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Gutachten statt Google Abgeordneter versucht, Alexa zu verstehen

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Der Echo Show 5 ist Amazons jüngster Alexa-Lautsprecher.

(Foto: Amazon)

Ein Bundestagsabgeordneter lässt vom Wissenschaftlichen Dienst ein Gutachten anfertigen, um die Gefahren von Sprachassistenten wie Amazon Alexa zu verstehen. Neue Erkenntnisse liefert es nicht, der Abgeordnete hätte die Infos auch googeln können.

Der Sprachassistent "Alexa" von Amazon birgt nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags Risiken für Minderjährige und unbeteiligte Besucher. Konkret geht es darum, dass Kinder persönliche Informationen preisgeben oder mit ihrer Stimme Inhalte abrufen könnten, die für Minderjährige nicht geeignet sind.

Außerdem stellt sich die Frage, was mit Besuchern ist, die nicht wissen, dass die Software gerade aufzeichnet - auch wenn die Aufzeichnung in der Regel nur wenige Sekunden dauert.

Bekannte Unklarheiten

In einem Gutachten stellt der Wissenschaftliche Dienst fest, Amazon dürfte der Pflicht zur Informationsvermittlung bei der Datenerhebung von Nutzern ausreichend nachkommen - "offen bleibt jedoch, wie unbeteiligte Dritte und Minderjährige von der Datensammlung ausgeschlossen werden können".

Mit Blick auf die USA sei außerdem unklar, "zu welchen weiteren Zwecken Amazon seine Daten zukünftig nutzen könnte", heißt es in dem Gutachten. Auch ein Datendiebstahl aus der Amazon Cloud könne nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der Masse der dort gespeicherten Informationen "könnte dies die Nutzer von 'Alexa' besonders sensibel treffen". Das Bundesinnenministerium fühlt sich in der Sache nicht zuständig.

Mehr als ein Häkchen

Ein Sprecher erklärte auf Anfrage: "Die Nutzung der Sprachassistenten betrifft Datenverarbeitungen durch nichtöffentliche Stellen." Für diese lasse die Datenschutz-Grundverordnung der EU den nationalen Gesetzgebern so gut wie keinen Regelungsspielraum. "Wir müssen darauf dringen, dass die Einwilligungserklärung für den Nutzer auf die Gefahren und Möglichkeiten hinweist, die mit der Übertragung und Nutzung der Daten sowie der Daten von Dritten, die sich zufällig im Raum befinden, hinweist", sagte der fraktionslose Bundestagsabgeordnete Uwe Kamann. Dies müsse detailliert erfolgen, "und nicht indem man nur einmal ein Häkchen für alles setzt".

Der Wissenschaftliche Dienst hält fest: "Angaben zur Speicherungsdauer sind in den Nutzungsbedingungen von Amazon nicht ersichtlich." Kamann hatte den Wissenschaftlichen Dienst explizit nach "Alexa" gefragt. Er betonte jedoch: "Bei allen sprachbasierten Aufzeichnungssystemen gibt es diesen kritischen Punkt." Die Amazon-Software sendet erst dann Sprachdaten, wenn der Nutzer ein Aktivierungswort ausspricht - zur Auswahl stehen "Alexa", "Computer", "Echo" oder "Amazon".

"Alexa, lerne meine Stimme"

Digitale Sprachassistenten wie Amazons Echo-Lautsprecher mit der Software "Alexa" oder "Siri" von Apple können Fragen beantworten, bestimmte Musik abspielen, Lebensmittel bestellen und andere Aufgaben erledigen. Laut einer aktuellen Studie werden sie besonders häufig in Familien genutzt. Amazon bietet den Nutzern von "Alexa" zwar neuerdings mit dem Befehl "Alexa, lerne meine Stimme" die Möglichkeit, ein persönliches Stimmprofil einzurichten.

Die Stimmprofile werden nach Angaben eines Amazon-Sprechers nur genutzt, "um das individuelle Nutzererlebnis zu verbessern". Auf den Befehl "Computer, spiele Musik" hin werden beispielsweise für verschiedene Profile unterschiedliche Titel abgespielt. Das Gerät für Kinder oder Mitbewohner zu sperren, erlaubt die neue Stimmerkennung aber nicht. "Eine zweifelsfreie biometrische Identifizierung, die Voraussetzung für das Sperren einzelner Profile, beziehungsweise die Deaktivierung von Sprachaufzeichnung einzelner Nutzer wäre, findet über Stimmprofile nicht statt", erklärte der Sprecher.

Amazon hat n-tv.de eine Stellungnahme geschickt:

"Das Vertrauen unserer Kunden hat höchste Priorität für Amazon und wir wissen, dass wir beim Thema Datenschutz überzeugende Lösungen liefern müssen, um die hohen Erwartungen unserer Kunden zu erfüllen. Echo und Alexa schützen die Privatsphäre der Kunden und jedes Haushaltsmitglieds. Jeder Echo-Lautsprecher ist mit einer Stummtaste ausgestattet, die die Stromzufuhr der Mikrofone und Kameras elektronisch trennt. Dadurch ist es für Kunden sehr einfach zu steuern, wann Alexa in der Lage ist, das Aktivierungswort zu erkennen. Ohne Erkennen des Aktivierungsworts werden keine Sprachaufzeichnungen gespeichert oder in die Cloud gesendet und Echo Lautsprecher geben einen eindeutigen visuellen Hinweis, wenn Daten in die Cloud gestreamt werden. Kunden können darüber hinaus alle Sprachaufzeichnungen, die mit ihrem Konto verknüpft sind, jederzeit ansehen, anhören und löschen. Aufzeichnungen lassen sich außerdem über die Sprachbefehle  „Alexa, lösche was ich gerade gesagt habe“ oder „Alexa, lösche alles, was ich heute gesagt habe“ löschen.

Weitere Informationen erhalten Nutzer auf dem neuen Alexa-Datenschutzportal.

Quelle: n-tv.de, kwe/dpa

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