Technik

AVM-Router im Vergleich Welche Fritzbox ist die richtige?

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Die beste Fritzbox ist für den eigenen Internet-Anschluss nicht unbedingt auch die beste Wahl.

(Foto: AVM)

Nicht jeder braucht die beste Fritzbox für fast 300 Euro, für manche Nutzer tut's auch der Router für weniger als 50 Euro. ntv.de zeigt, welche Geräte AVM im Angebot hat, was sie können und welchen Ansprüchen sie genügen.

Man kann einen Router von seinem Internetanbieter übernehmen, aber oft ist es besser und günstiger, sich selbst ein Gerät zu besorgen. Besonders beliebt bei den Deutschen sind die Fritzboxen des Berliner Herstellers AVM. Aus gutem Grund, sie bieten starke Technik, eine große Vielseitigkeit und sind auch für Laien einfach zu bedienen. Doch die Auswahl ist groß, aktuell bietet AVM 15 verschiedene Modelle an. ntv.de erklärt, welche Fritzbox, was kann und welches Gerät sich für welchen Nutzertypen lohnt.

An welchen Anschluss soll die Box?

Bevor man sich eine Fritzbox aussucht, gilt es, die Anschlussart zu kennen. Die meisten deutschen Haushalte haben DSL-Anschlüsse, weit verbreitet ist auch Internet über einen Kabel-TV-Anschluss. Grundsätzlich gilt es dann im Vertrag die maximalen Übertragungsgeschwindigkeiten nachzusehen. Bei DSL-Anschlüssen checkt man, ob es sich um einfaches ADSL oder ADSL+, ADSL2+ oder VDSL handelt, möglicherweise hat man auch einen Glasfaseranschluss. Entsprechend der Internetleitung und der gebuchten Geschwindigkeit sollte dann auch die Fritzbox ausgestattet sein.

Welche Ansprüche soll sie erfüllen?

Als Nächstes sollte man überlegen, was die Fritzbox im Haushalt auf dem Kasten haben muss. In kleinen Wohnungen mit wenigen verbundenen Geräten (Clients) muss es beispielsweise nicht das schnellste WLAN sein. Auf Smart-Home-Funktionen kann man in so einem Fall wahrscheinlich auch verzichten.

Was das TV-Streaming betrifft, darf man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Selbst die Datenraten der einfachsten Verträge reichen dafür in Verbindung mit der schlichtesten Fritzbox normalerweise locker aus, solange nicht mehrere Nutzer gleichzeitig streamen. Wichtiger ist, dass die Übertragung stabil ist und WLAN nicht zu große Strecken überbrücken muss.

In größeren Haushalten mit mehreren Nutzern und zahlreichen Clients sollte es mindestens eine Mittelklasse-Fritzbox sein. Dann muss man sich auch keine Gedanken machen, ob das Gerät jetzt oder in Zukunft als Zentrale im vernetzten Heim dienen kann. Und man bekommt auch die Möglichkeit, Festnetz-Telefone (DECT) anzuschließen, wenn man sie noch benötigt.

Einfach und günstig

Ist ein Modem vorhanden, tut's für genügsame DSL-Nutzer die Fritzbox 4020, die man online schon ab 40 Euro bekommen kann. Extras gibt's dafür nicht, das Gerät beherrscht nur den WLAN-Standard N, was aber immer noch für 450 Megabit pro Sekunde (MBit/s) reicht. Dass die Box nur mit 2,4-Gigahertz (GHz) funkt, kann zum Problem werden, wenn viele Geräte im Heimnetz oder bei den Nachbarn gleichzeitig online sind. Denn die Frequenz ist relativ störanfällig.

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Setzt man auf LAN-Kabel, kann man sich über vier Anschlüsse freuen, die mit 100 MBit/s allerdings ziemlich lahm sind. Außerdem ist noch ein USB-Anschluss an Bord, an den man Speicher anschließen kann, um die Fritzbox als Mediaserver zu nutzen. Das heißt, man kann dort gespeicherte Bilder oder Videos auf dem Computer, Tablet oder Smartphone anschauen oder Musik von dort abspielen. Mit dem Standard 2.0 ist der USB-Anschluss dafür aber recht langsam.

