Fußball-WM 2018

Statementsieg mit Chancenwucher Lukakus Belgier kantern sich in WM-Rausch

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Zwei Tore, ein Küsschen: Romelu Lukaku und seine Belgier haben ein WM-Statement gesetzt

(Foto: REUTERS)

War das weltmeisterlich? Die belgischen Fußballer setzen im zweiten Gruppenspiel gegen überforderte Tunesier ein erstes Statement und untermauern ihre Rolle als Mitfavorit. Dabei stört selbst der unfassbare Chancenwucher von Ex-BVB'ler Michy Batshuayi kaum.

Die Doppeltorschützen Romelu Lukaku und Eden Hazard haben unter den Augen von Philippe von Belgien für ein königliches Spektakel gesorgt. Seine Majestät und die Prinzen Gabriel und Emmanuel sahen beim 5:2 (3:1) gegen Tunesien den höchsten WM-Sieg des längst nicht mehr geheimen Titelfavoriten, der nun mit einem Bein im Achtelfinale steht. Für die Nordafrikaner dürfte das Turnier nach der zweiten Niederlage dagegen schon beendet sein. Sollte England am Sonntag (14 Uhr in der ARD und im Liveticker bei n-tv.de) gegen Panama seine Pflichtaufgabe lösen, kommt es zwischen den beiden Top-Teams zu einem Finale um den Gruppensieg. Die Briten werden wissen, was auf sie zukommt: Lukaku und die beiden Spitzenspielmacher Hazard und Kevin De Bruyne kennen sie aus der Premier League zur Genüge.

Belgien - Tunesien 5:2 (3:1)

Belgien: Courtois - Alderweireld, Boyata, Vertonghen - Meunier, de Bruyne, Witsel, Carrasco - Mertens (86. Tielemans), Hazard (68. Batshuayi) - Lukaku (59. Fellaini) - Mitrović; Trainer: Martinez
Tunesien: Ben Mustapha - Bronn (24. Nagguez), S. Ben Youssef (41. Benalouane), Meriah, Maaloul - Sassi (59. Sliti), Skhiri, Khaoui - F. Ben Youssef, Khazri, Badri; Trainer: Maaloul
Tore: 1:0 Hazard (6./Foulelfmeter), 2:0 Lukaku (16.), 2:1 Bronn (18.), 3:1 Lukaku (45.+3), 4:1 Hazard (51.), 5:1 Batshuayi (90.), 5:2 Khazri (90.+3)
Schiedsrichter: Jair Marrufo (USA)
Zuschauer: 44.190 (Moskau)
Gelbe Karten: Sassi (14.)

Das Weltklassetrio nutzte seine Räume gegen erstaunlich sorglose Tunesier fast nach Belieben. Der Sieg hätte angesichts dreier Großchancen des eingewechselten Dortmunder Michy Batshuayi innerhalb von fünf Minuten leicht noch höher ausfallen können. Nach dem Foulelfmeter von Hazard (7.), dem 13. des Turniers, stockte Lukaku (16./45.+3) sein WM-Konto auf vier Treffer auf und schloss damit in der Torjägerliste zu Cristiano Ronaldo auf. Nach der Pause traf Hazard vom FC Chelsea erneut (51.), Lukaku durfte in der 59. Minute vom Feld, neun Minuten später Hazard (68.). Batshuayi  (90.) erzielte das fünfte Tor, Wahbi Khazri (90.+3) den Endstand.

Ist die Abwehr titelreif?

Die wahren Prüfsteine aber warten auf die seit 21 Spielen ungeschlagenen Belgier erst noch. Schon gegen England wird sich zeigen, ob die Abwehr auch ohne die noch immer nicht einsatzfähigen Vincent Kompany und Thomas Vermaelen ähnlich titelreif ist wie die herausragend besetzte Offensive. Schon gegen WM-Neuling Panama (3:0) war die Dreierkette ohne die Routiniers anfällig. Dafür sorgten erneut die Angreifer der Roten Teufel für Kurzweil bei der königlichen Familie und Fifa-Regent Gianni Infantino. Der Präsident des Weltverbandes durfte sich über einen Rekord freuen - auch das 27. Spiel in Russland endete nicht torlos. Solch eine Serie hat es in der WM-Geschichte noch nie gegeben.

Mit einem Treffer gaben sich die Belgier aber nicht zufrieden. Lukaku entwischte nach einer Viertelstunde locker seinen Gegenspielern und legte noch vor der Pause nach. Fünf WM-Tore hatte zuvor nur der Ex-Schalker Marc Wilmots für Belgien erzielt. Zum Spektakel und zur großen Freude der 44.190 Zuschauern im ausverkauften Moskauer Spartak-Stadion trug jedoch auch das belgische Abwehrverhalten bei. Tunesien kam zu Chancen, eine davon nutzte Bronn per Kopf. Der Außenverteidiger verdrehte sich kurz darauf böse das Knie  (23.) und musste ebenso ausgewechselt werden wie der am Oberschenkel verletzte Syam Ben Youssef (41.). Die Adler von Karthago sind damit  bisher die Pechvögel des Turniers, im Spiel gegen England (1:2) hatte es schon Torwart Mouez Hassen erwischt. Tapfer kämpften die Nordafrikaner jedoch weiter um ihre letzte Chance, rannten damit jedoch in ihr Verderben.

Quelle: n-tv.de, tno/sid

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