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EM-Schlüsselspiel im Re:Live Spanier deklassieren deutsche Handballer

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Bundestrainer Christian Prokop ist geschockt von der Vorstellung seiner Mannschaft.

(Foto: imago images/Bildbyran)

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hätte heute bei der EM schon einen großen Schritt in Richtung Halbfinale machen können. Doch das DHB-Team präsentiert sich gegen Spanien über weite Strecken desolat. Das Debakel im Liveticker.

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Fazit: Nach diesem Spiel gibt es zwei gute Nachrichten: Es hat sich niemand verletzt und mit fünf Siegen aus den nächsten fünf Spielen steht das DHB-Team trotz der schlimmen 26:33-Klatsche im Halbfinale der Europameisterschaft. Aber sonst? Das, was die deutsche Mannschaft hier in diesem wichtigen Spiel über eine lange Zeit auf die Platte gebracht hat, gibt wenig Anlass für Optimismus. Die beiden deutschen Torhüter hielten zusammen nichts, die Abwehr machte es den Spaniern viel zu leicht, zu Toren zu kommen. Und vorne machten sich die DHB-Spieler das Leben mit frei verworfenen Bällen, Ungenauigkeiten und fehlender Entschlossenheit das Spiel immer wieder selbst kaputt.

Zweimal kämpfte sich das Team von Christian Prokop nach hohen Rückständen wieder zurück, doch immer, wenn die abgezockten Spanier wieder in Reichweite kamen, schlich sich die nächste Ungenauigkeit ein. Am Montag geht es gegen Lettland (18.15 Uhr/ ZDF und im Liveticker auf ntv.de) um den Einzug in die Hauptrunde.

>>> Hier geht´s zum Spielbericht.

60. Minute, 33:26: Schluss! Pekeler setzt den Schlusspunkt, die Mannschaft hat es überstanden. Auf der deutschen Bank vergräbt Andreas Wolff das Gesicht in den Händen. Der Torwart, von dem so viel abhing, ist tief enttäuscht, wahrscheinlich auch geschockt.

59. Minute, 32:24: Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Kai Häfner stellt auf Minus acht. Damit entgehen die deutschen Spieler immerhin der höchsten Niederlage der deutschen EM-Geschichte. Die gabs 2008 im Spiel um Platz 3 der EM gegen Frankreich (26:36).

57. Minute, 32:23: Tobias Reichmannhätte sich wohl endgültig als neuer etatmäßiger Siebenmeterschütze etablieren können - aber der Melsunger verwirft den dritten deutschen Strafwurf des Abends.

56. Minute, 31:22: Vierter Treffer für Hendrik Pekeler. Damit ist der Kieler zusammen mit Uwe Gensheimer Deutschlands erfolgreichster Schütze. Aguinagalde stellt den alten Abstand aber schnell wieder her.

54. Minute, 30:21: Es bleibt dabei: Die beiden deutschen Torhüter halten hier und heute keinen Ball. Weder aus dem Rückraum, noch von den Außenpositionen.

52. Minute, 29:21: Ist das noch Ergebniskosmetik oder doch schon egal? Fabian Böhm trifft zweimal hintereinander mit ordentlich Dampf.

50. Minute, 28:19: Nächste Auszeit Deutschland. "Peke, sag noch was für hinten", fordert der Bundestrainer. Hier geht es nur nach darum, die Sache über die Bühne zu bekommen. Gelingt nicht. Das hier ist Frust pur.

48. Minute, 27:19: Timo Kastening trifft. Aber im Gegenangriff bindet Alex Duschebajew gleich drei Deutsche, legt ab und ermöglicht das nächste spanische Tor.

47. Minute, 26:18: Wie man von außen trifft, zeigen die Spanier: Abello knallt Bitter den Ball ins kurze Eck. Es wird bitter. Und Fernandez legt nach. Die deutsche Mannschaft präsentiert sich erschreckend schwach. In allem. Perez de Vargas fängt danach einen Ball von Schmidt.

44. Minute, Auszeit: Prokop nimmt die Auszeit und will seine Mannschaft noch einmal aufwecken. Auf den Teamgeist schwört er seine Jungs ein. So, wie man sich gerade präsentiert, ist es erschreckend. Glaubt noch jemand an die Wende? Der eingewechselte Patrick Zieker verwirft aus guter Position.

43. Minute, 24:18: Vorne trifft Kohlbacher, hinten haben die Spanier leichtes Spiel. Wer hätte ahnen können, dass die so starke deutsche Defensive so überhaupt kein Faktor ist?

42. Minute, 22:17: Wolff geht schon wieder raus. Ein bitterer Abend für den Torwart. Und vorne wirft der eingewechselte David Schmidt den Ball einfach weg. Da geht es wieder dahin.

