Olympia

Günstig und nachhaltig geplant Brisbane richtet Olympische Spiele 2032 aus

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Bach hält das erwartete Schild hoch.

(Foto: AP)

Die Olympischen Sommerspiele 2032 finden im australischen Brisbane statt. Das entscheidet das Internationale Olympische Komitee. Es werden die 35. Sommerspiele und die 19. Paralympics der olympischen Geschichte sein. Die Sportwelt wird zum dritten Mal in Australien zu Gast sein.

Thomas Bach wollte weniger Verlierer, und kurz vor der Eröffnung der Corona-Spiele von Tokio gab es tatsächlich nur strahlende Gesichter: Die australische Millionenstadt Brisbane ist in einer perfekt inszenierten Krönungsmesse von der 138. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zum Gastgeber der 35. Olympischen Sommerspiele und 19. Paralympics im Jahr 2032 gekürt worden.

Die Wahl der IOC-Mitglieder im Tokioter Luxushotel Okura war reine Formsache, Präsident Bach hatte mit seiner Exekutive alles in die Wege geleitet und die Bewerbung bereits im Frühjahr als "unwiderstehlich" gepriesen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht, und auch wenn IOC-Sprecher Mark Adams versuchte, Spannung zu erzeugen, waren die Feierlichkeiten in Brisbane, dem selbst erklärten "Home of the Olympics", vor der Entscheidung längst im Gange.

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In Brisbane gab es einen Livestream zur Entscheidung.

(Foto: dpa)

Vier Jahre nach der Doppelvergabe der Spiele 2024/2028 hat Thomas Bach damit erneut einen eleganten Weg gefunden, Planungssicherheit zu schaffen mit einem Gastgeber, der im Vorfeld kaum Negativschlagzeilen produzieren dürfte - und der mit vergleichsweise günstigen und nachhaltigen Spielen den Gigantismus der Vergangenheit vergessen machen soll.

DOSB-Chef Alfons Hörmann bezeichnete Brisbane als "perfekte Lösung". "Vor Monaten haben wir schon betont, dass die Stadt alle Voraussetzungen mitbringt, um hervorragender Gastgeber für die Spiele 2032 zu werden. Von daher war uns vor zwei Jahren im Gegensatz zu anderen schon bewusst, dass Brisbane ein klarer Favorit für die Vergabe ist", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds.

Rhein-Ruhr-Bewerbung scheiterte

Brisbanes Bewerbung, die sich der Unterstützung des australischen IOC-Vize und Bach-Vertrauten John Coates sicher sein durfte, wurde Ende Februar von der "Future Host Summer Commission" dem IOC wärmstens empfohlen. Die Spitze der Ringe-Organisation trat darauf mit Brisbane in einen "zielgerichteten Dialog", was praktisch dem Zuschlag gleichkam. "Es ist keine Entscheidung gegen die anderen Kandidaten, es ist eine Entscheidung für eine Kandidatur", sagte Bach.

Die anderen Interessenten, darunter die deutsche Initiative Rhein Ruhr City oder Katars Hauptstadt Doha, Jakarta in Indonesien, Budapest oder Madrid fühlten sich vor den Kopf gestoßen - Bach aber hob die vermeintlichen Vorteile dieser Vorgehensweise hervor: "Wir haben nun einen Pool an interessierten Kandidaten für die Spiele 2036 und 2040."

Mit Blick auf die Spiele 2024 hatte der Fecht-Olympiasieger von 1976 noch beklagt, der Prozess habe "zu viele Verlierer produziert", nachdem Hamburg, Rom und Budapest vorzeitig aus dem Rennen ausschieden oder zurückzogen. 2017 machte Bach aus der Not eine Tugend, das IOC vergab die Spiele 2024 an Paris und 2028 an Los Angeles, um keinen der verbliebenen Hochkaräter zu verprellen und die olympische Zukunft abzusichern. Anschließend richtete das IOC eine Kommission für den "zukünftigen Gastgeber" ein.

Womöglich versucht es Rhein Ruhr noch einmal. Vom Anlauf für 2032 blieb allerdings ein Kommunikationsdesaster hängen, an dem die Initiative unter Federführung von Sport- und Eventmanager Michael Mronz ebenso Anteil hatte wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der nicht zielgerichtet um die Spiele warb - und vom IOC dafür öffentlich abgewatscht wurde.

Brisbane war 1992 noch gescheitert

Brisbane dagegen legte sich bis zum letzten Tag ins Zeug. Queenslands Premierministerin Annastacia Palaszczuk etwa nahm für eine letzte Werbetour die strapaziöse Reise nach Tokio auf sich, wo die 32. Sommerspiele am Freitag unter Vorzeichen beginnen, die sich kein Gastgeber wünscht - überschattet von den Auswirkungen der Pandemie vor leeren Tribünen.

Australien, das zum dritten Mal nach Melbourne 1956 und Sydney 2000 die Spiele ausrichten wird, will in elf Jahren ein sehr viel fröhlicheres, unbeschwertes Bild abgeben. Für Brisbane war es der zweite Anlauf nach der gescheiterten Bewerbung für die Spiele 1992.

Viele Sportstätten existieren bereits, das Budget (3,1 Milliarden Euro) beträgt zunächst nur einen Bruchteil dessen, was zuletzt in London, Rio und nun eben Tokio ausgegeben wurde. Oder in Peking, wo bereits in gut einem halben Jahr in menschenrechtlich fragwürdigem Rahmen Winterspiele von gigantischem Ausmaß beginnen.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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