er jetzt einen Neuanfang wagen.

Der scheint bitter nötig, auch wenn die Kritik an dem 28-Jährigen zu weit geht. Das jedenfalls findet Max Eberl. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach hat seinen in der Vergangenheit in die Kritik geratenen Ex-Schützling jetzt in einem Interview in Schutz genommen. "Es ist nicht richtig, wenn er jetzt in eine Ecke gestellt wird", sagte der 42-Jährige dem "Kicker": "Für mich bleibt er ein sehr gerader Mensch und ein super Spieler." Eberl ist der Meinung, dass schwierige Charaktere wie Kruse Mannschaften bereichern können. "Wenn einer eine 'Leck-mich-am-Arsch-Mentalität' mitbringt, dann klingt das erst mal negativ. Aber das sind dann vielleicht die kreativen Burschen, die auch in Drucksituationen unbeschwert und gelassen bleiben. Man muss natürlich wissen, wie man mit diesen Jungs umgeht."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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