40. Minute, 20:17: Denkste: Die Spanier bestrafen rasend schnell zwei deutsche Fehlentscheidungen im Angriff und ziehen wieder davon. Aber Reichmann verlädt den spanischen Keeper beim SIebenmeter: Drei Tore Abstand.

39. Minute, 18:16: Und so schnell ist Deutschland wieder dran: Gensheimer darf nicht mehr zum Strafwurf antreten, stattdessen macht es Reichmann. Und der macht es auch.

37. Minute, 18:15: Kohlbacher trifft. Und Kastening legt mit einem erfolgreich verwandelten Tempogegenstoß nach.

36. Minute, 18:13: Es geht viel zu einfach: Die Spanier spielen offensiv keine Wunderdinge, aber die deutsche Abwehr bekommt keinen Zugriff. 18:13.

33. Minute, 16:13: Wolff bekommt weiter kein Körperteil an den Ball. Nächster spanischer Treffer. Gut: Vorne trifft Häfner zum ersten Mal nach drei Fehlwürfen.

32. Minute, 15:12: Balleroberung in der Defensive, Pekeler trifft. Ausgeglichener Start.

31. Minute, 15:11: Es geht weiter und Andreas Wolff kehrt ins Tor zurück. In der ersten Hälfte hat der Spanien-Schreck von 2016 nur einen Wurf pariert. Es kann nur besser werden und zu was Wolff im Stande ist, wissen nicht nur die deutschen Fans und Spieler, sondern auch die Spanier. Außerdem kommt auf Rechtsaußen Timo Kastening für den glück- und torlosen Tobias Reichman. Dennoch trifft Joan Canellas für Spanien.

Halbzeitfazit: Au weia, das war ein ganz mieser Start hier: 10:4 lagen die Spanier hier in diesem wichtigen Spiel schon vorne, dann ging Andreas Wolff aus dem Tor und in der Folge berappelte sich das DHB-Team, hatte sogar die Chance zum Ausgleich. Doch der wird nicht fallen, wenn die Mannschaft offensiv weiter so viele Unsauberheiten in ihrem Spiel hat und so viele Chancen liegen lässt. Auch der eigentlich so sichere Siebenmeterschütze Uwe Gensheimer hat schon wieder zwei verworfene Strafwürfe auf dem Konto. Die gute Nachricht: Die lange viel zu wenig konsequente Defensive hat sich leicht stabilisiert. Und so ist hier etwas überraschend noch was drin. Gleich geht´s weiter.

30. Minute, 14:11: Jetzt doch noch der elfte deutsche Treffer: Spanien agiert in Unterzahl ohne Torwart, verliert den Ball und Pekeler trifft ins leere Tor - Halbzeit.

28. Minute, 14:10: Das gibt es doch nicht: Gensheimer verwirft den nächsten Siebenmeter. Auch Reichmann verwirft danach.

28. Minute, 14:10: Spanien hat sich vom deutschen Lauf gut erholt, Abello trifft zum 14:10. Häfner knallt den Ball übers Tor. Aber: Bitter fischt den nächsten spanischen Angriff weg.

27. Minute, 13:10: Spanien setzt sich wieder etwas ab. Entrerrios bricht durch und trifft. Nicht wieder abreißen lassen - denkt sich auch Fabian Böhm. Der trifft, bedient von Drux, zum 10:13. Aber Deutschland spielt jetzt in Unterzahl.

24. Minute, 12:9: Spanien wieder mit drei Toren vorn. Aitor Arino trifft glücklich. Bitter ist hier trotzdem schon voll im Spiel.

23. Minute, 11:9: Mist! Bitter hält, Drux vertendelt. Statt dem Ausgleich sehen wir den fünften Treffer von Alex Duschebajew. Vorne scheiter Gensheimer zum ersten Mal heute per Siebenmeter.

21. Minute, 10:9: Schon wieder: Was ist denn hier los? 10:9, Julius Kühn. Was für ein Lauf der deutschen Mannschaft. SPanien seit neun Minuten ohne Treffer.

20. Minute, 10:8: Das Spiel kippt! Schrittfehler Spanien, Pekeler trifft ins leere Tor.

20. Minute, 10:7: Wieder der Ballgewinn, Aguinagalde stoppt den Gegenstoß Regelwiedrig: Zwei Minuten, Siebenmeter, 10:7. Deutschland hat sich berappelt. Spanien nimmt die Auszeit.

18. Minute, 10:6: Endlich gelingt WIencek mal ein Ballgewinn, vorne setzt sich Drux durch - Tor. Es geht doch! Und die Spanier kassieren auch noch eine Zwei-Minuten-Strafe. Geht jetzt was?

