Fußball

Quali-Wirrwarr bei DFB-Spielern Zur Not verteidigt halt Joshua Kimmich

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So, mein Junge. Und jetzt ab in die Innenverteidigung.

(Foto: imago/Sportnah)

In der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schwächeln weiter die Abwehrkräfte. Neben dem schwer verletzten Niklas Süle fehlt weiterhin Antonio Rüdiger. Mit Jonathan Tah und Niklas Stark sind zwei weitere Innenverteidiger verletzt. Was nun?

Sie haben tatsächlich keine Ahnung. Ein Sieg im vorletzten Qualifikationsspiel und dann ist das EM-Ticket endgültig sicher gebucht? Ja? Nein? Vielleicht? Weder der Leipziger Fußball-Nationalspieler Timo Werner noch Bayerns Joshua Kimmich waren sich da so sicher. Sie waren sogar ein wenig verwirrt. Sie wollten sich aber noch mal erkundigen. Wäre ja schon gut zu wissen. Auch wenn das natürlich keinen Einfluss auf das Spiel gegen Weißrussland am Samstagabend in Mönchengladbach habe (ab 20.45 Uhr bei RTL und im Liveticker bei ntv.de). Schließlich wolle man ja sowohl das Spiel wie auch den Jahresabschluss am Dienstag in Frankfurt gegen Nordirland (auch ab 20.45 Uhr im Liveticker und ebenfalls bei RTL) gewinnen. Wen Werner und Kimmich fragen wollen, das sagten sie bei der DFB-Pressekonferenz am Mittag in Düsseldorf nicht.

Ein guter Ansprechpartner wäre Joachim Löw. Als Bundestrainer sollte er über die Ausgangslage bestens Bescheid wissen. Die ist übrigens gar nicht so kompliziert. Gewinnt Deutschland und verlieren parallel die Niederlande nicht gegen Nordirland, dann ist das Ding durch. Was eine gute Nachricht für die DFB-Elf wäre. Sollten Werner und Kimmich sich aber tatsächlich noch mal bei Löw vergewissern, dann können sie auch gleich erfragen, wer denn die Innenverteidigung stellt. Das ist zumindest personell die derzeit größte Baustelle in der Nationalmannschaft. Abwehrchef Niklas Süle fällt mit seinem Kreuzbandriss noch lange aus. Die Europameisterschaft droht er zu verpassen. Laut "Kicker" habe man dem 24-Jährigen beim FC Bayern "dringend" geraten, das Comeback nicht zu überstürzen.

Guardiola? "Würde mich natürlich nicht wehren"

Immer noch nicht fit oder schon wieder verletzt ist Antonio Rüdiger. Auch so ein Mann, der im nächsten Jahr eine Rolle als Stammkraft in der Innenverteidigung einnehmen könnte. Erneut gab's beim Spieler des FC Chelsea Probleme mit der Leiste. Er wurde bereits operiert. Der Leverkusener Jonathan Tah und Niklas Stark von Hertha BSC sind angeschlagen, aber immerhin dabei. Sie haben auch schon trainiert. Und die zuletzt starke Aushilfe Emre Can ist gesperrt. Wer also bleibt? Mönchengladbachs Weltmeister Matthias Ginter natürlich. Oder Freiburgs Jung-Debütant Robin Koch. Auch eine Versetzung des Leipzigers Lukas Klostermann wäre möglich. "Jeder, der dabei ist, hat die Qualität für die Startelf. Und wir werden zweifelsohne mindestens zwei gute Spieler für die Position finden. Mal sehen, wer fit ist", spasst Kimmich. Und zur Not macht er's halt selbst. Kann er ja. Hat er schließlich unter Josep Guardiola beim FC Bayern gelernt.

Dass dieser nun womöglich nach München zurückkehren könnte, so geht ein Gerücht der "Sport Bild", findet Kimmich zumindest mal eine ganz sympathische Idee. "Ich habe ihm viel zu verdanken. Er hat mich als Zweitligaspieler in der Champions League und Bundesliga spielen lassen. Wir haben das Double geholt, danach bin ich Nationalspieler geworden. Deshalb würde ich mich natürlich nicht dagegen wehren." Das aber sei eine Entscheidung, die der Klub zu treffen habe. "Ich weiß nicht, wie realistisch das ist oder wie der Plan von Bayern München mit Hansi Flick aussieht. Erst hatte man das Gefühl, dass nach der Winterpause ein neuer Trainer kommt - jetzt haben wir beide Spiele gewonnen, jetzt hört man, dass es bis zum Winter oder zum Sommer gehen wird." Ob er da bereits zu viel verraten hat?

Nicht besonders viel zu verraten gibt's auch über Gegner Weißrussland. Die sei fußballerisch jetzt sicher nicht die beste Mannschaft, da geht's eher körperlich zu. Ein wenig robuster. So analysiert Werner. Da passt es ja ganz gut, dass Löw die Härte als das nächste große Ding für die Entwicklung der DFB-Elf ausgemacht hat. "Wir bei der Nationalmannschaft müssen auch daran arbeiten, körperliche Robustheit ins Spiel zu bringen. Wir haben viele Jahre auf gehobenem Niveau agiert und vieles spielerisch gelöst. Aber international gesehen ist es so, dass nicht nur hohes Tempo stattfindet, sondern vor allem auch in den Zweikämpfen unglaubliche Robustheit", hatte Löw beim Zusammentreffen des Teams gesagt. Er setzt damit die in der Bundesliga diskutierte Mentalitätsdebatte auch bei der DFB-Auswahl fort.

"Wenn ich zwei Tore schieße, sage ich nicht Nein"

Das Hinspiel gegen die Weißrussen, so erinnert sich Werner, war harte Arbeit. Mit 2:0 setzte sich die DFB-Elf in Baryssau durch. Die Tore erzielten Leroy Sané und Marco Reus. Er selbst kam nicht zum Einsatz. Dass sich das nun beim Wiedersehen ändern wird, das scheint sehr wahrscheinlich. Zu gut ist der Leipziger aktuell in Form. In elf Ligaspielen hat er elf Tore erzielt. "Er hat momentan einen sensationellen Lauf. Ich finde es aber auch sehr beachtlich, wie viele Tore er vorbereitet. Für einen Stürmer ist das ja fast schon untypisch", urteilt Kimmich. "Aber damit kann er jeder Mannschaft enorm helfen."

Werner geht mit seiner starken Form derweil ganz gelassen um. "Es geht so schnell und ist längst nicht so einfach, wie es vielleicht aussieht. Auch, dass einem eine Krise angedichtet wird. Man darf sich keinen Kopf machen, dann klappt es einfacher." Gerne auch nun gegen Weißrussland. "Wenn ich zwei Tore schieße, sage ich natürlich nicht Nein." Dann sähe es übrigens auch gut mit dem EM-Ticket aus. So viel ist mal sicher.

Quelle: ntv.de