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Auch Kreditkarten-Daten geklaut Neun Millionen Easyjet-Konten gehackt

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Easyjet wurde Opfer eines massiven Hackerangriffs.

(Foto: picture alliance/dpa)

Easyjet muss eingestehen, dass Hacker Zugriff auf rund neun Millionen Kundenkonten hatten. In einigen Fällen seien auch Kreditkarten-Daten gestohlen worden. Alle anderen Betroffenen könnten Opfer von Phishing-Attacken werden.

Als ob es Fluggesellschaften in der Corona-Krise nicht schon schwer genug hätten, ist Easyjet jetzt auch noch von Hackern attackiert worden. Die Angreifer hätten Zugriff auf die E-Mail-Adressen und Reise-Details von ungefähr neun Millionen Passagieren gehabt, teilt die britische Fluggesellschaft mit. Bei 2208 Kunden hätten die Gangster außerdem Kreditkarten-Daten erbeutet. Man habe die Betroffenen bereits kontaktiert und ihnen Hilfe angeboten, so Easyjet.

Auch alle anderen Passagiere, auf deren Konten die Hacker zugreifen konnten, sollen in den kommenden Tagen bis spätestens 26. Mai informiert werden. Sie würden Ratschläge erhalten, um sich zu schützen und um das Risiko, Opfer einer Phishing-Attacke zu werden, zu minimieren. Wer keine Nachricht erhalte, sei nicht betroffen, schreibt der Billigflieger. Alle Easyjet-Kunden sollten bei unerwarteter Post misstrauisch sein. Besonders gelte es aber bei E-Mails aufzupassen, die angeblich von Easyjet oder Easyjet Holidays kommen.

"Hacker werden immer raffinierter"

Man nehme die IT-Sicherheit sehr ernst und habe robuste Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die persönlichen Informationen der Passagiere zu schützen, sagt Easyjet-CEO John Lundgren. Hackerangriffe würden allerdings immer raffinierter. Von dem Moment an, als die Attacke erkannt wurde, sei klar gewesen, dass in Anbetracht der Corona-Krise erhöhte Gefahr bestehe, dass die Daten für Online-Betrug eingesetzt würden, sagt der Easyjet-Chef. Deshalb informiere man die Betroffenen entsprechend.

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Jedes Unternehmen müsse seine Maßnahmen ständig anpassen, um der Bedrohung gewachsen zu sein. Man werde weiter in die Sicherheit der Kunden, der Systeme und der Daten investieren, so Lundgren. "Wir möchten uns bei den Kunden, die von dem Vorfall betroffen sind, entschuldigen."

Der Hackerangriff könnte der Airline eine hohe Geldstrafe einbrocken. Konkurrent British Airways wehrt sich noch immer gegen ein Bußgeld von umgerechnet gut 200 Millionen Euro nach dem Diebstahl von Hunderttausenden Kreditkarten-Daten 2018, das die zuständige Behörde ICO verhängt hatte. Auf Empfehlung der ICO bitte Easyjet die Kunden, besonders wachsam zu sein, vor allem bei E-Mails.

Quelle: ntv.de, kwe/rts