16. Minute, 10:5: Häfner findet zum ersten Mal Kohlbacher am Kreis, der kann nur siebenmeterwürdig gestoppt werden. Gensheimer tritt an - drin.

15. Minute, 10:4: Wieder Weber, mit Glück. Egal, das DHB-Team nimmt hier gerade alles, was es kriegen kann. Aber hinten geht gerade gar nichts.

14. Minute, 9:3: Wieder ein einfacher Treffer für die Spanier.

13. Minute, 8:3: Gut durchgetankt von Weber, Tor. Das ist sein Spiel - wird der Leipziger heute zu einem Faktor? Deutschland stellt um auf eine offensive Abwehr, kassiert aber zwei Minuten für Drux.

12. Minute, 8:2: Wird das hier ganz bitter? Tobias Reichmann hat einen Spitzenwinkel, scheitert aber an Perez de Vargas. Hinten macht es die eigentlich so starke Defensive den Spanier viel zu leicht. Wolff geht raus, Johannes Bitter kommt.

10. Minute, 6:2: Immerhin: Gensheimer erzielt mal wieder einen Treffer.

9. Minute, 6:1: Die Spanier führen Deutschland vor: Erst trifft Entrerrios hinter dem Rücken, dann schlägt es schon wieder ein. Wolff brüllt.

8. Minute, 4:1: Zu viele technische Fehler zwingen Prokop zur ersten Auszeit. Der Bundestrainer will Schwung in der Offensive sehen. Im rechten Rückraum soll Alex Duschebajew offensiver angegangen werden. Vorne kommt Philipp Weber für Drux. Nächster Ballverlust.

7. Minute, 3:1: Fehlpass, Tempogegenstoß, 3:1. Genau das darf nicht passieren. Und auch im nächsten Angriff gibt es keinen deutschen Treffer.

6. Minute, 2:1: Toller Pass von Drux auf Gensheimer - Tor! Aber auch die Spanier treffen.

5. Minute, 1:0: Aber auch Deutschland hat einen überragenden Torwart: Wolff hält den ersten freien Ball. Vorne aber scheitert Häfner. Und auch Wiencek lässt einen freien Ball liegen. Was ist denn hier los? Jetzt aber doch der erste Treffer für Spanien.

2. Minute: Zweite Parade von Perez de Vargas. Die offensive Deckung der Spanier könnte für die ersatzgeschwächte deutsche Offensive zum Problem werden.

1. Minute: Deutschland wirft an. Statt Julius Kühn startet Fabian Böhm. Dazu Paul Drux, Uwe Gensheimer, Tobias Reichmann, Hendrik Pekeler und Kai Häfner. Spanien startet mit einer 5:1-Deckung. Beide Teams lassen ihre ersten Möglichkeiten aus.

18.14 Uhr: "Wenn wir sagen, dass wir vom Halbfinale träumen, hat das Spiel schon eine Wirkung. Wenn man das gewinnt, geht man direkt auf die Welle und alles wird ein bisschen leichter. Rechnen kann jeder", sagte DHB-Vize Bob Hanning auf der Pressekonferenz gestern. Nun denn: Lassen Sie uns gemeinsam die Welle reiten. Die Hymnen sind gespielt, es geht los.

18.05 Uhr: Die Spanier sind, ebenso wie die deutsche Mannschaft, erwartungsgemäß mit einem deutlichen Erfolg gegen einen EM-Neuling ins Turnier gestartet. Aber ähnlich wie die DHB-Auswahl glänzte der Titelverteidiger gegen Lettland kaum, führte beim 33:22 zur Pause nur mit drei Toren. Der Unterschied: Während die deutsche Mannschaft nur eine Rote Karte kassierte, flogen bei den Spaniern gleich zwei Spieler von der Platte. Nach dem ersten Spieltag gehen alle drei Disqualifikationen auf das Konto der beiden Handball-Großnationen.

Die Spanier, deren Kader beinahe deckungsgleich mit dem ist, der 2018 Europameister wurde, stellen eine gewaltige Abwehr, hinter der mit Torwart Perez de Vargas noch ein echter Ausnahmekönner wartet. Es wird heute wahnsinnig kompliziert, zu Toren zu kommen – aber das gilt bekanntlich für beide Teams.

Neben den Roten Karten liegt Spanien auch bei der Anzahl der Europameister im Kader vorne: 13 spanische Goldmedaillengewinner von 2018 treffen auf sechs deutsche von 2016: Jannik Kohlbacher, Andreas Wolff, Tobias Reichmann, Kai Häfner, Julius Kühn und Hendrik Pekeler.

