Osram Smart+ WifiDiese Indoor-Überwachungskamera ist klein, smart und günstig
Von Klaus Wedekind.webp)
Die Osram Smart+ Wifi ist eine kleine Überwachungskamera für Innenräume, die preiswert ist, aber viele praktische Funktionen bietet. Außerdem ist sie schnell eingerichtet und integriert sowie leicht zu bedienen.
Eine Überwachungskamera für Innenräume ist nicht nur sinnvoll, um Einbrecher auf frischer Tat zu ertappen und Beweismaterial aufzunehmen. Sie kann beispielsweise auch nützlich sein, um in Abwesenheit Haustiere im Blick zu behalten oder als Video-Babyfon zu dienen. Wer dafür nicht zu viel Geld ausgeben möchte, sollte ein Auge auf die Osram Smart+ Wifi werfen, die sich im Praxistest bewiesen hat. Der Hersteller möchte für sie knapp 70 Euro haben, im Online-Handel ist sie aber für weniger als 50 Euro zu bekommen.
Sie dreht und neigt sich
Die Kamera ist 119 X 76 X 76 mm groß, wiegt knapp 280 g und hat ein schlichtes, weißes Plastikkleid. Das relativ hohe Gewicht hat sie einem Motor zu verdanken, mit dem sie ihren Kopf fast rundum um 315 Grad drehen und um 75 Grad neigen kann. Man kann sie aufstellen oder über eine mitgelieferte Halterung an der Wand oder Decke montieren.
Normalerweise benötigt die Osram Smart+ Wifi eine Steckdose in der Nähe, da sie keinen integrierten Akku für den mobilen Einsatz hat. Weil sie aber über einen USB-C-Anschluss mit Strom versorgt wird, kann man sie auch mit einer Powerbank statt des mitgelieferten Netzteils verbinden. Dabei zahlt sich aus, dass die Kamera üblicherweise nur 1 bis 2 W verbraucht. Dass man das Kabel wechseln kann, ist auch wichtig, da die Strippe in der Verpackung nur 90 cm lang ist.
Schnell eingerichtet, scharfes Bild
Die Einrichtung über die zugehörige App Smart+ ist im Handumdrehen erledigt. Man hält der Kamera im Prinzip nur einen von der Anwendung erzeugten QR-Code vor die Nase und verbindet sie nach der Erkennung mit dem WLAN. Wenn man möchte, kann man die Kamera auch in ein bestehendes Smarthome-System einbinden, sie ist mit Amazon Alexa, Google Home und Samsung SmartThings kompatibel. Das hat im Test ebenfalls problemlos funktioniert. Alle Funktionen hat man aber nur über Smart+, und da hat die Osram Smart+ Wifi einiges zu bieten.
Die 4-Megapixel-Kamera liefert mit QHD-Auflösung (2K) ein scharfes farbiges Bild aufs Smartphone. Wahlweise kann man die Auflösung auch verringern. Wenn man Aufnahmen ohne verbundenes Smartphone speichern möchte, kann man eine kostenpflichtigen Cloud-Lösung nutzen, die mindestens rund 90 Euro pro Jahr kostet. Wesentlich preiswerter ist es, eine microSD-Karte einzustecken.
Ist die Beleuchtung zu gering, kann die Kamera automatisch in den monochromen Infrarot-Nachtmodus gehen. Die Reichweite ist dabei auf sieben Meter beschränkt, was man bei der Platzierung berücksichtigen sollte. Auch die Qualität der Nachtaufnahmen ist gut, bei schnellen Bewegungen sind sie aber unscharf.
Sie folgt, benachrichtigt, nimmt auf und schlägt Alarm
Wenn man möchte, folgt die Kamera erkannten Bewegungen und man kann sich auf dem Smartphone benachrichtigen lassen. Zur Abschreckung gibt die Kamera auf Wunsch über einen Lautsprecher auch einen ziemlich lauten Alarmton von sich. Außerdem kann sie automatisch Aufnahmen machen, wenn sie eine Bewegung festgestellt hat. Wenn man möchte, nimmt sie aber auch kontinuierlich oder für einen festgelegten Zeitraum auf.
Um nicht durch von Haustieren ausgelösten Fehlalarmen genervt zu werden, ist es möglich, die Erkennung auf Menschen zu beschränken. Oder man legt einen Aktivitätsbereich fest, auf den sich die Kamera konzentrieren soll. Für Überwachungsroutinen kann man Zeitpläne erstellen oder die Osram Smart+ Wifi sich im Patrouille-Modus umsehen lassen.
Mikrofon erkennt Babygeschrei
Sehr sinnvoll ist, dass die Osram Smart+ Wifi zusätzlich ein Mikrofon zur Geräuscherkennung hat. Dabei lässt sich auch speziell ein Modus für Babygeschrei aktivieren. Für beide Optionen empfiehlt es sich die Empfindlichkeit hoch einzustellen, da die Kamera nur auf relativ laute Geräusche reagiert.
Das Mikrofon und der Lautsprecher kann auch dazu dienen, um Gespräche über die App zu führen. Nicht unbedingt, um einen Einbrecher zur Aufgabe zu bewegen, aber vielleicht, um ein Baby zu beruhigen oder mit bettlägerigen Personen zu sprechen. Der Ton ist dabei zwar blechern, aber man kann einander gut verstehen.
Interessant ist auch die Möglichkeit, im Smarthome Routinen und Aufgaben einzurichten. Also beispielsweise zu bestimmten Zeiten den Patrouillen-Modus zu aktivieren oder eine Aufnahme zu starten, wenn ein anderes Gerät etwas festgestellt hat, etwa ein Fenstersensor. Umgekehrt kann die Kamera auch als Auslöser dienen, zum Beispiel für Beleuchtung. Mit Einschränkungen klappt das auch in Google Home, Amazon Alexa oder Samsung SmartThings.
Fazit
Die kleine Osram Smart+ Wifi bietet für weniger als 50 Euro ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie liefert gute Bilder, ist vielseitig, aber trotzdem unkompliziert. Benötigt man nicht alle Funktionen gibt es allerdings noch günstigere Alternativen. Und hat man bereits ein Smarthome-System von Google, Amazon oder Samsung ist trotz der Kompatibilität eine Kamera desselben Herstellers vielleicht die bessere Wahl.
