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Topspeed ist nicht alles LTE in Deutschland wirklich lahm?

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Deutsche Nutzer haben keine besonders schnellen LTE-Verbindungen, dafür sind die Download-Raten im Tagesverlauf relativ stabil.

(Foto: picture alliance/dpa)

Messungen der 4G-Netze ergeben, dass deutsche LTE-Nutzer immer noch mit international eher unterdurchschnittlichen Download-Geschwindigkeiten leben müssen. In Europa werden fast überall höhere Download-Raten erzielt. Topspeed ist aber nicht alles.

Opensignal veröffentlicht regelmäßig Statistiken über die weltweiten LTE-Geschwindigkeiten. In der Vergangenheit konnte Deutschland mit unterdurchschnittlichen Download-Raten nicht glänzen und auch im neuen 4G-Vergleich sieht es für Telekom, Vodafone und Telefónica auf den ersten Blick nicht gut aus. Doch wenn man die einzelnen Statistiken genauer betrachtet, können deutsche Nutzer eigentlich noch ganz zufrieden sein - auch wenn es anderswo noch viel besser aussieht.

Unterdurchschnittliche Höchstgeschwindigkeiten

Was die gemessenen Höchstgeschwindigkeiten betrifft, belegt Deutschland in der neuen Opensignal-Statistik mit 31,9 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) unter 77 Ländern Platz 42. In Europa schnitten nur die Ukraine und Russland schwächer ab, in der EU ist Deutschland das LTE-Schlusslicht. An der Spitze liegen Südkorea, die Schweiz, die Niederlande und Singapur mit rund 55 Mbit/s, sehr schnelle Netze findet man auch in Norwegen und Dänemark mit etwa 54 Mbit/s.

Etwas freundlicher fällt das Ergebnis aus, wenn man die Durchschnittsgeschwindigkeiten vergleicht. Deutschland belegt hier mit 23,7 Mbit/s immerhin den 32. Platz und lässt unter anderem Polen hinter sich, wo sich die Nutzer mit 19,5 Mbit/s zufriedengeben müssen.

Rund um die Uhr stabile Raten

Noch besser sieht es für Telekom, Vodafone und Telefónica aus, wenn man die Geschwindigkeiten betrachtet, die Nutzer wenigstens erwarten dürfen, die also zu der Uhrzeit gemessen wurden, zu der die Download-Raten in den Ländern regelmäßig am niedrigsten ausfallen. Dann klettert Deutschland nämlich mit 21,4 Megabit/s auf einen respektablen 24. Platz. Frankreich, das mit 43,4 Mbit/s bei den gemessenen Höchstgeschwindigkeiten auf dem 11. Rang glänzt, liegt in diesem Vergleich mit 20,2 Mbit/s hinter Deutschland.

Dass Nutzer hierzulande zwar kein Top-Speed-LTE geboten bekommen, aber ihre Download-Raten wenigstens relativ stabil bleiben, zeigt auch die Opensignal-Statistik, die die Abweichungen zwischen den schnellsten und langsamsten Tageszeiten betrachtet. Hier belegt Deutschland einen sehr respektablen 16. Rang.

Einen Grund, stolz auf ihre Netze zu sein, haben Telekom, Vodafone und Telefónica deswegen aber nicht. In den Niederlanden surfen die Nutzer beispielsweise auch in der LTE-Rushhour noch mit rund 39 Mbit/s, in Norwegen mit 38,5 Mbit/s. Die stabilsten Download-Raten haben die Tschechen, denen immer zwischen knapp 30 und 36 Mbit/s zur Verfügung stehen.

Warten auf 5G

Besserung ist laut Opensignal kaum in Sicht. Selbst in den Ländern mit den besten 4G-Netzen seien kaum noch höhere LTE-Geschwindigkeiten zu erreichen, resümiert Opensignal. Erst 5G bringe einen neuen Schub, was vor allem auch an den höheren Kapazitäten der Technik liege. Was das betrifft, müssen sich Nutzer hierzulande aber voraussichtlich deutlich länger als in anderen Ländern gedulden. Vergabe und Verfügbarkeit der nötigen Frequenzen sowie ein immer noch schleppender Glasfaser-Ausbau lassen eher befürchten, dass 5G für normale Mobilfunk-Nutzer in Deutschland noch lange keine Relevanz haben wird.

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Quelle: n-tv.de, kwe

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