18 Uhr: Soll der große Schritt in Richtung Halbfinale in Stockholm gelingen, müssen die Deutschen heute konzentrierter, entschlossener und präziser zu Werke gehen, als beim holprigen Auftakt am Donnerstag gegen die Niederlande. Aber das ist natürlich allen klar. Der Bundestrainer jedenfalls ist vorbereitet: "Sie sind sehr eingespielt, spielen in Bestbesetzung, sind der Favorit - aber wir haben uns einen Plan zurechtgelegt und rechnen uns etwas aus", verriet Prokop. Und sein Kapitän Uwe Gensheimer, der gleich sicher mehr zeigen möchte, als bei seinem unglücklichen Kurzauftritt am Donnerstag, warnte seine Kollegen: "Wir wissen ungefähr, was da kommt", sagte Gensheimer über die Spanier: "Die werden provozieren mit Täuschen und Sinken in der Abwehr. Da müssen wir uns sehr gut drauf vorbereiten."

Und Torwart Jogi Bitter hat das Patentrezept: Der Oldie will "da hinten mit Andi das Ding vernageln". Klingt nach einem Plan. Vielleicht ist es ein Vorteil für die deutsche Mannschaft, dass Andreas Wolff mit gleich vier Spaniern bei VIVE Kielce zusammen spielt? Julen Aguinagalda, den Brüdern Alex und Daniel Duschebajew und Angel Fernandez konnte der deutsche Torwart täglich im Training studieren.

17.55 Uhr: An das, was 2018 passierte, erinnern wir uns lieber nicht zurück. Im entscheidenden Hauptrundenspiel lieferte die deutsche Mannschaft eine desolate zweite Halbzeit ab, verlor das Spiel 31:27 und Christian Prokop danach beinahe seinen Job. Zu schwach, zu willenlos hatte sich die Mannschaft bei der EM vor zwei Jahren präsentiert. Es bedurfte diverser Krisensitzungen, um Prokop noch im Amt zu behalten. Der Bundestrainer selbst hatte ein schwaches Bild abgegeben: Dünnhäutig, angreifbar im Umgang mit den Spielern, zu komplex in den Ansprachen in den Auszeiten. Alles überwunden, denn nicht nur der Bundestrainer hat sich nicht ge- sondern verändert, auch die Mannschaft ist einen Schritt auf ihren Chef zugegangen. Wir hatten unmittelbar nach der erfolgreichen Heim-WM 2019 mit Bob Hanning gesprochen, der Prokop nicht nur ins Amt geholt, sondern auch da gehalten hatte. Lesen Sie doch noch mal nach, was sich nach der EM 2018 alles abgespielt – und dann zum Guten verändert – hat.

17.45 Uhr: Apropos "besondere Duelle gegen die Spanier": In jüngerer Vergangenheit gab es da eines, das Handball-Deutschland in bester Erinnerung behalten hat: Im Januar 2016 schossen die "Bad Boys" völlig frustrierte Spanier mit 24:17 aus der Halle von Krakau und krönten sich so absolut überraschend zum Europameister. 16 Millionen Deutsche verfolgten damals das Endspiel an den Bildschirmen und wurden Zeuge, wie Andreas Wolff mit unglaublichen Paraden in Serie das deutsche Tor vernagelte. Bei zunehmend verzweifelten Spaniern dürfte der Hüne einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Ich habe gestern aufgeschrieben, wie Wolff den Weg zurück in die Alpträume der Spanier gefunden hat.Vielleicht haben Sie Lust, vor dem Anpfiff nochmal den überraschenden Weg von Andreas Wolff nach dem Krakau-Triumph nachzugehen?

17.35 Uhr: Liebe Leserinnen und Leser, liebe Handballinteressierte, willkommen zu diesem ganz wichtigen Spiel. Denn in Kürze geht es für die deutsche Handball-Nationalmannschaft - am zweiten Spieltag der Vorrunde - schon um den Einzug ins Halbfinale. Kann nicht sein? Doch! Gut, rechnerisch noch nicht, aber die günstige Auslosung hat dem DHB-Team neben den Spaniern nur noch die Kroaten als echte Hochkaräter in seine Turnierhälfte gelost, während sich fernab vom Weg der deutschen Mannschaft mit Frankreich, Schweden, Norwegen und Dänemark gleich vier Top- und Mitfavoriten ums Halbfinale kappeln. Lassen Sie sich doch zum Aufwärmen vom deutschen Welthandballer Daniel Stephan erklären, worauf es heute ab 18.15 Uhr ankommt - und erinnern Sie sich gemeinsam mit ihm wohlig an ein ganz besonderes Duell mit den Iberern.

 

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Quelle: ntv.de