Samsung hält sich vornehm zurückDas sind die Galaxy-S26-Gegner der 17er iPhones
Von Klaus Wedekind
Samsung stellt die neue Galaxy-S26-Serie vor. Die Smartphones sollen mit bis auf eine Ausnahme minimalen Verbesserungen so erfolgreich wie ihre Vorgänger und Apples iPhone-17-Modellen mindestens ebenbürtig sein. Samsung setzt dabei vor allem auf KI und beim Ultra-Flaggschiff auf ein einzigartiges Display.
Samsung bleibt seinem Motto treu, dass bei Smartphones konsequente Weiterentwicklungen besser als große Veränderungen sind: Das Galaxy S26, das 26+ und das S26 Ultra unterscheiden sich grundsätzlich nur durch aus der Rückseite herausragende Kamerainseln und ein verstärktes Innenleben von den Vorgängern. Neu hinzugekommene KI-Funktionen könnten auch die 25er durch ein Update erhalten.
S25-Serie hat stark vorgelegt
Laut dem Marktforschungsunternehmen Counterpoint hat die Galaxy-S25-Serie von Februar bis Dezember die Verkaufszahlen des Vorgängers um 5 Prozent übertroffen, das 25 Ultra wurde sogar um 7 Prozent häufiger verkauft. Allerdings erreichte das Flaggschiff im vergangenen Jahr "nur" den neunten Platz der weltweit meistverkauften Smartphones, während der Vorgänger 2024 noch Rang 8 belegte.
Interessant ist, dass die vier Top-Platzierungen in beiden Jahren Apples iPhone gehören, dahinter folgen zwei Galaxy-A-Klasse-Geräte und zwei weitere iPhones. Das Käuferverhalten zu ändern, scheint mindestens ebenso schwierig zu sein, wie regelmäßig komplett neue Smartphones auf den Markt zu bringen.
Preise steigen teils deutlich
Eine harte Aufgabe wird es auch sein, Nutzerinnen und Nutzer davon zu überzeugen, für die Geräte teilweise deutlich mehr zu bezahlen als 2025. Auch Technik-Gigant Samsung kommt nicht umhin, die in den vergangenen Monaten enorm gestiegenen Speicherpreise wenigstens teilweise weiterzugeben, obwohl er selbst zu den Herstellern gehört. Die Strategie der Südkoreaner ist eine Art Mischkalkulation.
Das Standard-Galaxy S26 ist jetzt mit 256 Gigabyte Flash-Speicher (GB) ab knapp 1000 Euro zu haben. Damit ist der Startpreis zwar 100 Euro teurer, aber nur im Vergleich mit dem 128-GB-Modell, das Samsung gestrichen hat. Die 256-GB-Variante ging vor einem Jahr für rund 960 Euro an den Start.
Wer das Galaxy S26+ kaufen möchte, muss mit knapp 1250 Euro sogar 100 Euro mehr für die günstigste Variante mit 256 GB hinblättern. Lediglich das Galaxy S26 Ultra erhält eine bevorzugte Bepreisung. Das Flaggschiff geht wie im Vorjahr mit rund 1450 Euro für das 256-GB-Modell ins Rennen.
Ultra bietet "Privacy Display"
Wie 2025, als es die Kameraausstattung betraf, ist auch dieses Mal das Ultra das einzige Gerät, das neben einem stärkeren Innenleben eine echte technische Verbesserung erhält: Sein Display ist mit einer Funktion versehen, die es vor neugierigen Blicken schützt, indem es seitlich betrachtet je nach Einstellung kaum oder gar nicht ablesbar ist.
Der Bildschirm des Ultra ist ansonsten nach wie vor 6,9 Zoll groß, bietet eine scharfe Pixeldichte von fast 500 ppi und eine adaptive Bildwiederholfrequenz von 1 bis 120 Hertz (Hz). Mit 78,1 × 163,6 × 7,9 mm ist das neue Flaggschiff etwas dünner und länger als der Vorgänger, das Gewicht ist um 4 g auf 214 g gesunken.
