Fußball-WM 2018

Jubelekstase im WM-Finale Kroatiens Präsidentin ist im Knutschrausch

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Kolinda Grabar-Kitarovic - eine Präsidentin mit Herz.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Sie jubelt und leidet auf der Tribüne mit, sie streicht Emmanuel Macron übers Haar und herzt Fußballer im strömenden Regen: Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic wird mit ihrem ungewöhnlichen Auftritt zum Star in den sozialen Medien.

Sie fieberte auf der Tribüne leidenschaftlich mit, sie strich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zärtlich übers Haar und drückte die Fußballer im strömenden Regen: Über Kroatiens Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic wird nach dem WM-Finale überall im Netz diskutiert. "Die Präsidentin herzt ihre Spieler wie eine wirkliche (Landes-)Mutter", schrieb der frühere deutsche Nationalspieler Christoph Metzelder nach dem Spiel bei Twitter.

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Viele freundliche Worte gab es in den Sozialen Medien, weil sie sich - anders als Russlands Präsident Wladimir Putin - bei der Siegerehrung nicht versteinert und ausdruckslos unter einen Schirm stellte, sondern klitschnass und fröhlich lachend im Regen stand. Die "Bild" titelte angesichts der ungewöhnlichen Bilder sogar: "Die irre Show von Kroatiens Knutsch-Präsidentin." Die Spieler durften sich da ebenso über einen Schmatzer freuen wie auch über den goldenen Sieger-Pokal. Schon während der WM hat Grabar-Kitarovic immer wieder mit den Spielern der "Vatreni" gefeiert.

Aber wie ist die Position der Staatspräsidentin im eigenen Land? Grabar-Kitarovic ist vom Volk gewählt, gehört der Regierungspartei HDZ an - hat aber eigentlich nur repräsentative Aufgaben. In der Regierung sorgt es für Unmut, dass die zweifache Mutter sich immer wieder auch in aktuelle politische Fragen einmischt. Ihr Auftritt beim WM-Finale überraschte Kenner wenig: Die 50-Jährige präsentiert sich gerne als Mutter der Nation und sucht das Rampenlicht.

Was sehr ungewöhnlich ist für Spitzenpolitiker aus der Region: Grabar-Kitarovic hat schon vor der Zeit im Amt international Karriere gemacht, war in einer führenden Position in der Nato tätig. Im Jahr 2015 hatte Grabar-Kitarovic übrigens Bundeskanzlerin Angela Merkel für deren Flüchtlingspolitik kritisiert. Doch das übersteigt eigentlich ihre Kompetenzen, auch in solche außenpolitischen Themen sollte sie sich nicht einmischen.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa

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