Technik

Wurm-Alarm! Windows XP erhält noch ein Update

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Um einer Computerwurm-Epidemie vorzubeugen, hat Microsoft auch für Windows XP nochmal ein Sicherheits-Update veröffentlicht.

Eigentlich kümmert sich Microsoft schon lange nicht mehr um Windows XP, trotzdem bekommt das Uralt-Betriebssystem jetzt nochmal ein Update. Der Grund: Das Unternehmen fürchtet eine Wurm-Epidemie, die auf Windows 7 übergreifen könnte.

Schon vor fünf Jahren hat Microsoft den Support für Windows XP endgültig eingestellt. Das heißt, seit dem 8. April veröffentlicht Microsoft weder funktionale Aktualisierungen noch Sicherheits-Updates für das Betriebssystem. Eigentlich. Denn im Juni 2017 gab es doch nochmal einen Patch für das betagte XP. Microsoft reagierte damit auf das durch Wikileaks-Enthüllungen aufgeflogene CIA-Spionage-Tool "Athena". Rund zwei Jahre später fühlt sich Microsoft erneut genötigt, an seinem monatlichen Patchday auch ein Update für Windows XP bereitzustellen.

Nutzer machtlos

Diesmal geht es laut einem Blogeintrag um eine Schwachstelle in den Remote-Desktop-Services. Dabei besteht die besondere Gefahr darin, dass sich die Sicherheitslücke schon vor der Anmeldung befindet, wodurch für eine Infizierung keine unbedachte Aktion des Nutzers notwendig ist. Deshalb könnte eine Schad-Software zum Computerwurm werden, der sich epidemieartig von Rechner zu Rechner verbreitet.

Um zu verdeutlichen, wie hoch das Gefährdungspotenzial der Schwachstelle ist, vergleicht Microsoft die möglichen Auswirkungen mit der rasanten Verbreitung des Erpresser-Trojaners "WannaCry", der im Frühjahr 2017 in kurzer Zeit weltweit mehr als 230.000 Computer befallen konnte. Im Blogeintrag heißt es, bisher habe Microsofts Sicherheits-Team noch nicht festgestellt, dass die Schwachstelle bereits ausgenützt wird. Es sei allerdings "sehr wahrscheinlich", dass dies noch geschehen wird.

Windows 7 noch weit verbreitet

Jetzt mag man vielleicht fragen: Wie schlimm kann es schon werden? Schließlich sind doch Rechner, auf denen eine aktuelle Windows-Version läuft, nicht betroffen. Doch neben XP sowie Windows Server 2008 und 2008 R2 ist auch Windows 7 verwundbar, für das Microsoft den Support am 14. Januar 2020 beendet. Was das bedeutet, zeigt ein Blick auf die April-Statistik von Netmarketshare oder Statcounter, wo Windows 7 immer noch auf einen weltweiten Marktanteil von rund 36 beziehungsweise 34 Prozent kommt.

Windows XP erreicht zwar nur noch um die 3 Prozent, aber ein infizierter Computer genügt, um in einem gemeinsamen Netzwerk alle nicht gepatchten Windows-7-Rechner anzustecken. Microsoft empfiehlt daher dringend, sofort die Updates auf verwundbaren Systemen zu installieren. Windows-7-Rechner mit aktivierten Auto-Updates erhalten die Aktualisierung mit dem aktuellen Monats-Update. Wie für Windows XP stellt Microsoft aber auch für Windows 7 Downloads zur Verfügung.

Quelle: n-tv.de, kwe