Wie andere neue Android-Boliden wird das Ultra und seine 26er Kollegen von Qualcomms Top-Chip Snapdragon 8 Elite Gen 5 angetrieben. Er hat in den Varianten mit 256 und 512 GB Flash-Speicher 12 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Beim Modell mit einem Terabyte (TB) sind es 16 GB. Um möglichst lange Höchstleistung bringen zu können, ist das Ultra laut Samsung mit einer verbesserten Dampf-Kammer zur Kühlung ausgestattet.
Der Akku hat wie bisher eine Kapazität von 5000 Milliamperestunden (mAh), kann jetzt aber mit bis zu 60 statt 45 W schnell geladen werden. 30 Minuten am Netzteil sollen so genügen, um eine leere Batterie zu 75 Prozent aufzutanken.
Kameras nur beim Ultra etwas besser
Die Kameraausstattung des Galaxy S26 Ultra ist weitgehend unverändert geblieben, die Objektive haben aber lichtstärkere Blenden. Die optisch stabilisierte (OIS) Hauptkamera löst mit bis zu 200 Megapixeln (MP) auf und hat jetzt die Blende f/1.4. Hinzu kommen eine 50-MP-Telekamera mit fünffachem optischen Zoom (OIS/f/2.9) und eine weitere Tele-Kamera (OIS/f/2.4) mit dreifacher optischer Vergrößerung. Die vierte Kamera hat ein Ultraweitwinkel-Objektiv (f/1.9) und löst mit bis zu 50 MP auf. Aus dem Display blickt wie bei der gesamten Serie eine 12-MP-Frontkamera (f/2.2).
Das Galaxy S26+ hat unverändert ein 6,7-Zoll-Display mit 513 ppi. Der Bildschirm des Galaxy S26 ist 6,3 Zoll groß und bietet mit Full-HD-Auflösung eine Pixeldichte von 416 ppi. Beide Panels haben adaptive Bildwiederholfrequenzen von 1 bis 120 Hz. Das Plus-Modell misst nach wie vor 75,8 × 158,4 × 7,3 mm und wiegt unverändert 190 g. Das S26 kommt auf 71,7 × 149,6 × 7,2 mm und 167 g, womit es etwas kürzer und schmaler, aber minimal schwerer als das S25 ist.
Beide Geräte haben wie die Vorgänger Akkus mit 4900 und 4300 mAh. Das S25 kann mit bis zu 25 W, das S26+ mit bis zu 45 W geladen werden.
Auch an der Kameraausstattung hat sich nichts geändert. Beide Smartphones haben eine 50-MP-Hauptkamera (OIS/f/1.8), eine 12-MP-Ultraweitwinkel-Kamera (f/2.2) und eine 10-MP-Tele-Kamera (f/2.4) mit dreifacher optischer Vergrößerung.
Verbesserte KI-Funktionen
Etwas mehr Neuerungen gibt es bei den KI-Funktionen. Apple könnte vor allem auf Now Nudge neidisch sein, falls es so gut wie von Samsung beschrieben im Alltag funktioniert: "Fragt ein Freund im Chat nach Fotos von einer kürzlich unternommenen Reise, schlägt die Samsung Galaxy S26-Serie automatisch Fotos aus der Galerie vor. Kein Durchsuchen von Alben oder Hin- und Herspringen zwischen Apps nötig. Geht eine Nachricht zu einem Meeting ein, kann die Samsung Galaxy S26-Serie zugehörige Kalendereinträge erkennen und auf Terminkonflikte prüfen."
Ansonsten gibt es vor allem für bestehende KI-Funktionen für Fotos und Videos Verbesserungen. Unter anderem hat Samsung den Fotoassistenten weiterentwickelt, bei dem man in eigenen Worten beschreiben kann, was geändert werden soll. Beispielsweise kann man so mit einem Wort eine Tag- in eine Nachtaufnahme verwandeln. Außerdem ist es nicht nur möglich, störende Objekte zu entfernen, sondern auch fehlende Elemente hinzuzufügen. Als Beispiel nennt Samsung einen angebissenen Kuchen.