"Das ist inzwischen Alltag"Russische Hacker attackieren erneut Olympia-Seiten

Erneut werden Cyberangriffe auf Webseiten der Olympischen Winterspiele in Italien gemeldet - nur wenige Stunden vor der Eröffnungsshow. Nicht nur das IOC ist betroffen, sondern auch die Verbände aus Österreich und Deutschland.
Wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina hat es italienischen Medienberichten zufolge eine Welle von Cyberangriffen auf mit den Spielen verbundene Internetseiten gegeben. Wie die Zeitung "La Repubblica" berichtete, gingen die Attacken von einer prorussischen Hackergruppe aus. Offizielle Angaben der Behörden zu den Cyberangriffen gibt es bislang nicht.
Die Seite des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) war am Vormittag angegriffen worden und danach rund eine Stunde offline, sagte ein ÖOC-Sprecher der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Man habe die Vorgänge frühzeitig erkannt und entsprechend reagiert.
Zwei Internetauftritte des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) waren am Eröffnungstag der Spiele zeitweilig ebenfalls nicht erreichbar. Stattdessen erhielten Nutzer eine Fehlermeldung beim Aufruf der Seite der Dachorganisation sowie der Seite des deutschen Olympia-Teams. Einen konkreten Zusammenhang mit den angeblichen Cyberangriffen bestätigte der DOSB bislang nicht.
Bereits vor wenigen Tagen meldeten die italienischen Behörden Hackerattacken mutmaßlich russischen Ursprungs. Deren Ziele waren unter anderem einige Webseiten der Winterspiele, darunter Hotels in Cortina, sowie Einrichtungen des Außenministeriums in Italien sowie im Ausland. "La Repubblica" zitierte indes eine Sicherheitsquelle mit den Worten: "Das ist inzwischen Alltag."
Ermittler deuten die Welle von Cyberangriffen nur wenige Stunden vor der großen Eröffnungsshow am Abend als politisch symbolisch. Technisch gesehen seien die jüngsten Attacken nichts Neues, meldete "La Repubblica" weiter. Die lokalen Behörden haben sich demnach auf solche Risiken während der Winterspiele vorbereitet. Ein Team aus Fachleuten arbeitet gemeinsam mit Experten der Organisatoren daran, Angriffe auf das Großevent abzuwehren.