Wenn man etwas mehr Tempo haben möchte, lohnt es sich rund 75 Euro in eine Fritzbox 4040 zu investieren. Sie bietet WLAN AC, was Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 866 MBit/s erlaubt. Außerdem funkt der Router auch in der 5-GHz-Frequenz, die weniger störanfällig ist und auf kurze Distanz wesentlich höhere Datenraten als das 2,4-GHz-Band ermöglicht. Die LAN-Anschlüsse schaffen 1000 MBit/s (1 Gigabit) und auch die USB-Buchse drückt mit dem Standard 3.0 aufs Gas.

DSL-Mittelklasse

Meistens lohnt es sich nicht, ein altes Modem weiterzunutzen oder man möchte ohnehin alles in einem Gerät haben. Wenn man in so einem Fall ein vielseitiges und leistungsstarkes Gerät sucht, ist die Fritzbox 7530 für die meisten Haushalte ausreichend. Sie ist ab etwa 180 Euro zu haben.

Sie kann die hohen Übertragungsraten von ADSL(+)- und VDSL über Kabel- oder Glasfaserleitungen ausreizen. Außerdem kann sie als Telefonanlage dienen. Das heißt, es ist möglich, DECT-Telefone anzuschließen und über die Box unter anderem Adressbücher verwalten, Anrufbeantworter einrichten oder Faxe senden und empfangen.

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Ebenfalls rund 180 Euro zahlt man im Online-Handel für die Fritzbox 7530 AX. Sie trägt die Bezeichnung, weil sie den WLAN-Standard AX (Wifi 6) beherrscht, mit dem Datenraten in Verbindung kompatibler Smartphones, Computer et cetera bis zu 1800 MBit/s möglich sind. Das braucht man nicht unbedingt, aber wenn man beide Modelle praktisch zum gleichen Preis bekommt, fällt die Wahl leicht.

Ab der 7530 sind die Fritzboxen auch Mesh-fähig. Das ist interessant, wenn man die WLAN-Reichweite mit Repeatern oder Powerline-Geräten erweitert. Denn dann muss man sich nicht an jedem Zugangspunkt neu anmelden, sondern ein Client (beispielsweise das Smartphone) wird immer automatisch an den Zugang mit dem besten Empfang weitergereicht, wenn man sich durch die Wohnung bewegt.

DSL-Oberklasse

Das DSL-Flaggschiff von AVM ist derzeit die Fritzbox 7590, die rund 250 Euro kostet. Sie kann alles, was die 7530 kann, bietet aber schnelleres WLAN mit bis zu 1733 MBit/s und einen internen Speicher. Außerdem gibt es noch die Variante Fritzbox 7590 AX, die auf ADSL2+ besteht und via WLAN AX Daten mit bis zu 2400 MBit/s empfängt und sendet.

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Groß sind die Vorteile gegenüber den 7530-Geräten nicht. Falls man nicht ganz genau weiß, dass man sie nutzen möchte, lohnt sich der Aufpreis von 70 Euro nicht wirklich.

Fritzboxen für Kabelanschlüsse

Für Kabelanschlüsse hat AVM derzeit drei Router im Angebot. Dabei gilt allerdings die Fritzbox 6590 als Auslaufmodell, das nach mehr als vier Jahren auf dem Markt voraussichtlich bald keine Updates mehr bekommt. Deshalb wird sie zwar weiter funktionieren und es gilt wie bei den anderen AVM-Routern eine fünfjährige Herstellergarantie ab Kaufdatum. Trotzdem sollte man besser gleich zur zwei Jahre jüngeren und besser ausgestatteten Fritzbox 6591 greifen, die wie ihre Vorgängerin knapp 300 Euro kostet.

Sie unterstützt den aktuellen Kabel-Standard DOCSIS 3.1 und erreicht mit WLAN AC Übertragungsraten von bis zu 1733 MBit/s. Sie funkt sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz-Band, bietet vier Gigabit-LAN-Anschlüsse, zwei USB-3.0-Buchsen und einen internen Speicher. Wer möchte, kann bis zu sechs schnurlose Telefone mit der Fritzbox 6591 Cable verbinden.

