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Google macht's einfach Pixel 5 ist Mittelklasse vom Feinsten

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Das Google Pixel 5 hat ein griffiges und stabiles Aluminiumgehäuse.

(Foto: kwe)

Googles neues Pixel 5 ist kein teures Oberklasse-Smartphone mit allen Schikanen, sondern ein Mittelklasse-Smartphone, das alles hat, was man braucht. Es ist kompakt, kann 5G, hat eine klasse Kamera und ein starkes Display - was will man mehr?

Es ist schon etwas außergewöhnlich, dass Google in diesem Jahr kein High-End-Smartphone auf den Markt bringt. Doch eigentlich liegt das Unternehmen damit 2020 goldrichtig. "Die Welt scheint gerade kein weiteres 1000-Dollar-Smartphone zu brauchen", sagte Googles Hardware-Chef Rick Osterloh nach der Präsentation des Pixel 5. Und so hat das Unternehmen teure Technik wie die 3D-Gesichtserkennung oder den Radar-Sensor des Pixel 4 über Bord geworfen. Herausgekommen ist ein Mittelklasse-Smartphone für knapp 613 Euro, das alles kann, was ein aktuelles Gerät können muss. Außerdem ist das Pixel 5 wunderbar kompakt und kein gläsernes Mimöschen.

Schönes Display, raue Schale

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Das Pixel 5 zaubert bei Porträts ein schönes Bokeh.

(Foto: kwe)

Nicht gespart hat Google beim Display. Das Pixel 5 hat ein sechs Zoll großes OLED-Panel mit einer scharfen Pixeldichte von 432 ppi. Es bietet eine hohe Bildwiederholfrequenz von 90 Hertz (Hz) und wird von Gorilla Glass 6 geschützt. Und weil der Bildschirm im Gegensatz zum Display des Pixel 4 fast die gesamte Front einnimmt, ist das rund 150 Gramm leichte Pixel 5 ein handliches Smartphone, wie man es speziell in der Android-Welt schon lange nicht mehr gesehen hat.

Ein Genuss ist das rau lackierte Aluminiumgehäuse, das nicht nur griffiger, sondern auch stabiler als die gläsernen Hüllen anderer Smartphones ist. Google hat unter der Lackierung nur eine kleine Lücke im Metall gelassen, um induktives Laden zu ermöglichen. Und natürlich ist der robuste Pixel-Neuling nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Auf der matten Rückseite befindet sich auch der Fingerabdrucksensor, der die Gesichtserkennung des Pixel 4 ablöst. Das ist nach wie vor eine einfache, aber sehr effektive Lösung und funktioniert auch, wenn man eine Maske trägt - 2020 eben.

Ausreichend Leistung, starkes Kamera-Duo

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Wenn man in einer regnerischen Nacht fotografieren möchte, kann man das mit dem Gerät gut machen.

(Foto: kwe)

Unter der Haube werkelt Qualcomms sparsamer, aber trotzdem kräftiger 5G-Chip Snapdragon 765G, der mehr als ausreichende 8 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite hat. Im Test war praktisch kein Unterschied zu Geräten mit einem stärkeren Antrieb zu merken. Viel wichtiger ist, dass das Pixel 5 endlich mal ein ausdauerndes Google-Smartphone ist. Das liegt am genügsamen Chip, ausgeklügelter Software und dem Akku, der 4080 Milliamperestunden fasst. So war im Test die Batterie nach 14 Stunden und rund 2,5 Stunden aktiviertem Display immer noch halb voll. Zur Not ist das Gerät mit dem 18-Watt-Ladegerät schnell wieder aufgetankt, und zur Überbrückung gibt's einen sehr effektiven "Super-Energiesparmodus".

Viel Software-Magie ist auch bei der Kamera auf der Rückseite im Spiel, mit der Google aus zwei Objektiven mehr herausholt, als viele Hersteller mit drei oder mehr Knipsen hinbekommen. Die optisch stabilisierte 12-Megapixel-Hauptkamera macht mit Blende f/1.7 nicht nur tagsüber sehr detailreiche Fotos mit starken Kontrasten und natürlichen Farben. Sie gehört auch nachts zu den aktuellen Top-Kameras. Videos nimmt sie in Full-HD-Auflösung mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde (FPS) auf, 4K-Aufnahmen macht sie mit 30 oder 60 FPS.

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Eine Zoom-Aufnahme mit zweifacher Vergrößerung.

(Foto: kwe)

Dazu kommt eine Superweitwinkel-Kamera mit 16 Megapixeln und Blende f/2.2, die bis in die Randbereiche scharfe Bilder produziert und ebenso farbtreu wie die Hauptkamera ist. Und im Team fabrizieren die beiden Pixel-5-Knipsen Zoom-Aufnahmen, die eine zusätzliche Tele-Kamera mit optischer Vergrößerung nicht vermissen lassen. Richtig gut sehen auch Porträts aus, denen die Software ein sehr hübsches künstliches Bokeh verleiht - und das funktioniert sogar nachts.

Schließlich erhalten Pixel-Smartphones garantiert drei Jahre Betriebssystem-Updates. Nachdem das Pixel 5 schon mit Android 11 vorgestellt wurde, werden Käufer auch noch die Aktualisierung auf Version 14 erleben. Normalerweise gibt's in der Android-Welt nicht mehr als zwei große Betriebssystem-Updates.

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Links das Pixel 5, rechts das Pixel 4a 5G.

(Foto: kwe)

Unterm Strich ist das Pixel 5 ein Smartphone, auf das viele Nutzer gewartet haben - auch ohne Corona. Es hat die richtige Größe, ist ausdauernd und stabil, hat ein feines Display und eine prima Doppel-Kamera. Lediglich der Preis könnte noch etwas günstiger sein, für 500 Euro wäre das Pixel 5 ein echter Knaller.

Pixel 4a 5G ist günstiger und größer

Wer sparsamer ist und vielleicht auch etwas mehr Bildschirm-Fläche braucht, kann aber auch zum Pixel 4A 5G greifen. Das rund 486 Euro teure Gerät hat den gleichen Chip und die gleiche Kameraausstattung wie das Pixel 5, ist aber wie das bereits im Sommer vorgestellte Pixel 4a (340 Euro) nicht wasserdicht und kann nicht induktiv geladen werden. Sein 6,2 Zoll großes OLED-Display mit 413 ppi sieht ebenfalls sehr gut aus, bietet aber keine höhere Bildwiederholfrequenz als 60 Hz.

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Wie das einfache 4a hat die 5G-Variante ein Kunststoffgehäuse mit Klinkenbuchse, ist dafür aber nicht wasserdicht. Sein Arbeitsspeicher ist nur 6 GB groß, aber es bietet ebenfalls 128 GB Flash-Speicher. Sein Akku hat mit 3885 Milliamperestunden eine deutlich höhere Kapazität als die Batterie des einfachen Pixel 4a.

Im Test zeigte sich das Pixel 4A 5G etwa ebenso ausdauernd wie das Pixel 5, der geringere Arbeitsspeicher machte keinen Unterschied. Die Kunststoff-Rückseite fühlt sich bei kühlen Temperaturen etwas angenehmer als das Metallkleid des "Flaggschiffs" an. Ansonsten ist das größere Display der auffälligste Unterschied. 0,2 Zoll sind auf dem Papier nicht viel, in der Realität aber eine ganze Menge.

Quelle: ntv.de