Fußball

Pressestimmen zum EL-Halbfinale "Wunderbares Eintracht-Frankfurt-Team"

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Vier englische Teams in den europäischen Fußball-Finals: Auch das "wunderbare Eintracht-Frankfurt-Team" (The Telegraph) konnte am Ende nicht in die Phalanx der Premier-League-Klubs einbrechen.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Der FC Chelsea schaltet im Halbfinale der Europa League den großen Außenseiter Eintracht Frankfurt aus. Damit verabschiedet sich der Fußball-Bundesligist höchst dramatisch mit einem Elfmeter-Fehlschuss zu viel kurz vor dem Endspiel aus seinen Europa-Träumen. Das Ende einer begeisternden Eintracht-Tour durch den Wettbewerb wird in den internationalen Pressestimmen allerdings kaum thematisiert. Stattdessen arbeitet man sich lieber an einem zähen Spiel und den historischen Bestmarken der englischen Finalisten ab.

Großbritannien

The Guardian: "Der Ausgang der Partie passte nicht so recht zu dem Abend des Eden Hazard. Es war ein chaotisches Spiel, dem es so sehr an dem Drama von Liverpools unfassbarem Sieg über Barcelona oder Tottenhams verrücktem Gegenangriff in Amsterdam fehlte. Es gab zu viel Zetern und Zaudern und zu wenig Qualität, ehe das Elfmeterschießen etwas Spannung in die Handlung brachte."

The Daily Mail: "Voll Englisch! Alle vier europäischen Finalisten kommen aus der Premier League. England ist das erste Land, das im selben Jahr alle vier Endspielteilnehmer des Uefa-Flaggschiff-Klubwettbewerbs stellt. London ist zudem die erste Stadt, die drei Teams im selben Jahr im Finale hat."

The Sun: "Am Donnerstagabend ist Geschichte geschrieben worden. Erstmals haben es vier Premier-League-Clubs in die zwei großen Endspiele in Europa geschafft. Englische Teams haben die Saison 2018/2019 auf dem Kontinent dominiert."

The Daily Mirror: "Arsenal und Chelsea haben das Full House der Dominanz der Premier League in Europa komplett gemacht."

The Telegraph: "Eden Hazard lieferte für Chelsea gegen ein zähes Frankfurt. Er würde, ganz Stamford Bridge wusste das, niemals verschießen. Hazard wird womöglich nie wieder in einer Partie im Heim-Trikot an der Stamford Bridge einen Ball treten. Wenn man sich auf einen Mann verlassen konnte, um ein Halbfinale im Elfmeterschießen zu entscheiden, dann aber auf diesen Elfmeter-Vollstrecker par excellence. Es war 22.48 Uhr und die Nerven dieses wunderbaren Eintracht-Frankfurt-Teams waren schließlich dahin."

The Independent: "Nach all dem Negativen in dieser Saison sorgte Hazard, der möglicherweise vor seinem Abgang steht, für wilde Szenen der Erleichterung. Diese turbulente Saison könnte doch noch ruhmvoll enden."

Spanien

El País: "In mehr als 60 Jahren europäischer Fußballwettbewerbe ist es noch nie passiert, dass ein Land beide Endspiele besetzt. Bis jetzt. Zum Finale in der Champions League zwischen Liverpool und Tottenham kommt das Endspiel in der Europa League zwischen Arsenal und Chelsea hinzu. Im Jahr des Brexits spielen vier englische Teams um die kontinentalen Titel. So etwas hat man noch nie gesehen."

El Mundo: "Die tapfere Eintracht Frankfurt hätte die neue Ära der britischen Dominanz fast verhindert. Aber es war nicht ihr Tag, sondern der Tag von Torhüter Kepa."

As: "Nach den Jahren unserer (der spanischen) Dominanz beansprucht die Premier League nun mit diesem großartigen Poker ihren Platz."

Marca: "Im letzten Jahrzehnt hatte sich die Premier League daran gewöhnt, in der Champions League Enttäuschungen zu sammeln. Es gab einen Brexit nach dem anderen, ausgenommen Chelseas Trophäe 2012 und Liverpools Endspielteilnahme im vergangenen Jahr. Der 'football' hatte sich von der Elite Europas entfernt, verschlungen von der Dominanz der 'La Liga'. Nun hat die Premier League rebelliert."

El Mundo Deportivo: "Englische Hegemonie in Europa. Erstmals kommen mit Liverpool, Tottenham, Chelsea und Arsenal alle Finalisten aus derselben Liga. Dagegen steht erstmals seit 2013 kein spanisches Team in einem Endspiel."

Italien

La Repubblica: "Wie in der Champions League gibt es auch in der Europa League ein rein englisches Finale. Im Elfmeterschießen haben Sarris Männer den Widerstand der Eintracht gebrochen. Es ist das erste Mal, dass sich vier Teams aus demselben Land für das Endspiel der beiden Europapokale qualifiziert haben."

Corriere dello Sport: "Chelsea hat die Träume der Eintracht zunichte gemacht und Sarri das erste europäische Finale seiner Karriere geschenkt. Der Club rundet damit das dominierende Bild der Premier League in Europa ab."

Schweiz

Blick: "Chelsea bezwingt Frankfurt im Penalty-Krimi. Nach der Königsklasse kommt es auch in der Europa League zu einem rein englischen Final. Während Chelsea die Eintracht bezwingt, gewinnt Arsenal auswärts gegen Valencia."

Tagesanzeiger: "Tea Time auch im Finale der Europa League. Arsenal und Chelsea gewinnen ihre Halbfinal-Rückspiele. Damit kommt es am 29. Mai zu einem Londoner Derby. Chelsea besiegte mit höchster Mühe Eintracht Frankfurt. Die Entscheidung in London fiel nach einem 1:1 nach Verlängerung erst im Penaltyschießen, in dem Frankfurt sogar noch in Führung ging. England hat noch nie alle vier Finalisten gestellt, und auch keiner anderen großen Fußballnation ist dies jemals gelungen."

Österreich

Kronen Zeitung: "Es war ein Krimi sondergleichen, ein hochklassiges Duell zweier ebenbürtiger Teams, von denen keines das Aus verdient gehabt hätte - und doch steht nun der FC Chelsea im Europa-League-Finale, und nicht Adi Hütters Eintracht Frankfurt! Die Reise von Frankfurt durch Europa endete also dramatisch. Dabei hatten die Hessen Chelsea vorher alles abverlangt. Das Team von Trainer Maurizio Sarri war zunächst aber die bessere Elf."

Quelle: n-tv.de, ter/dpa