Technik

Messen ist besser als vertrauen Wie schnell ist mein Internet wirklich?

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Besonders bei den mobilen Downloadgeschwindigkeiten gibt es zwischen Angebot und Realität große Unterschiede.

(Foto: Bundesnetzagentur)

Viele Nutzer haben das Gefühl, ihr Internet ist nicht ganz so schnell, wie es der Anbieter behauptet. Kein Problem, es gibt kostenlose Tools der Bundesnetzagentur, mit denen man herausfindet, ob man auch bekommt, wofür man bezahlt.

Wenn das Video ruckelt, Webseiten lange zum Laden brauchen oder die Übertragung von Bildern ewig dauert, ist die Internetverbindung wohl nicht allzu gut. Das kann manchmal auch bei Verträgen mit hohen Bandbreiten passieren, sollte aber nicht der Normalfall sein. Wer den Verdacht hat, dass die Daten permanent langsamer fließen als vom Anbieter behauptet, kann dessen Angaben überprüfen. Das kann man auf Webseiten oder mit Apps machen. Dafür muss man nichts bezahlen und auch keine Werbung ansehen.

Es gibt im Internet zahlreiche Geschwindigkeitstests, aber am besten ist man wohl bei der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur aufgehoben. Zuhause und bei anderen stationären Anschlüssen besucht man einfach die Webseite breitbandmessung.de. Dort werden zunächst Anbindung (LAN/WLAN), weitere mögliche Einflussfaktoren, Postleitzahl, Anbieter, angegebene Geschwindigkeit, Tarif-Typ und vorab die Zufriedenheit mit dem Anbieter abgefragt. Danach startet man mit einem Klick den Test. Praktisch ist, dass man Ergebnisse speichern und so über verschiedene Tage und Tageszeiten eine Messreihe erstellen kann. Für mobile Verbindungen bietet die Netzagentur iOS- und Android-Apps an. Hier wird zusätzlich berücksichtigt, ob der Test im Freien, in Gebäuden oder in Bewegung durchgeführt wird. Auch in den Apps kann man die Messergebnisse für einen Vergleich speichern.

Karten bieten Übersicht

Interessant sind auch die Deutschlandkarten, die die Behörde in den Apps und auf breitbandmessung.de zur Verfügung stellt. Darin werden für einzelne Anbieter die gemessenen Datenübertragungsraten sowie das prozentuale Verhältnis von gemessener zur vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate dargestellt. Wenig überraschend werden die meisten Nutzer feststellen, dass die angepriesenen Höchstgeschwindigkeiten nur wenig mit der Realität vor Ort zu tun haben. Erstaunlich ist, dass im mobilen Internet der Anbieter O2 (Telefónica) hier in vielen Gebieten besser abschneidet als die Telekom, bei der die Nutzer bis auf wenige Ausnahmen deutschlandweit schon mit 20 Prozent der im Vertrag genannten maximalen Downloadrate zufrieden sein müssen. O2 erreicht hier teilweise bis zu 60 Prozent. Grundsätzlich liegen Angebot und Realität bei stationären Anschlüssen enger beieinander als im mobilen Internet.

Insgesamt sieht es mit der Geschwindigkeit in deutschen Mobil-Netzen wenig berauschend aus. Von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) dürfen die Nutzer in den meisten Gebieten Deutschlands nur träumen. Auf der Vergleichskarte sieht man, dass in gut versorgten Regionen bis zu 18 Mbit/s die Regel sind, in vielen Landstrichen fließen die Daten allerdings nicht schneller als mit 8 Mbit/s.

Quelle: n-tv.de, kwe

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