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Zwei Goldene hat Laura Dahlmeier schon. Dabei dürfte es nicht bleiben.
Zwei Goldene hat Laura Dahlmeier schon. Dabei dürfte es nicht bleiben.(Foto: AP)
Mittwoch, 14. Februar 2018

Super-Donnerstag bei Olympia: Dahlmeier & Co. peilen sechsmal Gold an

Wird aus dem olympischen Wind-Chaos für Deutschland ein Gold-Donnerstag? Bei gleich sechs Entscheidungen sind deutsche Olympioniken wenn nicht gar Top-, dann immerhin Geheimfavoriten. Die heißesten Gold-Tipps: Laura Dahlmeier und die Rodler.

Eiskunstlauf: Die Kür im Paarlauf steht ab 2.30 Uhr auf dem Programm. Mit dabei: Aljona Savchenko und Bruno Massot. Die ukrainisch-französisch-deutsche Paarung will in Pyeongchang eigentlich Gold gewinnen und könnten das auch schaffen - dachten die Experten vor dem Kurzprogramm. Im Kurzprogramm reichte es aber nur zu Platz vier. Für die größten Gold-Konkurrenten lief es besser: Das beste Kurzprogramm zeigten Sui Wenjing/Han Cong aus China (82,39) vor den OARs Jewgenija Tarassowa/Wladimir Morosow (81,68) und Meagan Duhamel/Eric Radford (Kanada/76,82).

Ski alpin: Olympia vom Winde verweht? Ein wenig schon, das lässt sich schwer leugnen. Ja, absolut! Aber: Ohne die freundliche Windunterstützung gäbe es jetzt auch nicht den olympischen Super-Donnerstag mit insgesamt neun Medaillenentscheidungen und gleich zwei im Ski alpin. Bereits um 2 Uhr sollen die Damen im ersten Riesenslalom-Durchgang an den Start gehen, ursprünglich hatten sie ja ursprünglich am Montag antreten sollen. Der zweite Durchgang soll um 5.45 Uhr gestartet werden. Läuft alles optimal, könnte am Ende die Deutsche Viktoria Rebensburg ganz oben stehen, so wie 2010 in Vancouver. Damals fuhren aber weder eine gewisse Mikaela Shiffrin aus den USA noch die Französin Tessa Worley mit. Die gute Nachricht für alle Rebensburg-Fans: Sotschi-Triumphatorin Tina Maze wedelt nicht mehr mit.

Der Helm von Thomas Dreßen hat schon die richtige Farbe.
Der Helm von Thomas Dreßen hat schon die richtige Farbe.(Foto: dpa)

Zwischen den beiden Riesenslalom-Durchgängen soll um 3.30 Uhr die Männer-Abfahrt starten. Favorisiert sind Sotschi-Sieger Matthias Mayer aus Österreich, der Schweizer Beat Feuz und der rasende Norweger Aksel Lund Svindal. Mindestens geheimfavorisiert ist aber auch das deutsche Abfahrts-Küken Thomas Dreßen. Erstens, weil der 24-Jährige erst kürzlich auf der legendären Streif gewonnen hat. Und zweitens, weil er in der Super-Kombination die beste Abfahrt hingelegt hatte. Dreßens selbst gewählte Startnummer: die 1. Der Mann hat Mumm. Mit Josef Ferstl und Andreas Sander stürzen sich zwei weitere Deutsche die Olympia-Abfahrt hinab, allerdings ohne ernsthafte Medaillenambitionen.

Snowboard: Während bei der alpinen Abfahrt brav nacheinander gestartet wird, gehen beim Snowboardcross mindestens vier Fahrer gleichzeitig auf die Strecke. Für die Zuschauer an der Strecke und vorm TV ist das eine lustig-spektakuläre Angelegenheit, die ab 5.30 Uhr im olympischen Herren-Wettbewerb zu bewundern ist. Im Kampf um Gold wird Pierre Vaultier aus Frankreich wie bei seinem Olympiasieg 2014 ein gewichtiges Wörtchen mitreden, aber auch der Australier Alex Pullin will die Gold-Waage zu seinen Gunsten ausschlagen lassen. Nur Mitfahrer: das deutsche Trio Paul Berg, Konstantin Schad und Martin Nörl.

Ski nordisch: 10 Kilometer müssen die Damen ab 7.30 Uhr absolvieren, im freien Stil. Mit dabei und das wohl am Ende auch ganz vorn: Skiathlon-Siegerin Charlotte Kalla aus Schweden, Rekord-Olympionikin Marit Björgen und ihre norwegische Landsfrau sowie Tour-de-Ski-Siegerin Heidi Weng. Ehrenhalber erwähnt: das deutsche Quintett mit Sandra Ringwald, Stefanie Böhler, Victoria Carl und Katharina Hennig. Nicole Fessel muss wie im Skiathlon krankheitsbedingt passen.

Biathlon: Laufen, schießen, und am Ende eine deutsche Medaille - so lassen sich die bisherigen vier Biathlon-Wettbewerbe in Pyeongchang kurz und knapp zusammenfassen. Am Donnerstag gibt es gleich zwei Rennen, weil das Damen-Einzel vom Mittwoch verweht wurde. Beste Chancen auf den Sieg hat erneut die bereits doppelt vergoldete Laura Dahlmeier, die ab 9.15 Uhr nach dem Olympia-Hattrick greifen soll.

Ins Herren-Einzelrennen über 20 Kilometer gehen die deutschen Herren unter anderem mit Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer und deshalb mit Hoffnungen auf Edelmetall. Nicht dabei: Benedikt Doll, der Bronze in der Verfolgung geholt hatte, er ist angeschlagen. Goldfavoriten ab 12.20 Uhr sind trotz bärenstarker deutscher Teamleistung in der Verfolgung der französische Dominator Martin Fourcade, der seinen Titel aus Sotschi verteidigen will, und der Norweger Johannes Thingnes Bö. Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Jakov Fak aus Slowenien.

Eisschnelllauf: Gegen Mittag schlagen nicht nur die Herzen deutscher Sportfans höher, sondern auch die unserer niederländischen Nachbarn. Ihre Aufregung gilt allerdings den Kufenkönigen und der Frage, ob "Keizer" Sven Kramer nach den 5000 Metern auch die 10.000 Meter gewinnen kann. Stoppen könnten ihn Landsmann Jorrit Bergsma, der Olympiasieger von Sotschi, und der Kanadier Ted-Jan Bloemen. Die deutschen Starter Patrick Beckert und Moritz Geisreiter können das eher nicht. Beckert hat aber immerhin Außenseiterchancen. Los geht es um 12 Uhr.

Rodeln: Für den dramatisch verschenkten Herren-Sieg durch Felix Loch haben die deutschen Damen mit Gold und Silber bereits Wiedergutmachung betrieben. Da Olympia-Debütant Johannes Ludwig zudem Herren-Bronze gerettet hatte, hat das deutsche Rodelteam bereits einen Medaillensatz komplett. Verdoppeln würde die Mixed-Staffel ab 13.30 Uhr am liebsten die Zahl der Goldmedaillen. Das Team um Ludwig, die goldene Natalie Geisenberger und der Tobias-Express im Doppelsitzer, gilt auch als haushoher Favorit vor Österreich, Kanada und den USA. Aber: Haushoher Favorit war Felix Loch auch gewesen - und dann kam Kurve 9.

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Quelle: n-tv.de