Olympia

Das bringt der Olympia-Samstag Gibt es gleich die erste deutsche Medaille?

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Schachmann hat seine Saison komplett auf Olympia ausgerichtet.

(Foto: dpa)

Die Eröffnungsfeier ist gerade erst vorüber, schon werden die ersten Medaillen verteilt. Den Auftakt macht das Schießen. Auch auf dem Rad geht's los - mit fast 5000 Höhenmetern wird es für die Männer auf der Straße anstrengend. Dabei ist Maximilian Schachmann die größte Medaillenhoffnung an Tag eins.

Schießen: Die erste Medaille dieser Olympischen Spiele wird im Schießen vergeben. Die Frauen machen mit dem Luftgewehr den Auftakt. Mit dabei ist Jolyn Beer. Die 27-Jährige startet um 01:30 Uhr mit der Qualifikation in ihre ersten Spiele. Das Finale startet dann um 03:45 Uhr. Ab 6 Uhr steht die Qualifikation der Männer mit der Luftpistole an, das Finale startet um 08:30 Uhr. Christian Reitz ist hier für Deutschland am Start. Für den 34-Jährigen geht es zum Auftakt vor allem ums Reinkommen in Tokio. Seine Paradedisziplin, der Wettkampf mit der Schnellfeuerpistole, steht erst am 1. August an. Dort ist Reitz Titelverteidiger.

Radsport Straße: Gerade erst ist die Tour de France zu Ende gegangen, schon sind die Straßenrad-Profis wieder gefordert. Das Rennen über 234 Kilometer startet um 4 Uhr, mit dabei sind nach Simon Geschkes positivem COVID-19-Test noch Nikias Arndt, Emanuel Buchmann und Maximilian Schachmann. Letzterer hat sich voll auf die Olympischen Spiele fokussiert und dafür auf die Frankreich-Rundfahrt verzichtet. "Ich bin ganz sicher nicht der Topfavorit, aber auch nicht völlig chancenlos. Ich gehe ambitioniert in das Rennen und werde alles geben", sagte der 27-Jährige. Es soll die erste Medaille im Straßenrennen seit Jan Ullrich (Gold) und Andreas Klöden (Bronze) in Sydney 2000 her. Schachmann ist dafür der Favorit des deutschen Teams. Da der schwere Kurs von Tokio zum Berg Fuji fast 5000 Höhenmeter beinhaltet, könnte der ausgewiesene Kletter-Spezialist Buchmann ebenfalls Chancen haben. "Es wird ganz sicher ein sehr schweres Rennen. Insbesondere der Anstieg zum Mikuni Pass ist extrem steil", so Schachmann.

Bei den Topfavoriten wird sich zeigen, ob das Auslassen der Tour de France von Vorteil war: Belgiens 21-jähriges Wunderkind Remco Evenepoel verzichtete, der nur ein Jahr ältere Tadej Pogacar aus Slowenien verteidigte seinen Tour-Gesamtsieg eindrucksvoll - nun sind beide am Start. Und beide bekommen starke Unterstützung: Evenepoel unter anderem von Titelverteidiger Greg Van Avermaet sowie Wout Van Aert, Pogacar vor allem von Primoz Roglic, der nach seinem vorzeitigen Tour-Aus wegen seines heftigen Sturzes sicherlich etwas wiedergutmachen will.

Bogenschießen: Die herzige Geschichte des deutschen Teams bleibt aus: Lisa Unruh hat die Chance auf den erhofften gemeinsamen Olympiaeinsatz mit Ehemann Florian vergeben. Die Silbermedaillengewinnerin von Rio belegte in der Qualifikation mit 647 Ringen nur den 26. Platz und startet damit nicht im Mixed-Wettbewerb. Den bestreitet Florian Unruh nun gemeinsam mit Michelle Kroppen, die in der Quali mit 655 Ringen Elfte wurde. Es wäre "sicherlich sehr schön gewesen", gemeinsam mit ihrem Mann im Mixed aufzulaufen, sagte Lisa Unruh, "aber Michelle war deutlich besser und hat es verdient". Los geht es ab 2:30 Uhr mit den Achtelfinals, das Finale findet dann um 09:45 Uhr statt. Sowohl für den 28-jährigen Unruh als auch für die drei Jahre jüngere Kroppen sind es die ersten Olympischen Spiele. Für sie geht es im Achtelfinale gegen Taiwan. Eine Medaille wäre eine Überraschung.

Fechten: Die Säbelfechter geben aus deutscher Sicht den Einstand in die Spiele. Im Einzel treten Max Hartung, Benedikt Wagner und Matyas Szabo an. Hartung, der seine Karriere nach Olympia beenden will, bekommt es zum Auftakt mit dem Ungarn Tamas Decsi zu tun (04:55 Uhr). Der 31-Jährige, der auch Präsident der Sportlervereinigung Athleten Deutschland ist will zum Abschluss noch einmal "einen Kracher", möglichst Gold. Bei seinen bisherigen beiden Olympia-Teilnahmen hatte er dieses Ziel verpasst. Wagner trifft zur gleichen Zeit wie Hartung auf den Russen Kamil Ibragimow, der trotz der Sperre der Russen unter neutraler Flagge teilnehmen darf. Szabo bestreitet sein erstes Gefecht gegen den Südkoreaner Bongil Gu (05:20). Fünf Runden führen ins Finale (14.15 Uhr) bzw. den Kampf um Platz drei (13.20).

Judo: Für die Superleichtgewichte geht es schon am ersten Tag der Medaillenentscheidungen um alles. Das Team Deutschland vertreten Katharina Menz und Moritz Plafky. Die 30-jährige Menz konnte 2020 die EM-Bronzemedaille erkämpfen. Sie trifft zum Auftakt um 4:18 Uhr auf Mary Dee Vargas Ley aus Chile, der Goldmedaillengewinnerin der diesjährigen Panamerikanischen Meisterschaften in der Klasse bis 48 Kilogramm. Plafky bekommt es ebenfalls um 4:18 Uhr im ersten Kampf mit Jorre Verstraeten aus Belgien zu tun. Der EM-Dritte ist noch zwei Jahre jünger als der 25-Jährige aus Siegburg. In fünf Runden gilt es zu bestehen, die Finals stehen dann für 11:38 Uhr (Frauen) und 12:09 (Männer) im Zeitplan.

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Taekwondo: Zunächst einmal sind die Leichtgewichte im Taekwondo an der Reihe. Der einzige deutsche Teilnehmer, Alexander Bachmann, muss sich dagegen noch gedulden. Der Auftaktkampf des 27-Jährigen findet erst am kommenden Dienstag statt. Ab 3 Uhr kämpft er dann in der Gewichtsklasse Über 80 Kilogramm gegen den Kasachen Ruslan Zhaparov.

Gewichtheben: Wie beim Taekwondo machen auch beim Gewichtheben die Leichtgewichte den Anfang. Die Frauen bis 49 Kilogramm kämpfen um die erste Medaille in dieser Sportart. Aus deutscher Sicht müssen da noch keine Daumen gedrückt werden. Die vier Deutschen sind erst später dran. Lisa Marie Schweizer (-64kg) und Sabine Kusterer (-59kg) gehen am Dienstag ab 4:50 Uhr an den Start, Nico Müller (-81kg) muss sich sogar bis zum kommenden Samstag um 04:50 Uhr gedulden.

Quelle: ntv.de, ara

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