Fußball

Skurrilität im letzten Spiel Wie van der Vaart den HSV rettete

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"Das ist unglaublich wichtig für den ganzen Verein": Rafael van der Vaart.

(Foto: imago/Ulmer)

Bezeichnend, dass er einen der wichtigsten Freistöße seiner Karriere gar nicht schießt. So aber sorgt Rafael van der Vaart in seinem letzten Spiel dafür, dass der Hamburger SV auch in der 53. Saison in der Fußball-Bundesliga mitspielen darf. Und was macht er jetzt?

Nach seinem letzten Auftritt für den Hamburger SV genoss Rafael van der Vaart noch einmal die Aufmerksamkeit. Der niederländische Altstar posierte nach dem erlösenden 2:1 (1:1,0:0) nach Verlängerung im Relegationsrückspiel beim Karlsruher SC vor einigen wenigen Fans für Erinnerungsfotos und schrieb Autogramme. "Das war mein letztes Spiel und wir sind dringeblieben, dabei hatte es lange nicht so ausgesehen", resümierte der 32-Jährige.

Van der Vaart verabschiedete sich am Montag mit einer würdevollen Vorstellung vom Bundesliga-Gründungsmitglied. Er rackerte, er kämpfte - und ebnete dem HSV mit einer kleinen Skurrilität den Weg zum Klassenverbleib. Denn einen der wichtigsten Freistöße seiner Karriere schoss van der Vaart gar nicht. Zusammen mit Marcelo Diaz stand er kurz vor dem Schlusspfiff der regulären Spielzeit (90.+1) beim Freistoß. Doch der Chilene zirkelte den Ball ins Tor. Damit rettete sich der HSV in die Verlängerung.

"Das ist ein unglaubliches Gefühl"

"Ich dachte auch, Rafa schießt. Er hat vorher sogar noch mal den Ball geküsst", wunderte sich Verteidiger Dennis Diekmeier. "Für mich war das die Aktion überhaupt, dass Rafael hat Marcelo schießen lassen", lobte Sportchef Peter Knäbel den Mittelfeldstrategen. Für van der Vaart war es ein versöhnlicher Abschluss. Während seiner ersten Zeit an der Alster von 2005 bis 2008 war er noch eine prägende Figur gewesen. Nach Gastspielen bei Real Madrid und Tottenham Hotspur wurde der Linksfuß dann 2012 zurückgeholt. Der Glanz war jedoch längst verblasst, für den Techniker und die Hamburger war der Überlebenskampf in der Bundesliga zum Alltag geworden.

"Ich kann nur sagen: Abstiegskampf ist scheiße, es gibt für mich nichts Schlimmeres", brachte es van der Vaarts erleichterter Trainer Bruno Labbadia schonungslos auf den Punkt. Die Freude über die geglückte Rettung war Spielmacher van der Vaart, der über die Jahre deutlich an Tempo eingebüßt hat, anzusehen. "Das ist ein unglaubliches Gefühl. Das ist unglaublich wichtig für den ganzen Verein, für die ganze Stadt", betonte er. Van der Vaart hat für den Krisenverein Hamburger SV immerhin den erneuten Klassenverbleib als kleines Vermächtnis hinterlassen. Seine eigene Zukunft wird sich bald klären. Das Ausland lockt die Nummer 23 der Hanseaten. "In den kommenden Tagen wird das deutlich", sagte van der Vaart angesprochen auf seine nächste Herausforderung.

Quelle: ntv.de, Martin Moravec und Ulrike John, dpa

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