Fußball

Bittersüße Hassliebe in Manchester Zlatan ist heiß auf das Duell mit Pep

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Fiebert dem Manchester Derby entgegen: Uniteds Superstar Zlatan Ibrahimovic.

(Foto: imago/BPI)

It's derby time in Manchester - und außer José Mourinho ist bei United wohl niemand so heiß auf das Duell mit Josep Guardiola wie Zlatan Ibrahimovic. Vor der Partie macht der Schwede noch einmal deutlich, was er vom City-Trainer hält.

Der erste Giftpfeil flog bereits vier Tage vor dem Fußball-Stadtderby quer durch Manchester. In einer Videobotschaft deutet Zlatan Ibrahimovic an, dass Claudio Bravo in Kürze ein rabenschwarzer Tag erwartet. In dem Instagram-Video ist der neue Stürmerstar von Manchester United zu sehen, wie er ein Shirt - natürlich aus der eigenen Modekollektion - in ein Päckchen packt und dieses an den Torwart von Stadtrivale City adressiert. Dazu schreibt er: "Willkommen in Manchester! Hier sind ein paar Trainingsklamotten, die wirst du bald brauchen. Wir sehen uns am Samstag."

Der provokative Gruß ist Ibrahimovics ganz eigene Art, sich auf das 157. Derby (13.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in der nordwestenglischen Industriestadt vorzubereiten. Die Lokalrivalität der beiden Premier-League-Klubs dürfte den 34-Jährigen, der erst im Sommer zu den Red Devils gewechselt ist, dabei weniger interessieren. Dass ausgerechnet Bravo die Attacke abbekommt, ist sicherlich dem Zufall geschuldet - der Keeper heuerte erst vor wenigen Tagen bei den Sky Blues an. Vielmehr stimmt sich Ibrahimovic mit dem Video auf das erneute Aufeinandertreffen mit seinem wohl ewigen Intimfeind ein: Josep Guardiola.

Den extrovertierten Schweden und den Katalanen, der seit dieser Saison die Citizens trainiert, verbindet eine bittersüße Hassliebe. Als Ibrahimovic im Juni seinen Wechsel zu United bekannt gab, mutmaßte dessen Berater Mino Raiola, den wahren Grund für diesen Schritt zu kennen: "Ich glaube, dass er auf Rache an Guardiola aus ist", sagte der Italiener der spanischen Sporttageszeitung "Marca".

"Vor Pep habe ich keinen Respekt"

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"Im Vergleich zu Mourinho bist du ein Nichts": Ibrahimovic hält nicht allzu viel von Josep Guardiola.

(Foto: imago sportfotodienst)

Die Wurzeln der tiefen Abneigung zwischen Zlatan und Pep liegen etwas mehr als sechs Jahre zurück. Im Sommer 2009 wechselte Ibrahimovic zum FC Barcelona ins Team von Guardiola. Doch 16 Saisontore konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass er mit seinem Trainer nicht klar kam. "Wir brauchen den Philosophen nicht, der Zwerg und ich reichen vollkommen", soll Ibrahimovic zum damaligen Barca-Präsidenten Joan Laporta über Guardiola gesagt haben. Mit dem "Zwerg" war übrigens der damalige Weltfußballer Lionel Messi gemeint.

Verbale Nachtritte gegen Guardiola wie "Du hast keine Eier und scheißt dir vor Mourinho in die Hose. Im Vergleich zu ihm bist du ein Nichts - fick' dich!" führten dazu, dass das Tischtuch zwischen den beiden Alphatieren am Ende der Saison endgültig zerschnitten war.

Dass Guardiola mittlerweile Fehler im Umgang mit Ibrahimovic eingeräumt hat, kümmert diesen offenbar wenig. Seit der Saison in Barcelona ätzt der 1,95-Meter-Hüne immer wieder gegen den Ex-Bayern-Trainer. Jüngst verriet er dem "Guardian", dass er den neuen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti sowie seinen derzeitigen Coach José Mourinho bewundere: "Je älter sie werden, desto cooler werden sie. Ich habe großen Respekt vor ihnen. Nur vor einem nicht."

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Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Derby schaltete sich auch Raiola in das Pep-Bashing ein. Wie sein Schützling Ibrahimovic bemühte er dabei den altbewährten Eier-Vergleich: "Er ist ein guter Trainer, aber seinen Fußball finde ich langweilig. Er hat nicht die Eier, sich mit mir zusammenzusetzen", erklärte er dem spanischen Radiosender "Cadena Cope". Raiola konnte neben Ibrahimovic auch den Ex-Dortmunder Henrikh Mkhitaryan sowie den 105-Millionen-Mann Paul Pogba an United vermitteln.

Neuer Trainer bei ManUnited ist seit dieser Saison der von Ibrahimovic gepriesene Mourinho, um dessen Verhältnis zu Guardiola es ebenfalls nicht zum Besten steht. Am Tag vor dem Derby sagte Ibrahimovic im Vereins-TV: "Er (Mourinho) ist kein Trainer, der hinter deinem Rücken Entscheidungen trifft" - und spielte damit auf Guardiola an: "Er wird dir sagen, wenn du nicht gut genug bist. Das mag ich mehr als jemanden, der gar nicht mit dir über deine Situation redet."

Umso gebannter werden die Augen auf das altehrwürdige Old Trafford gerichtet sein. Bei all den Scharmützeln im Vorfeld des Manchester-Derbys wird dann tatsächlich auch noch Fußball gespielt. Beide Teams haben bisher jeweils drei Siege in drei Spielen, den ersten Platz belegt allerdings ManCity aufgrund des besseren Torverhältnisses. Das liegt nicht an Ibrahimovic: in allen drei Spielen hat der Stürmer einmal getroffen. Dieses Mal will "Ibrakadabra" auch Claudio Bravo überwinden - sein Päckchen dürfte bei dem Chilenen mittlerweile angekommen sein.

Quelle: ntv.de

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