Sogar die Tastaturbeleuchtung?Was Apple beim günstigen MacBook weglassen könnte
Von Klaus Wedekind
Kommende Woche stellt Apple voraussichtlich ein besonders günstiges MacBook mit A18-Chip vor. Der iPhone-16-Prozessor soll aber einem Leak zufolge nicht ausreichen, um den Preis auf ein ausreichend niedriges Niveau zu drücken.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Apple ab Montag über drei Tage hinweg mindestens fünf neue Geräte veröffentlichen. Eines davon soll ein MacBook sein, das möglicherweise so preiswert ist, dass die Windows-Mittelklasse-Konkurrenz geschockt sein könnte. Verschiedenen Quellen nach ist es so gut wie sicher, dass Apple den Preis niedrig halten kann, indem es das Gerät nicht wie andere aktuelle MacBooks mit einem M-Prozessor ausstattet, sondern den A18-Chip einsetzt, den es 2024 mit dem iPhone 16 einführte. Doch das soll nicht die einzige Einschränkung sein, die Käuferinnen und Käufer hinnehmen müssen.
Ein im chinesischen sozialen Netzwerk Weibo veröffentlichter Bericht listet weitere Sparmaßnahmen auf, die das "MacBook A18" so preiswert wie einen Mittelklasse-Windows-Laptop machen sollen. Laut "9to5Mac" basieren die Informationen angeblich auf einem Code-Leak einer unveröffentlichten Version des Betriebssystems macOS Tahoe. Manches, was Apple demzufolge weglässt, ist eigentlich nicht der Rede wert, auf andere Features dürften potenzielle Käufer ungern verzichten wollen.
Mischung aus iPad und MacBook
Weniger problematisch ist sicher, dass das günstige MacBook an seiner Klinkenbuchse keine hochohmigen Kopfhörer unterstützt. Das heißt, bei solchen Headsets ist der Ton sehr leise und der Klang oft flach. Kein Drama ist auch eine fehlende Schnellade-Funktion oder dass das Gerät höchstens mit 512 Gigabyte (GB) großer SSD angeboten werden soll. Für die Einsatzzwecke eines leistungsschwächeren MacBooks spielt es auch kaum eine Rolle, wenn der Speicher nicht so schnell wie bei anderen aktuellen Apple-Laptops ist.
Dem Weibo-Bericht nach ähnelt das "MacBook A18" in etlichen Bereichen eher einem Standard-iPad, in dem ebenfalls ein A16 steckt. So soll für WLAN und Bluetooth der gleiche MediaTek-Chip zuständig sein.
Kein True-Tone-Display, keine beleuchtete Tastatur
Eine weitere Übereinstimmung wäre, dass die maximale Display-Helligkeit wie bei Apples Einsteiger-Tablet bei 500 Nits liegen soll, was für Menschen, die gerne im Freien arbeiten, eine deutlichere Einschränkung darstellt. Angeblich unterstützt das LCD auch nicht True Tone, obwohl das Display des iPads dies tut. Das heißt, es passt den Weißabgleich nicht selbstständig an die Umgebungsbeleuchtung an.
Arbeitet man umgekehrt öfter in abgedunkelten Räumen, wäre es eine schmerzhafte Sparmaßnahme, wenn es zutrifft, dass Apple bei der Tastatur auf eine Hintergrundbeleuchtung verzichtet. Auch in dieser Hinsicht würde das günstige MacBook dem Einsteiger-iPad ähneln, dessen als Zubehör erhältliches Magic Keyboard ebenfalls keine LEDs hat.
Wie günstig ist günstig?
Apropos günstig: Der Brancheninformationsdienst "Digitimes" schreibt, die Herausforderung für Apple, das "MacBook A18" tatsächlich preiswert anbieten zu können, sei im Laufe des vergangenen Jahres durch die teilweise extreme Verteuerung bei Komponenten enorm gewachsen. Unter anderem muss der Konzern wie andere Hersteller Speicherpreise kompensieren, die sich mehr als verdoppelt haben. Laut "Digitimes" sind auch Lithium-Batterien deutlich teurer geworden, alleine im Februar um 10 bis 15 Prozent.
Der Informationsdienst hält daher Startpreise um 600 Dollar, wie sie in früheren Gerüchten genannt wurden, für nicht (mehr) realistisch. Die meisten Schätzungen gingen mittlerweile von einem Preis zwischen 699 und 749 US-Dollar aus, heißt es bei "Digitimes".
Apple wird voraussichtlich darauf achten, dass der Abstand zum 13-Zoll-MacBook Air passt, das in den USA etwa 1000 Dollar und in Deutschland rund 1100 Euro kostet. Der Euro-Preis für ein günstiges MacBook dürfte sich demnach bestenfalls um die 800 Euro bewegen, es sind aber auch um die 900 Euro denkbar, da Apple Preise nicht nur nach Wechselkurs und unterschiedlicher Steuer kalkuliert.