Mit WLAN AX bietet die Fritzbox 6660 für 210 Euro eine höhere Datenrate von bis zu 2400 MBit/s. Außerdem findet man bei ihr neben vier Gigabit-LAN-Anschlüssen auch eine LAN-Buchse an der Übertragungen von bis zu 2,5 Gigabit möglich sind. Dafür hat sie nur einen einzigen USB-3.0-Anschluss.

Glasfaser-Spezialisten

Die schnellsten Datenraten erreicht man mit einem Glasfaseranschluss. Diese Kabelart kommt zwar auch bei VDSL zum Einsatz, allerdings nur bis zum Verteilerkasten. Von dort bis zum Haushalt geht's aber wie bei DSL mit Kupferkabeln weiter. Bei einem Glasfaseranschluss ist auch die "letzte Meile" aus Glasfaser.

Noch gibt es in Deutschland nur wenige reine Glasfaseranschlüsse, weshalb die entsprechenden Router nur selten bei großen Händlern zu bekommen sind. AVM bietet dafür auf den Produktseiten unter "Jetzt kaufen" eine Suchfunktion, über die man Fachhändler findet, die die Geräte führen.

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Die Fritzbox 5530 Fiber ist der günstigste AVM-Glasfaser-Router und beherrscht sowohl AON als auch GPON.

(Foto: AVM)

Das einfachste erhältliche AVM-Modell ist hier die Fritzbox 5490 für rund 200 Euro. Sie unterstützt AON-Anschlüsse (Active Optical Netzwork) und funkt im WLAN-Standard AC mit bis zu 1300 MBit/s. Dabei nutzt sie die 2,4- und 5-GHz-Bänder. Ansonsten hat sie zwei USB-3.0-Eingänge und vier Gigabit-LAN-Anschlüsse, bietet einen internen Speicher und kann als Telefonanlage dienen. Die gleich ausgestattete Fritzbox 5491 ist für GPON-Anschlüsse (Gigabit Passive Optical Network) da und kostet etwa 250 Euro.

Die Fritzbox 5530 Fiber, für die man rund 170 Euro hinblättern muss funktioniert sowohl an aktiven als auch an passiven Glasfaseranschlüssen. Außerdem erlaubt sie mit WLAN AX Übertragungsraten von bis zu 2400 MBit/s. Sie bietet einen 2,5-Gigabit- und zwei Gigabit-LAN-Anschlüsse. Allerdings verfügt sie über keinen USB-Eingang.

LTE-Funker

Fritzboxen für den LTE-Empfang kommen vor allem dort zum Einsatz, wo kein kabelgebundenes Internet zur Verfügung steht. Das einfachste Modell ohne jedes Extra ist die Fritzbox 6820 LTE. Für rund 125 Euro bietet sie lediglich WLAN N mit dem lediglich Übertragungsraten von bis zu 450 MBit/s möglich sind, wobei das Gerät nur mit 2,4-GHz funkt. Außerdem ist ein Gigabit-LAN-Anschluss an Bord.

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Besser ausgestattet ist die Fritzbox 6850 LTE, die man ab 170 Euro kaufen kann. Sie bietet WLAN AC mit bis zu 866 MBit/s, nutzt auch das 5-GHz-Band, hat vier Gigabit-LAN-Buchsen und einen USB-3.0-Anschluss. Außerdem kann sie als Telefonanlage dienen.

Die Fritzbox 6890 LTE ist gleichzeitig ein kabelgebundener Router, der ADSL(+) und VDSL beherrscht. Die LTE-Funktion dient als Notfall-Lösung. Mit bis zu 1733 MBit/s bietet das Gerät eine schnellere WLAN-Datenrate. Ansonsten ist der Router ähnlich wie die Fritzbox 6850 LTE ausgestattet. Die Kombi-Lösung hat ihren Preis, unter 350 Euro bekommt man das Gerät nicht.

Quelle: ntv.de

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